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Ob kleiner Eingriff oder große OP - die Kosten sind im Ausland oft niedriger.
Ob kleiner Eingriff oder große OP - die Kosten sind im Ausland oft niedriger.(Foto: imago/Westend61)

Auslandsreise für Behandlung: Deutsche denken über OPs im Ausland nach

Immer mehr Deutsche können sich vorstellen, für medizinische Behandlungen ins Ausland zu reisen. Dabei spielen besonders drei Punkte eine Rolle. Was dahinter steckt, zeigt eine neue Studie.

Eine Zahn-OP in Polen oder ein Kuraufenthalt in Tschechien - Auslandsreisen in Verbindung mit medizinischen Eingriffen oder Behandlungen werden für deutsche Patienten attraktiver. Über die Hälfte der Deutschen (55 Prozent) kann sich vorstellen, sich im Ausland medizinisch behandeln zu lassen. Zu diesem Ergebnis kommt der IUBH Touristik-Radar 2016, eine repräsentative Befragung der Internationalen Hochschule Bad Honnef.

Bei der Vorgängerstudie zum Medizin-Tourismus aus dem Jahr 2012, lag die Bereitschaft für Auslandbehandlungen noch drei Prozentpunkte niedriger. Die Top drei der Gründe, die laut IUBH Touristik-Radar 2016 für medizinische Behandlungen im Ausland sprechen, sind: finanzielle Vorteile, die Möglichkeit eine Urlaubsreise mit dem Arztbesuch zu verbinden und Verfahren zu nutzen, die in Deutschland nicht durchgeführt werden.

Urlaub und Behandlung kombinieren

Ein deutlicher Anstieg zeigt sich bei der Bereitschaft Arztbesuch und Urlaubsreise zu kombinieren: Knapp ein Drittel der Deutschen (31 Prozent) gegenüber 26 Prozent in 2012 gibt dies als Grund an. "Diese Ergebnisse spiegeln deutlich die aktuellen Kritikpunkte am medizinischen System in Deutschland", schlussfolgert Helmut Wachowiak, Professor für Tourismusmanagement an der IUBH und Leiter der Studie.

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Vor allem auf Facharzttermine müssen deutsche Patienten lange warten, im Ausland kann es schneller gehen, und daran könnte sich auch zukünftig wenig ändern: "Ich gehe nicht davon aus, dass die neuen Terminservicestellen, die die Wartezeiten auf Facharzt-Termine in Deutschland verkürzen sollen, in den kommenden Jahren starken Einfluss auf den Medizin-Tourismus nehmen." Für die Wissenschaftler der Internationale Hochschule Bad Honnef heißt das: Arztbesuche im Ausland werden zunehmend attraktiv.

Von Kur-Aufenthalten bis Zahn-OPs

"Der Reisemarkt muss sich auf dieses wachsende Interesse am Medizin-Tourismus einstellen und transparente Angebote für die Verbraucher schaffen", so Helmut Wachowiak. Nach Angaben des Studienleiters sei das ganz im Sinne der deutschen Patienten: "Knapp ein Drittel der Deutschen möchte die Organisation einer solchen Reise über spezialisierte Reiseveranstalter abwickeln." In der aktuellen Befragung wurde erstmals untersucht, wie die Medizin-Touristen eine Behandlung im Ausland organisieren würden und ob bereits eine Auslandsreise mit medizinischem Hintergrund stattgefunden hat. Bislang haben fünf Prozent der Deutschen bereits eine medizinische Behandlung im Ausland durchführen lassen.

Die bevorzugten Destinationen sind im Vergleich zu 2012 unverändert: Westeuropa ist das beliebteste Ziel der potenziellen Medizin-Touristen (37 Prozent), gefolgt von Osteuropa (33 Prozent) und Nordamerika (22 Prozent). Der IUBH Touristik-Radar 2016 zeigt jedoch nicht nur die Reiseziele, sondern auch die Herkunft der potentiellen Medizin-Touristen. Besonders große Zustimmung (62 Prozent) gab es demnach in den nördlichen Bundesländern Bremen, Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern. Die beliebtesten Auslandsbehandlungen sind wie schon 2012 Reha-Maßnahmen und Kur-Aufenthalte (36 Prozent) sowie Zahn- (30 Prozent) und Augenbehandlungen (14 Prozent). 

Quelle: n-tv.de

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