Reise
Besonders beeindruckend sind die Sonnenuntergänge in der Negevwüste.
Besonders beeindruckend sind die Sonnenuntergänge in der Negevwüste.(Foto: Sonja Gurris)
Sonntag, 11. Juni 2017

Outdoorerlebnisse in Israel: Die Negevwüste vereint Action und Idylle

Von Sonja Gurris, Mitzpe Ramon

Die israelische Negevwüste scheint zunächst lebensfeindlich: heiß, trocken und wild. Doch Israel-Urlauber sollten diesen Teil des Landes nicht verpassen, denn vom einsamen Sternegucken bis zur Action-reichen Buggytour bietet die Wüste abenteuerliche Vielfalt.

Sengende Hitze, die Sonne prallt auf den staubigen Weg in der Nähe von Arad nieder. Mit Hut, kleinem Wanderrucksack und großer Trinkflasche im Anschlag tauchen sie aus dem Nichts auf: die einsamen Wanderer, die sich in der Negevwüste bei ziemlich hohen Temperaturen auf eine Tagestour durch die weite, bergige Landschaft zwischen Ein Gedi und Mitzpe Ramon im Süden Israels machen.

Wanderrouten wie hier in der Nähe von Sde Boker bieten gute Hiking- und Trekking-Möglichkeiten.
Wanderrouten wie hier in der Nähe von Sde Boker bieten gute Hiking- und Trekking-Möglichkeiten.(Foto: Sonja Gurris)

"Sind die denn verrückt?", fragt man sich unwillkürlich, wenn man Wandern nur bei mäßigen Temperaturen gewohnt ist. Für viele Einheimische ist das Wandern in der Negev ganz normal, doch für Urlauber etwas gewöhnungsbedürftig. Der Tourguide mahnt streng: "Jeder nimmt zwei Flaschen Wasser mit, bevor es losgeht." Das ist unumgänglich, denn die zum Teil steilen Berge müssen erst einmal überwunden werden - ohne Flüssigkeit wäre das lebensgefährlich. Dann geht es los in die Weite der scheinbar unendlichen Felslandschaften, die so geheimnisvoll wie alt wirken. Auch der Israel National Trail (Wanderweg mit einer Gesamtlänge von mehr als 1000 Kilometern) führt durch diese unwirkliche und zauberhafte Landschaft. Es ist ein echtes Abenteuer.

An einigen Stellen ist die sonst felsige Wüste mit Sanddünen bedeckt.
An einigen Stellen ist die sonst felsige Wüste mit Sanddünen bedeckt.(Foto: Sonja Gurris)

Wandern ist zu langweilig? Es gibt in der Negevwüste noch ein paar mehr Optionen. Neben den historischen Ausgrabungsstätten und Sightseeing-Highlights wie der jüdischen Masada gibt es auch Aktivitäten, die Urlaubern jede Menge Adrenalin bringen.

Rauf aufs Board!

Zum Beispiel das Sandboarding. Dror bietet - scheinbar mitten im Nirgendwo - mit seinem Unternehmen Dror BaMidbar Sandboarding an. Fein aufgereiht stecken die hippen Boards schon im Wüstensand und warten darauf, befahren zu werden. "Es gibt hier vorne die kleine Düne", und zeigt nach links "da vorne ist die große. Die kleine ist für Kinder und Anfänger. Es ist nicht extrem", beruhigt er die Teilnehmer. "Es macht wirklich viel Spaß".

Wissenswertes rund um einen Wüstentrip in die Negev:

Wo kann man übernachten? Ein größerer Ort mit einigen Hotels ist Mitzpe Ramon - hier gibt es von normalen bis Luxus-Unterkünften Übernachungsmöglichkeiten für verschieden große Budgets. Außerdem gibt es in der Umgebung Kibbutz-Unterkünfte beispielsweise das Kibbuz Mashabe Sade Guest House. In Ein Gedi betreibt der Kibbuz Ein Gedi am Toten Meer ein großes Hotel. Auch eine Übernachtung im Beduinencamp in Kfar Hanokdim ist zu empfehlen.

Was kann man noch unternehmen?

Der Makhtesh Ramon ist umgangssprachlich ein Krater, den Negev-Besucher sehen und erleben müssen. Urlauber sollten definitiv auch zum Toten Meer und zur Festung Masada reisen. Außerdem lohnt sich ein Bummel durch den Wüstenort Mitzpe Ramon. Ebenfalls interesant ist ein Abstecher ins Kibbuz Sde Boker und zum Grab von Ben Gurion und seiner Frau.

Wie kommt man in die Wüste? Vom Flughafen Eilat oder Tel Aviv gibt es vor allem gute Busanbindungen in die Wüstengebiete. Außerdem können sich Touristen Mietwagen nehmen und selbst dorthin reisen.

"Es gibt vier Arten, herunterzukommen", erklärt er den staunenden Besuchern. Einer Turnübung gleich geht es ran an die Trockenübung - noch ohne Neigung und Abfahrt. So weit, so gut. Das Sandboard in der Hand geht es die steile, wohlgemerkt kleine, Düne hinauf zum ersten Sandboarding-Versuch in der Negevwüste. Für große Angstanfälle bleibt keine Zeit.

Ruckzuck fasst Dror mit an und positioniert die Teilnehmer am Bord. Etwas unbeholfen und unter einem kleinen Adrenalinstoß geht es dann hinunter. "Jaaaa", tönt es viele Male, ein bisschen Angst und Freudenschrei zugleich - vor allem, wenn es auf die "big dune", die wirklich große Düne geht. Wer hier stehend hinunterfährt, muss schon etwas mehr Mut aufbringen. Doch gerade beim Sonnenuntergang mit dem einzigartigen rot-golden-braunem Licht mitten in der Wüste macht das besonders viel Spaß.

Den Kopf gen Himmel richten

Apropos Sonnenuntergang. Wer es doch etwas ruhiger mag, wartet, bis es dunkel wird. Dann schlägt die Stunde der Sternegucker wie Effie. Zunächst aber hört man den Tourguide und Astro-Kenner nur, denn man kann seine Hand vor Augen in der Dunkelheit der Nacht nicht erkennen. Sowieso zeigt die Wüste ihre Schroffheit. Von 25 Grad aufwärts geht es in der Nacht deutlich abwärts und es fühlt sich mit einem Schlag bitterkalt an. Doch ein Blick in den Himmel zeigt, wofür sich das Ausharren in der nächtlichen Wüste lohnt. 

Unterwegs mit Adrenalin und hoher Geschwindigkeit.
Unterwegs mit Adrenalin und hoher Geschwindigkeit.

Der Sternenhimmel entfacht seine ganze Pracht, allerdings kommt man als Astronomielaie damit nicht weit. "Mitzpe Ramon ist das Zentrum für Sternegucker in Israel, denn es gibt hier kaum Licht und kaum Lichtverschmutzung", erklärt Effie. Dann gleicht das Sternegucken für Einsteiger einem kleinen Ratespiel: "Was seht ihr dort drüben?", fragt er immer wieder. Er ist kaum zu sehen, aber ein großes Teleskop steht bereit, um auch den Astro-Laien einen wirklich guten Eindruck von der Sternenwelt zu geben. "Es ist nicht weit vom Zentrum Israels und die Menschen können hier wirklich die Ruhe genießen, es gibt kaum solche Plätze - du kannst hier laufen und triffst niemanden", zählt er die Vorteile der Negevwüste auf. Und genau so ist es - wenn alle schweigen, legt sich die große Stille über die Wüste.

Komplett tiefenentspannen können Urlauber auch mit Blick auf die krassen Felsformationen. Dieser Anblick holt viele direkt aus dem Alltag hinein in die Natur. Für alle, die das noch weiterspinnen wollen, gibt es Meditations- imd Yogaworkshops - mitten in der Landschaft zum Beispiel im Zman Midbar. Dieses Erlebnis ist allerdings eher etwas für Touristen, die eine esoterische Ader haben.

Mit Karacho durch die Felslandschaft

So wie die einen entspannen wollen, wollen andere den großen Kick erleben. Die kleinen Tom Car Wüsten-Buggys sind dafür ziemlich gut geeignet, denn bei einer Tour mit dem Fuß auf dem Gaspedal geht es mit viel Karacho durch den Staub. Wer das erleben will, muss allerdings Brillen tragen, nicht schön aber praktisch. Aber wer muss auch gut aussehen, wenn man sich mal so richtig austoben will?! In jedem Fall wird man gut durchgeschüttelt.

Ebenfalls gut durchrüttelt, aber mit besserem Sitzkomfort, geht es auf Jeeptour in den Abend. Das rötliche Licht macht die Jeep-Safari zu einem einzigartigen Erlebnis. Die magische Stunde zieht nicht nur Fotografen in ihren Bann, sondern wird bei jedem Wüstenbesucher den Wunsch nach mehr Negev-Abenden wecken.

Dieser Artikel ist im Rahmen einer Pressereise entstanden.

Bilderserie

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen