Reise
Die Plitwitzer Seen locken mit ihren Wasserfällen.
Die Plitwitzer Seen locken mit ihren Wasserfällen.(Foto: Carola Ferstl)

Von Melania Trump bis Karl May: Ein entspannter Roadtrip Richtung Kroatien

Von Carola Ferstl, Plitwitzer Seen

Aus Camping wird Glamping: Immer mehr Urlauber wollen die totale Freiheit, aber trotzdem nicht auf Annehmlichkeiten verzichten. Wie das geht, zeigt ein 2000 Kilometer langer Roadtrip durch das südöstliche Europa mit einzigartigen Erlebnissen.

Die Reise beginnt in einem beschaulichen Ort in der Nähe von Passau. Hier wartet das Wohnmobil, ein sogenannter Kastenwagen. Mit einer Länge von 5,40 Metern ist der BoxStar auch für unerfahrene Camper geeignet und passt perfekt in jede Innenstadt. Im Inneren des Wagens hat ein vollständiges Badezimmer Platz. Nicht unwichtig, wenn man am Abend schick essen gehen will und vorher den Staub vom Wandern loswerden möchte.

In rund vier Stunden ist das erste Etappenziel erreicht: Lubljana, die Hauptstadt Sloweniens. Vom Schlossberg hat man den perfekten Blick auf Berge und Stadt und sieht schon das geschäftige Treiben in den verwinkelten Gassen.

Die slowenische Altstadt eignet sich für einen gemütlichen Stopp auf der Fahrt in Richtung Kroatien.
Die slowenische Altstadt eignet sich für einen gemütlichen Stopp auf der Fahrt in Richtung Kroatien.(Foto: Carola Ferstl)

Restaurants und Bars drängen sich in den wunderschön restaurierten Häusern entlang des Flusses Ljubljanica. Die Altstadt ist Tag und Nacht von quirliger Betriebsamkeit geprägt. Eben eine Universitätsstadt, in der es sich ganz offenbar nicht nur lernen, sondern auch leben lässt. Ein Postkartenmotiv von einer der 13 Brücken über den Fluss ist die pinkfarbene Franziskanerkirche am Preserenplatz.

In  Melania Trumps Heimatland

Hier auf dem Platz ist auch ein französisches Kamerateam unterwegs und befragt Touristen, ob sie wegen Melania Trump nach Slowenien gekommen seien. Richtig, die US-amerikanische First Lady ist hier geboren, etwa eine Autostunde von Lubljana entfernt. Der Tourismus im Land profitiert von seiner bekannten Botschafterin. Um rund acht Prozent stieg die Zahl der Urlauber im vergangenen Jahr.  Mit dem Wohnmobil könnte man einen kurzen Abstecher in Melanias Geburtsstadt machen. Um ein Hotel muss man sich ja vorher nicht kümmern, man hat es quasi dabei. Es gibt aber viel mehr in dem schönen Land zu sehen als Melania-Erinnerungen. Und alle diese Ort sind nicht weit weg.

Aussicht auf Bled.
Aussicht auf Bled.(Foto: Carola Ferstl)

Auch Bled liegt etwa eine Stunde von Lubljana entfernt. Hier thront die Burg über dem See und auf einer Insel bimmelt regelmäßig die Glocke der kleinen Kirche. Besucher werden mit romantischen Holzbooten übergesetzt. All das vor dem Hintergrund des beeindruckenden Bergmassives um den höchsten Berg des Landes, den 2864 Meter hohen Triglav. Nach einem Bad im kühlen See geht es auf die nächste Etappe.

Plitwitzer Seen bezauern

Die 206 Kilometer bis zu den Plitwitzer Seen in Kroatien sind etwas kurvenreich und anstrengend. Die 115 PS des Fiat Ducato, auf dem der Kastenwagen aufgebaut ist, schaffen die Bergstraßen aber spielend. Bereits am Mittag genießt man den ersten Ausblick auf die spektakulären Wasserfälle im Nationalpark. Der Blick in die grünblauen Seen ist magisch. Kein Wunder, dass die Region für die Macher des Films "Der Schatz im Silbersee" nach dem Buch von Karl May der perfekte Drehort war. Unzählige Male lief der Klassiker seitdem im Kino und im Fernsehen und so hat wohl jeder die wildromantische Natur der Plitwitzer Seen schon einmal gesehen. Allerdings kann kein Film das beeindruckende Gefühl einfangen, direkt neben dem fast 100 Meter hohen großen Wasserfall zu stehen und auf kleinen, zerbrechlich wirkenden Holzstegen um die tosenden Wassermassen herumzuspazieren.

Der Nationalpark ist riesig und kaum an einem Tag zu erkunden. Wie gut, wenn an sein Bett direkt dabei hat. Im Tal gibt es zwei gut ausgestattete Campingplätze. Wildcamper sind in Kroatien nicht gern gesehen und fangen sich schnell einen Strafzettel ein. Darum geht es auch am Pausentag auf einen Campingplatz. Wasser und Strom auffüllen, die Chemietoilette entsorgen, alles wird recht schnell zu einer Routine, die kaum zur Last fällt. Zu bequem ist diese Art des Reisens. Zu schön sind die Plätze, an denen man anhalten kann. Die beiden Türen auf der Rückseite des Kastenwagens lassen sich weit öffnen und so wird der Wagen zum Schlafzimmer mit Aussicht - nur einen Steinwurf vom glasklaren Meer oder den imposanten Bergen entfernt.

Etwas weiter nördlich, quasi schon auf dem Rückweg, liegt die Stadt Porec auf der Halbinsel Istrien. Hier ist es warm und trocken, eine Urlauberstadt mit schönen Restaurants und Kneipen in historischen Gemäuern.

Campingplätze für alle Geschmäcker

Wie so häufig in Kroatien gibt es hier auch Campingplätze für Nudisten. FKK ist ganz und gar nicht out. Hier mischen sich Jung und Alt, Kinder und Großeltern, nahtlos braun gebrannt und tiefenentspannt. Wäre nicht am Abend rund 20 Kilometer entfernt ein großes Techno-Open-Air, das seine Bässe bis 6 Uhr morgens über das Meer schickt, die Idylle wäre perfekt.

Aber das Gute am Wohnmobil ist, dass man an keinem Ort bleiben muss und weiterziehen kann, um noch mehr Abenteuer zu erleben. Oder weiter in die Kindheit zu reisen. Denn nach einer fünfstündigen Fahrt steht der Sinn nach Pause. Runter von der Autobahn irgendwo bei Salzburg und hinein ins Salzkammergut. Der Romantik-Campingplatz Lindenstrand am Wolfgangsee macht seinem Namen alle Ehre. Eine türkisblaue Lagune lädt zum Baden ein, Stellplätze in erster Linie direkt am See bieten 5-Sterne-Aussicht zum Low-Budget-Preis.

Und von hier ist es nicht mehr weit zum wohl berühmtesten Hotel der Region, zum Romantik-Hotel Weisses Rössl. Peter Alexander lässt grüßen, der hier vor vielen Jahren das Glück vor der Tür gefunden und sein Herz verloren hat. Im Hotel erinnern dann auch viele Fotos von den Dreharbeiten des Klassikers und an die gute alte Zeit der ersten Farbfilme. Umso besser, dass das Haus den Sprung in die heutige Zeit so gut geschafft hat, mit einem spektakulären Spa auf dem See und einer mit Gault-Millau-Haube ausgezeichneten Küche. 

Auf dem Rückweg nach Passau kann man sich zum Glück die verstopfte Münchner Autobahn schenken und ist in gut zwei Stunden am Ausgangspunkt der Reise in Jandelsbrunn zurück. Die vielen Stunden im Auto sind kaum zu spüren. Denn wo immer man anhält, gibt es eine Pause - ohne Stress, einen Check-in oder Check-out im Hotel zu verpassen.

Sich von einem Ort zum nächsten treiben lassen ist das Geschenk eines Wohnmobil-Urlaubs. Dann öffnet sich eine Wundertüte von Eindrücken und Abenteuern,  die man nur durch diese Art der Entschleunigung erleben kann.

Weitere Informationen zur Autorin finden Sie hier. Die Reise wurde unterstützt von KnaussTabbert

Quelle: n-tv.de

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