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Eurowings will auf der Langstrecke angreifen.
Eurowings will auf der Langstrecke angreifen.(Foto: picture alliance / dpa)

"Zweite Säule im Konzern": Eurowings baut Low-Cost-Langstrecke aus

Von Liv von Boetticher-Germeroth

Lange hatte der Lufthansa-Konzern gezögert, jetzt soll im Billigsegment alles ganz schnell gehen. Helfen sollen dabei neben einem Ausbau der Langstrecken-Billigflüge und auch ein straffes Investitionsprogramm, um die Kapazitäten aufzustocken.

Der Markt der Billigflieger ist hart umkämpft, besonders in Deutschland – und der Lufthansa-Konzern hat sich ein ambitioniertes Ziel gesteckt. Low-Cost-Tochter Eurowings soll europaweit zur Nummer drei im Billigsegment aufsteigen, hinter den Branchenriesen Ryanair und Easyjet. Doch dafür braucht das Unternehmen erstmal Personal: Noch in diesem Jahr sollen etwa 700 neue Mitarbeiter eingestellt werden, vor allem beim Kabinenpersonal und den Piloten. Außerdem sollen bis März nächsten Jahres alle 23 bestehenden, 90 Sitzplätze umfassenden CRJ-900 Jets durch nagelneue Airbus A320 mit je 180 Sitzplätzen ersetzt werden: ein Ausbau der Kapazitäten um 100 Prozent.

Seit einem Jahr fliegt die Billiglinie nun unter dem Dachnamen Eurowings – und bei den Kunden kommt das Konzept gut an: Laut Aussage des für Eurowings verantwortlichen Lufthansa-Vorstands Karl Ulrich Garnadt sind die Flüge gut ausgelastet, besonders auf Langstrecken erreiche die Billigtochter Auslastungsraten von über 90 Prozent. Von solchen Zahlen beflügelt, plant das Unternehmen daher, ab diesem Jahr vermehrt auf weiter entfernte Destinationen zu setzen: Ab Sommer fliegt Eurowings für 144,99 Euro pro Strecke nach Boston und ab September für 269,99 Euro pro Strecke nach Miami. Auch karibische Ziele wie Varadero (Kuba) oder Punta Cana und Puerto Plata in der Dominikanischen Republik stehen auf dem Reiseplan. Ab Mai dieses Jahres fliegt der Low-Cost-Carrier mit Port Louis auf Mauritius auch Ziele im Indischen Ozean an; der asiatische Raum wird mit Bangkok und Phuket bereits angeflogen.

Ausbau auch innerhalb Europas

Auch auf innereuropäischen Strecken plant die Lufthansa-Tochter eine Ausweitung des Streckennetzes: Noch in diesem Jahr kommen unter anderem Edinburgh, Alicante, Brindisi, Rhodos, Antalya, Varna und Gran Canaria als Destinationen neu dazu. Obwohl auch auf europäischen Strecken die Auslastung gut sei, bekommt Eurowings hier vor allem von Ryanair die Konkurrenz zu spüren. Lufthansa-Vorstandsmitglied Garnadt äußerte sich während einer Pressekonferenz auf der Fachmesse ITB in Berlin, dass dies ein Grund dafür sei, dass bei Eurowings an der Preisgestaltung geschraubt wurde: Den Smart-Tarif wird es künftig ab 19 Euro pro Strecke geben, im Basic-Tarif kann man bald das Gepäck etwas günstiger hinzu buchen (für 9 statt bisher 15 Euro).

Eurowings zeigt sich auch offen gegenüber "neuen kreativen Ideen": Über eine "Preissicherungsfunktion" auf der Webseite können sich Kunden gegen einen Aufpreis von etwa zwei Euro für 72 Stunden einen Flugpreis sichern.

Quelle: n-tv.de

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