Samstag, 23. Januar 2010
Neuheiten auf der "boot 2010": Faltboot mit Solarantrieb
Zum Tauchurlaub in den Süden - und die ganze Ausrüstung passt im Flieger ins Handgepäck. Auch der Aktivurlaub lässt sich noch bequemer gestalten.
Boot mit Solarantrieb auf der Wassersportmesse "boot 2010" in Düsseldorf.
Ein Freizeit-Paddler etwa kann sich künftig manche Anstrengung sparen und im Faltboot den mit Sonnenenergie gespeisten Motor anwerfen: 4,5 Kilogramm schwer ist die muskelschonende Ausrüstung, die als Prototyp auf der Messe vorgestellt worden ist. Und sogar ein sperriges Kanu passt in ein Auto oder ins Flugzeug, wenn man es in zwei Teile zerlegen und ineinander schieben kann.
Besucher können Trends ausprobieren
Die weltgrößte Wassersportmesse "boot" präsentiert die ganze Bandbreite der Freizeitbranche am, auf und im Wasser. Besucher können sogar Badehose und Handtuch mitbringen und Trendsportarten wie etwa "Stand-up-Paddling" im Schwimmbecken ausprobieren: Dabei steht man auf einem wackeligen Brett und bewegt sich mit einem langen Paddel vorwärts. "Es ist wie Nordic Walking auf dem Wasser", meint der Münchner Stand-up-Paddler Andy Mencke. Und falls experimentierfreundige Gäste bei ihren Versuchen doch ins Becken plumpsen - das Nass ist wohlige 27 Grad warm.
Kleine und preiswerte Schiffe sind auf der "boot" im Kommen: So bietet etwa ein Unternehmen aus Greifswald eine "Einsteigerkieljacht" an. Das 5,50 Meter lange Boot soll im segelfähigen Zustand unter 10 000 Euro kosten. "Wir wollen neue Kunden werben für den Segelsport", sagt unumwunden Jan Spengler, der Koordinator des Projekts, über die "Jacht für Jedermann". Gebaut wird die "Varianta" in Meschede im Sauerland. Auch andere Anbieter denken wieder im kleineren Maßstab.
Der Nachwuchs fehlt
Denn die Bootsbranche befindet sich im Umbruch, betont der Präsident des Bundesverbandes Wassersportwirtschaft, Robert Marx: Hatten in den 1990er Jahren noch 2,5 Prozent eines Altersjahrgangs ein eigenes Boot, so sind es inzwischen nur noch zwischen 1 und 1,5 Prozent. Der Nachwuchs fehlt. Und Neueinsteiger benötigen kleine Boote für Fahrten auf Flüssen, Kanälen und Seen.
Die Messe endet am 31. Januar.
(Foto: dpa)
Natürlich haben auf der "boot" auch die Luxusschiffe ihren Platz. 37 Meter lang ist die größte Jacht, die aufgebockt in Halle 6 steht. Die Motorjacht mit üppig ausgestatteten Kabinen, blitzenden Bädern und riesigem Wohnzimmer wurde für einen Griechen gebaut. Kostenpunkt: 12,3 Millionen Euro. Im Anschluss an die Messe wird die nagelneue Jacht per Huckepack via Rhein und Rotterdam nach Griechenland gebracht.
Wimpel und Taue, Schiffszubehör, Surfbretter, Seekarten und Angelruten - die "boot" zeigt die Vielfalt des Wassersports. 2009 kamen fast 240.000 Besucher zu der neun Tage dauernden Messe, in diesem Jahr sollen es ähnlich viele sein. Auf knapp 90.000 Quadratmetern breiten sich 1568 Aussteller aus - beide Zahlen sind etwas niedriger als im Vorjahr.
Ulrike Hofsähs, dpa
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