Reise
Wolken über dem fürstlichen Palast in Monaco.
Wolken über dem fürstlichen Palast in Monaco.(Foto: dpa)

Glamour, Öko oder Steueroase?: Fürstentum Monaco wandelt sich

Die Hochzeit von Fürst Albert II. und Charlene rückt Monaco wieder ins Licht der Öffentlichkeit. Der Fürst bemüht sich seit Jahren, den reichen Zwergenstaat vom Image der Steueroase zu befreien.

Einen sonnigen Flecken für windige Gestalten nannte der Schriftsteller William S. Maugham das Fürstentum Monaco einmal. Erst zog der Ort mit seinem legendären Casino die Spieler an, später die Steuerflüchtigen. Heute mischen sich in Monaco Glamour und Öko: Fürst Albert II. hat in den letzten Jahren eine Menge dafür getan, seinem Kleinststaat ein freundlicheres Image zu verpassen.

Teleskop-Blick auf die Stadt.
Teleskop-Blick auf die Stadt.(Foto: AP)

Monaco liegt an der Côte d'Azur, aber ein charmanter, verschlafener Küstenort ist es nicht. Im Gegenteil, Monaco ist mit seinen etwa 33.000 Einwohnern das am dichtesten besiedelte Land der Welt. Weil der Platz so gering ist, gibt es viele Hochhäuser. Die Quadratmeterpreise sind selbst für die hässlichsten Wohnungen absurd hoch. Meerblick haben nur die allerwenigsten.

Jachten und Rennschlitten

Im Hafen liegen unzählige Jachten, auf den Straßen sind deutlich mehr Rennschlitten unterwegs als anderswo. Fahrspaß haben deren Besitzer aber am ehesten außerhalb der Landesgrenzen, denn auf Monacos Straßen ist oft Stau angesagt. Das liegt auch daran, dass etwa 30.000 Menschen während der Woche täglich aus Frankreich oder Italien nach Monte Carlo pendeln. Nur etwa ein Fünftel der Einwohner sind gebürtige Monegassen, die übrigen haben eine befristete Aufenthaltserlaubnis.

Hochzeitsdekoration in einem Restaurant in Monaco.
Hochzeitsdekoration in einem Restaurant in Monaco.(Foto: AP)

Paradiesisch ist Monaco immer noch für viele in steuerlicher Hinsicht: Es verzichtet darauf, Einkommens- und Vermögenssteuern zu erheben. Der Staatshaushalt von einer knappen Milliarde Euro speist sich zu mehr als zwei Dritteln aus den Einnahmen der Mehrwertsteuer.

Albert hat sich allerdings ernsthaft bemüht, Monaco vom Image einer verruchten Steueroase zu befreien. Die OECD strich das Land 2009 von ihrer berüchtigten schwarzen Liste. Außerdem will Albert Monaco zum Vorreiter in Sachen Umweltschutz machen. So hat er etwa der Regierung den Einsatz von Hybrid- und Elektroautos vorgeschrieben.

Touristen besuchen in Monaco in erster Linie den Place du Casino, wo sich das berühmte Spielcasino und die Oper befinden. Einer der hübschesten Orte in Monaco ist das Ozeanographische Museum, das auf einem Felsvorsprung im Mittelmeer gebaut und von einer Parkanlage umgeben ist.

Bilderserie

Quelle: n-tv.de