Brutzeln wie die WeltmeisterGrill-Ratgeber
Wer auch beim Barbecue auf Qualität und Langlebigkeit achtet, sollte nicht den billigsten Grill kaufen. Vernünftige Modelle bekommt man schon ab 20 Euro.
Ein Einwegmodell gibt es ab 2,60 Euro. Für dauerhafte Grill-Freude müssen 20 Euro investiert werden. Und wer seinen Gästen mit einem chinesischen Design-Räuchertopf imponieren will, kann mehr als 1.000 Euro ausgeben.
Für des Deutschen liebste Sommerbeschäftigung gibt es eine schier unbegrenzte Modell-Vielfalt. Neben dem Preis ist beim Kauf vor allem der Brennstoff entscheidend. Romantiker schwören auf Holzkohle und offenes Feuer, Pragmatiker auf Gas- oder Elektrogrills. "Das ist eine reine Gefühlsfrage", sagt Lothar Beckmann von der Stiftung Warentest in Berlin. Dabei liegen die Vorteile der "unromantischen" Methode auf der Hand: "Während die Holzkohleglut relativ schnell zu Ende ist und neu angeschürt werden muss, kann man mit Gaskartuschen viel länger grillen", sagt Beckmann, dessen Organisation 500 Grills verschiedener Bauarten getestet hat.
Ein weiterer Vorteil von Gas- wie Elektrogrills ist das schnelle Erreichen der Grill-Temperatur. Nach 5 bis 15 Minuten sind sie heiß, bei einem Holzkohlegrill dauert es bis zu 55 Minuten. Allerdings sind viele Gasgrills relativ schwer - nur Modelle mit kleinen Kartuschen taugen für den Park. Und Elektrogrills setzen eine Steckdose voraus.
Bei der Bauweise gilt jeweils: Drei Beine sind stabiler als vier. Ist die Arbeitsfläche nicht zu niedrig, wird der Rücken geschont. In Punkto Sicherheit, Montage, Aufheizzeit, Wärmeregulierung und Grilldauer schnitt ein Kugelgrill der der Firma Weber aus Ingelheim (Rheinland-Pfalz) bei den Warentestern am besten ab.
"Die Luft kommt von oben und unten in den Kessel, und sie kann durch den Deckel und einen Schieber reguliert werden", erläutert Weber-Mitarbeiterin Angelica Blies die Funktionsweise des Modells. "Durch den unteren Schieber lässt sich gleichzeitig mit einem Griff die heiße Asche aus dem Kessel in eine Auffangschale entleeren."
Ein solcher Grill ist gerade für Empfindliches wie Fisch geeignet, denn die Kohlen können auch am Rand der runden Fläche aufgeschichtet werden. Auf diese "indirekte Grillweise" schwört Ingrid Bader von der in Frankfurt/Main erscheinenden Zeitschrift "Öko Test". "Wenn Fett direkt vom Grillrost in die Glut tropft, entstehen giftige und Krebs erregende Substanzen." Bader rät daher, das Fett mit einer Auffangschale oder Alufolie vom Feuer fernzuhalten.
Eine andere Form des indirekten Grillens ermöglicht das Modell "BBQNordic Carl Jan" der Firma BBQ-Boss aus Hamburg: Kohle und Grillgut sind nebeneinander angeordnet, erklärt Mitarbeiter Sönke Johannsen. "Die Kohle wird in einem Gitterkorb in der Mitte gestapelt, das Grillgut wird zwischen zwei Körben eingeklemmt."
"Cowboy-Grillen" über offenem Feuer scheint also zunehmend out zu sein. Sogar der amtierende deutsche Grillmeister Joachim Fuchs aus Erfurt bevorzugt die "indirekte" Glut. Für Gasgriller hat er einen Tipp, wie sie Lagerfeuer-Feeling herbei zaubern: "Einfach ein paar Räucherspäne aus der Fleischerei in die Gasflamme halten und dazu einen Tropfen Whisky schütten, dann hat man fast das echte Aroma."