Reise
Die meisten Touristen zieht es in Neuruppin gleich an die Promenade - von hier aus starten die Fahrgastschiffe, aber auch Schwäne, Möwen und Haubentaucher lassen sich am Ufer des Ruppiner Sees beobachten.
Die meisten Touristen zieht es in Neuruppin gleich an die Promenade - von hier aus starten die Fahrgastschiffe, aber auch Schwäne, Möwen und Haubentaucher lassen sich am Ufer des Ruppiner Sees beobachten.(Foto: picture alliance / dpa-tmn)

Der See ist das Ziel : In Neuruppin ist das Ufer nah

Neuruppin hat eine Menge zu bieten: große Plätze, große Kirchen, breite Straßen, ein Denkmal für Karl Friedrich Schinkel und die Apotheke, in der Theodor Fontane geboren wurde. Viele Besucher zieht es aber gleich an die Promenade am Ruppiner See.

Der See ist das Ziel. Er ist das erste, was viele Besucher Neuruppins sehen wollen. Der Wind kräuselt die Wellen, ein Segelboot gleitet am Horizont über die Wasseroberfläche. Schwalben segeln die Uferlinie entlang. Vier weiße Schwäne schwimmen ein Stück weiter über den Ruppiner See. All das lässt sich bequem vom Ufer aus beobachten.

Eine Fahrt auf dem Ruppiner See lassen sich die wenigsten Touristen entgehen. Die Fahrgastschiffe schippern gemütlich über den 14 Kilometer langen und bis zu 26 Meter tiefen Binnensee.
Eine Fahrt auf dem Ruppiner See lassen sich die wenigsten Touristen entgehen. Die Fahrgastschiffe schippern gemütlich über den 14 Kilometer langen und bis zu 26 Meter tiefen Binnensee.(Foto: picture alliance / dpa-tmn)

Auch das macht Neuruppin besonders. Die Kleinstadt im Norden Brandenburgs ist eher verschlafen als aufregend. Die breiten Straßen stammen noch aus der Zeit, als es keine Autos gab. Neuruppin war lange eine Garnisonsstadt, in der Regimenter marschierten, Pferde trabten und die Bessergestellten mit der Kutsche fuhren.

Das hat auch das Stadtbild geprägt, und das kann sich durchaus sehen lassen: Enge ist in Neuruppin ein Fremdwort. Nach dem verheerenden Brand im August 1787 wurde die Stadt nach Entwürfen wieder aufgebaut, die mehr Licht und Luft als Leitwort hatten und sich den Ideen der Aufklärung verpflichtet fühlten: Hygiene, Feuersicherheit und genügend Platz für öffentliches Leben.

Fontane wars zu groß

Fontane kam 1819 in Neuruppin zur Welt - sein Vater Louis Henry war Apotheker. Das Geburtshaus, die "Löwen-Apotheke" in der Karl-Marx-Straße 84, gibt es noch heute.
Fontane kam 1819 in Neuruppin zur Welt - sein Vater Louis Henry war Apotheker. Das Geburtshaus, die "Löwen-Apotheke" in der Karl-Marx-Straße 84, gibt es noch heute.

Die Stadt wuchs Ende des 18. Jahrhunderts um ein Drittel, die Bürgerhauser waren nun aus Stein, nicht mehr aus Fachwerk, die Straßen wurden verbreitert und begradigt und gleich drei riesige Plätze neu angelegt - die zu den größten Europas gehörten. Theodor Fontane, in Neuruppin geboren, hat das nicht so recht gefallen: Der Stadtkörper wirke wie ein zu groß geratener Anzug, in den der Träger wohl nie hineinwachsen werde, notierte der Schriftsteller kritisch. Dabei sind gar nicht alle ambitionierten Pläne umgesetzt worden.

Die Pfarrkirche in Neuruppin wurde von 1801 bis 1806 in klassizistischem Stil erbaut - eigentlich sollte die Kuppel noch viel größer werden.
Die Pfarrkirche in Neuruppin wurde von 1801 bis 1806 in klassizistischem Stil erbaut - eigentlich sollte die Kuppel noch viel größer werden.(Foto: picture alliance / dpa-tmn)

Die Pfarrkirche etwa, von 1801 bis 1806 im klassizistischen Stil erbaut, sollte eigentlich eine viel größere Kuppel bekommen. Aber daraus wurde nichts. Die Kirche hielt Karl Friedrich Schinkel für misslungen, der zweite berühmte Sohn der Stadt. Er war Preußens wichtigster Architekt, der das Schauspielhaus am Berliner Gendarmenmarkt entworfen hat oder die Nikolaikirche in Potsdam und Dutzende weitere klassizistische Gebäude. Sein Denkmal steht direkt hinter der Pfarrkirche.

Das Museum Neuruppin: Teile der Ausstellung widmen sich  Fontane und Schinkel.
Das Museum Neuruppin: Teile der Ausstellung widmen sich Fontane und Schinkel.(Foto: picture alliance / dpa-tmn)

Das Museum Neuruppin in der August-Bebel-Straße beherbergt eine bunte Sammlung - Teile der Ausstellung widmen sich den beiden berühmten Söhnen der Stadt, Theodor Fontane und Karl Friedrich Schinkel. Porträts zeigen den genialen Baumeister Schinkel und seine Lieben, kurze Texte informieren über seine Bauten oder seine Reisen nach Prag, Florenz oder Venedig.

Das Denkmal am Fontaneplatz zeigt den Autor und Wanderer durch die Mark Brandenburg in lässiger Pose.
Das Denkmal am Fontaneplatz zeigt den Autor und Wanderer durch die Mark Brandenburg in lässiger Pose.(Foto: picture alliance / dpa-tmn)

Das "Fontane-Zimmer" bietet noch mehr Möglichkeiten zum Einlesen - nicht zuletzt in Texte des Romanciers, der mit Werken wie "Effi Briest" oder dem "Stechlin" zu den wichtigsten Autoren im späten 19. Jahrhundert zählte. In der "Fontanestadt" ist der Autor an vielen Stellen präsent: Am Fontaneplatz sitzt er als Denkmal in entspannter Pose mit Hut, Stock und beachtlichem Schnurrbart.

Tempelgarten für Friedrich den Großen

Wer selbst entspannt auf der Bank sitzen möchte, kann das zum Beispiel im Tempelgarten, der zu Neuruppins grünsten Ecken zählt: In der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts wurde er für Friedrich den Großen angelegt, der zu seiner Zeit als Kronprinz in Neuruppin lebte.

Der Tempelgarten wurde in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts für Friedrich den Großen angelegt, der in seiner Zeit als Kronprinz in Neuruppin lebte.
Der Tempelgarten wurde in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts für Friedrich den Großen angelegt, der in seiner Zeit als Kronprinz in Neuruppin lebte.(Foto: picture alliance / dpa-tmn)

"Kronprinz Friedrich" ist auch der Name eines der Fahrgastschiffe, die über den 14 Kilometer langen Ruppiner See schippern. Und so eine Fahrt lassen sich die wenigsten Besucher entgehen. Das Schiff liegt ruhig auf dem Wasser und fährt so langsam, dass die Passagiere fast automatisch entschleunigen.

Informationen:

Tourismus-Service, Karl-Marx-Straße 1, 16816 Neuruppin, Telefon: 03391/454 60, E-Mail: -Mail: info@tourismus-neuruppin.de. Das Museum Neuruppin hat bis Ende Oktober von Dienstag bis Sonntag, 10.00 bis 17.00 Uhr geöffnet.

Quelle: n-tv.de