Reise

Gute Laune und clever gepackte Koffer : Kleiner "Kreuzfahrt-Knigge"

Welche Kleidung sollte man einpacken? Wie verhält man sich zu den Tischnachbarn? Und wie ist es mit dem Trinkgeld für das Personal? Einige Tipps für Kreuzfahrten.

(Foto: picture-alliance/ dpa)

Wer eine Kreuzfahrt macht, reist mit großem Gepäck, falls die Adresse für 6, 12 oder gar 21 Tage "Luxusliner" heißt. An Bord eines Traumschiffes, ob bei einer Atlantiküberquerung oder beim Schippern in warmen Gewässern: Man könnte meinen, dass die zweite Hauptbeschäftigung neben dem Speisen in ständigem Umkleiden besteht. Darum sollten auch Männer nicht zögern und viele ihrer "guten" Sachen einpacken.

Korrekte Kleidung

Schon zum Frühstück wird korrekte sportliche Kleidung erwartet, etwa ein feines T-Shirt ohne Werbeaufdruck, Bluse, Hemd, Stoffhose, gute Pullover, falls Jeans, dann edel. Also keine kurzen Hosen oder etwa gar Badebekleidung.

Im Whirlpool ist Badekleidung natürlich angebracht, aber nicht in den Restaurants.
Im Whirlpool ist Badekleidung natürlich angebracht, aber nicht in den Restaurants.(Foto: picture-alliance/ dpa)

In den exklusiven Restaurants, zum Kapitäns-Dinner und für die verschiedenen Gala-Veranstaltungen ist Abendgarderobe erforderlich, die man sich auch an Bord gegen Entgelt leihen kann. Wer hat, nimmt seinen Smoking oder alternativ einen dunklen Anzug mit. Für die Dame: Abendkleid/er, kleines Schwarzes, Cocktailkleid/er oder ein eleganter Hosenanzug, komplettiert mit schönem Schmuck sowie ausgefallenen Accessoires. Jackett und Krawatte werden benötigt, Regenjacke, feste Schuhe und natürlich Sportkleidung ebenso.

Keine Gängelei

Generell ist auf Kreuzfahrten die Kleiderempfehlung an See-Tagen formell bis informell und an Tagen, an denen das Schiff im Hafen liegt, informell bzw. leger. Man kann jedoch eigentlich nichts falsch machen, denn die Garderobenvorschläge stehen immer im Tagesprogramm der Schiffe und sind während des ganzen Abends ab 18.00 Uhr gültig. Und wem die Hübschmacherei hin und wieder zu anstrengend ist, kann auch einmal in das einfache Bord-Restaurant ausweichen. "Freestyle Cruising" heißen neue und erfolgreiche Konzepte einiger Reedereien: Kein Gängeln der Passagiere bei Kleider- und Tischordnung sowie bei der Nahrungsaufnahme.

Mal das Restaurant oder den Sitzplatz wechseln sollte möglich sein.
Mal das Restaurant oder den Sitzplatz wechseln sollte möglich sein.(Foto: REUTERS)

Mindestens sechs Mahlzeiten – oft auch mehr – können täglich an Bord eingenommen werden. Da stellt sich die Frage, ob man die Hauptmahlzeiten stets mit den gleichen Personen am zugewiesenen Tisch einnehmen muss. Normalerweise ist mit der Wahl der Kabine auch automatisch eine Tischreservierung in einem der Restaurants verbunden. Sitzplatzwünsche werden nach Möglichkeit berücksichtigt. Natürlich kann man sich untereinander am Tisch absprechen, um auch einmal einen anderen Blickwinkel zu haben.

Speiseunverträglichkeiten und spezielle Vorlieben sollten bereits bei der Buchung angegeben werden.

Bekanntschaften machen

Wenn man sich nicht unterhalten möchte, kann man sich natürlich auch zurückziehen - aufs Sonnendeck ...
Wenn man sich nicht unterhalten möchte, kann man sich natürlich auch zurückziehen - aufs Sonnendeck ...(Foto: REUTERS)

Macht man sich bekannt mit den Tischnachbarn? Ja, das ist selbstverständlich – man möchte ja nicht für etliche Tage anonym miteinander sprechen. Ohne gepflegten Smalltalk geht es nicht. Da alle Gäste annähernd die gleichen Erfahrungen machen und ähnliche Eindrücke sammeln, bieten sich folgende Themen an: das Schiff, das Wetter, das Programm an Bord, die sportlichen Aktivitäten, Land und Leute.

Natürlich wird man auch Privates erzählen, manchen Menschen mehr, anderen weniger.

... oder in eine Leseecke.
... oder in eine Leseecke.(Foto: REUTERS)

Englischkenntnisse sind von Vorteil, da die Gäste z. B. bei Transatlantikfahrten zu 60 Prozent US-Amerikaner sind. Amerikaner sind sehr harmoniebedürftig. Bei Konflikten und Kritik ist Zurückhaltung angesagt. Schlechte Laune sollte man zuhause lassen, Meckerei und Rechthaberei kommt gar nicht gut an. Deutsche Besserwisserei wirkt erst recht arrogant. Zauberworte im Umgang mit Amerikanern sind: "Please" und "Thank you" sowie "Sorry" und "Excuse me"! Vieles ist "Great".

Rauchen bei Tisch ist nicht gestattet - in allen öffentlichen Bereichen wird nicht geraucht. Es gibt ausgewiesene Bereiche für Raucher, ebenso wie es auch eine Lounge für Raucher von Pfeifen und Zigarren gibt.

Thema Trinkgeld

Trinkgeld kann man mit der Bordrechung zusammen begleichen - oder es persönlich übergeben.
Trinkgeld kann man mit der Bordrechung zusammen begleichen - oder es persönlich übergeben.(Foto: picture-alliance / dpa)

Auch Trinkgelder sind auch auf dem Schiff ein Thema. Auf den meisten Luxuslinern schließen die Reisepreise keine Trinkgelder ein. Für die Trinkgeldgabe der Kabinen- und Restaurant-Stewards wird das Bordkonto belastet – ungefähr mit Tagessätzen zwischen 9 und 13 Euro. Ein wenig verwirrend ist, dass auch noch Trinkgelder auf den Rechnungen z. B. im Spezialitätenrestaurant stehen und erwartet werden. Grundsätzlich sind Trinkgelder eine freiwillige Leistung, und wer mit dem Service nicht zufrieden war, kann sie vor Ende der Reise entsprechend kürzen oder ganz streichen lassen. Falls Trinkgelder direkt übergeben werden möchten, lässt man einen angemessenen Betrag im Briefumschlag in der Kabine liegen oder übergibt ihn direkt.

Technikverliebte Allesfilmer können für Mitreisende lästig werden. Stilvolle Menschen vergewissern sich, bevor sie fremde Personen ablichten oder das ganze Menü beim Kapitäns-Dinner filmen.

Bilderserie

Und am Ende der Zeit auf See - Visitenkarten und Telefonnummern austauschen? Sich gleich gegenseitig einladen? Manche Urlaubsbekanntschaft hält, die meisten nicht. Wer keine weiteren Kontakte möchte, bleibt vage und ist damit nicht unhöflich.

Quelle: n-tv.de

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