Donnerstag, 28. Dezember 2006
Gravierende Verletzungen: Kunstschnee-Pisten gefährlicher
Auf abgefahrenen, harten Kunstschnee-Pisten besteht nach Expertenmeinung eine höhere Verletzungsgefahr für Ski- und Snowboardfahrer. "Wir haben erste gravierende Schulter- und Kopfverletzungen in dieser Saison versorgen müssen", sagte der Allgäuer Sportmediziner Claus Huyer aus Marktoberdorf. Auf Kunstschnee verkanteten die Ski stärker, Skifahrer bräuchten vor allem am Nachmittag auf den schwierigeren Pisten eine bessere Kondition bei höherer Fahrtechnik. "Auf jeden Fall sollten neben den Kindern auch Erwachsene Helme tragen", sagte Huyer.
Kunstschnee-Pisten stellten auch für gute Skifahrer eine Herausforderung dar. "Die sollten sich einen Tag lang einen Skilehrer nehmen, der ihnen zeigt, wie man sich auf Kunstschnee richtig verhält", empfahl Huyer. Ski- und Snowboardfahrer sollten auf jeden Fall das Tempo verringern und zurückhalten fahren, nicht in unübersichtliche Stellen hineinspringen und gut ausgerüstet sein.
Verletzungsgefahr auf dem eiskörnigen Kunstschnee bestehe vor allem für Schulter- und Beckenpartien sowie Oberschenkel. Hinzu kommt nach Angaben von Huyer, dass auf den meist schmalen Pisten viele Menschen auf engem Raum unterwegs sind, Anfänger die Pisten queren und unmittelbar neben den beschneiten Hängen Sturzgefahr auf Steine besteht. Bei derartigen Stürzen drohten Knochenbrüche, da die Fahrgeschwindigkeit abrupt gebremst werde.
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