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Verleih-Räder stehen oftmals in der Nähe von Bahnhöfen.
Verleih-Räder stehen oftmals in der Nähe von Bahnhöfen.(Foto: picture alliance / dpa)

Anmelden, ausleihen, losfahren: Leih-Räder für spontane Ausflüge

Von Sonja Gurris

In vielen Großstädten sind sie beliebt: Fahrräder zum Selbst-Ausleihen. Wer keinen eigenen Drahtesel besitzt oder eine fremde Stadt mal anders erkunden will, für den sind Leih-Räder eine Option. Wie das genau funktioniert? Ein Überblick.

Wer oft in Berlin, Hamburg oder München unterwegs ist, ist den Fahrrad-Ausleihsystemen sicher schon einmal begegnet. Vor allem die Firma "Call a Bike" ist in vielen Teilen des Landes vertreten. Hinter dem Anbieter steht die Deutsche Bahn. Der Mietradservice wird in 50 Städten angeboten. Der zweite große Verleiher ist "Nextbike". Neben diesen Anbietern gibt es auch zahlreiche kleinere Unternehmen, die lokale oder regionale Ausleihsysteme anbieten. Doch wie funktioniert das eigentlich?

Die Deutsche Bahn wirbt bei "Call a Bike" damit, dass nur ein Handy benötigt werde, um ein Fahrrad selbstständig an einer Station zu mieten. Doch zuvor muss sich der Nutzer online, via App oder Terminal registrieren: Im Basis-Tarif zahlen Fahrradfahrer eine Nutzungsgebühr von 3 Euro pro Jahr sowie für jede angefangene halbe Stunde 1 Euro Ausleihgebür. Sind Sie einmal länger unterwegs, wird Ihnen für die Mietdauer maximal der Tagespreis berechnet. Bei dem System der Deutschen Bahn beträgt die Gebühr für eine 24 Stunden-Ausleihe 15 Euro. Via Smartphone kann die Ausleihe aktiviert werden, die Rückgabe geschieht über eine DB "Call a Bike"- Station.

Via App das Rad ausleihen

Bei "Nextbike", der Konkurrenz, funktioniert das Prozedere ähnlich: Auch hier muss zuerst eine Registrierung her, danach gibt es die Aktivierung per App oder Hotline-Anruf, dann muss man sich das Rad nur noch schnappen und losradeln. Eine 30-Minuten-Fahrt kostet 1 Euro, 24 Stunden maximal 9 Euro. "Nextbike" gibt es in 80 Städten – mit Standorten in Deutschland und auch im europäischen Ausland wie Österreich und der Schweiz. Neben den bereits vorgestellten Anbietern gibt es regionale und lokale Ausleihsysteme. ÖPNV-Verbände wie die Kölner Verkehrsbetriebe KVB bieten beispielsweise eigene Räder an - die KVB betreibt in Köln rund 900 Räder.

Ausleihstation in München.
Ausleihstation in München.(Foto: imago stock&people)

Wer auf diese Systeme setzt, braucht keinen stationären, ortsansässigen Fahrradverleih ausfindig zu machen. Man muss lediglich Ausschau nach Fahrradstationen halten. Der Vorteil: Die Standorte kann man online recherchieren. Doch wer den Service der Leihfahrräder nutzen möchte, sollte einiges beachten. Falls Sie mit dem Zug in einer Stadt ankommen und ein Leih-Rad nutzen wollen, sollten Sie herausfinden, ob es eine Verleihstation in Bahnhofsnähe gibt. Das geht am besten mit dem Smartphone.

Vorher Konditionen überprüfen

Darüber hinaus sollten Sie sichergehen, dass Sie auch die Zahlungs-Konditionen erfüllen können, denn einige Systeme funktionieren nur mit Kreditkarte. Außerdem sollten Sie sich vorab Gedanken machen, wie lange Sie das Rad nutzen und überlegen, ob sich die Fahrradausleihe überhaupt lohnt. Ein ADAC-Test hat 2015 die Rad-Ausleihsysteme getestet. "Call a Bike" war der Testsieger. Insgesamt waren die getesteten Leihfahrräder von 15 verschiedenen Anbietern technisch in Ordnung. Allerdings könnten laut Experten die Stationen noch besser mit dem ÖPNV verknüpft werden.

Ein Vorteil der Räder: Bei einem Städtetrip kann man neue Orte bequem mit dem Fahrrad erkunden - und bekommt einen ganz anderen Blick auf Sehenswürdigkeiten. Dem Radfahrer erschließen sich neue Wege. Neben der sportlichen Aktivität ist auch der Umweltschutz-Gedanke ein klares Plus von Fahrradverleih-Systemen.

Quelle: n-tv.de

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