Reise
Die Hotels in Marrakesch sind ein Mix aus Moderne und Orient.
Die Hotels in Marrakesch sind ein Mix aus Moderne und Orient.(Foto: imago/photothek)
Dienstag, 10. Oktober 2017

Von Marrakesch bis Agadir: Marokko ist ein ideales Winterziel

Ob das exotische und betriebsame Marrakesch mit seinen Souks und verwinkelten Gassen oder die traumhaften Buchten um Agadir: Marokko bietet einen perfekten Mix aus Städte- und Badeurlaub und eignet sich ideal für eine Flucht aus der Kälte.

Bunte Farben, orientalische Gerüche, freundliche Menschen - die arabische Kultur in Marokko vermittelt eine fast magische Atmosphäre. Ob die pulsierende Königsstadt Marrakesch am Fuße des Atlasgebirges oder Marokkos "Badewanne" Agadir - das Königreich im Nordwesten Afrikas, nur durch die Straße von Gibraltar vom europäischen Kontinent getrennt, ist eine Trenddestination des kommenden Winters.

Jeder Marokko-Besucher sollte die wunderschönen Kacheln anschauen.
Jeder Marokko-Besucher sollte die wunderschönen Kacheln anschauen.(Foto: imago/robertharding)

Marrakesch lebt von einem Mythos: märchenhaft schön, geheimnisvoll, faszinierend. Gegründet in der zweiten Hälfte des 11. Jahrhunderts, wurde die "Rote Stadt" bald zum kulturellen und spirituellen Zentrum Nordafrikas. Philosophie, Kunst und Architektur florierten. Baumeister und Kunsthandwerker aus Andalusien und der arabischen Welt bauten Moscheen, Islamschulen und Paläste, Gärtner und Ingenieure legten raffinierte Bewässerungssysteme an, pflanzten Parks und Gärten, machten aus der Stadt zwischen Wüste und Hohem Atlas eine bis heute blühende Oase.

Klassisches Sightseeing ist in Marrakesch Pflicht - empfehlenswert sind:

  1. Die 5 der ursprünglich 15 Stadttore
  2. Der von alewitischen Sultanen erbaute Bahia-Palast mit seinen prunkvollen Gärten
  3. Die 1158 von Sultan Abel Mouman erbaute Koutoubia-Moschee
  4. Für Kunstliebhaber die Khalid Art Gallery und die Kunstgalerie Dar el Bacha
  5. Medersa Ben Youssef, eine mit wundervollen Stuckarbeiten und Ornamenten ausgestaltete Koranschule

Die Agdal- und die Menara-Gärten gehören seit 1985 wie die Altstadt von Marrakesch zum Unesco-Weltkulturerbe, womit wir in unmittelbarer Nähe des Marktplatzes Djemaa el Fna wären, ohne dessen Besuch man Marrakesch nicht erlebt hat. Schlangenbeschwörer, Gaukler und Henna-Künstler geben Marrakeschs Mittelpunkt abends ein jahrmarktähnliches Flair. Die warme Luft ist erfüllt von exotisch-würzigen Duftschwaden der unzähligen Essensstände, die Atmosphäre wirkt auf den staunenden Besucher wie ein faszinierender, fast unwirklicher orientalischer Zauber. An der Nordseite des Platzes geht es in verwinkelten Gassen ähnlich spektakulär zu.

In den Souks feilschen und staunen

In den traditionellen Märkten, den Souks, bieten die Händler gestenreich und lautstark Gewürze, Silberschmuck, Eisen-, Töpfer- und Lederwaren an. Feilschen muss man hier schon allein deshalb, weil es die Händler erwarten - und weil es Spaß macht. Man kauft, auch wenn man gar nichts braucht und ein Paar Babouches, die bunten, spitz zulaufenden Lederschlappen, sind immer ein guter Souvenirtipp. Und dann nichts wie in die Neustadt von Marrakesch, dem Kontrastprogramm zur historischen Medina. Im Modeviertel Guéliz dominieren die Boutiquen von jungen marokkanischen Designern und moderne Kunstgalerien.

Markt Djemaa el Fna: Bei Nacht erwacht das Leben erst so richtig.
Markt Djemaa el Fna: Bei Nacht erwacht das Leben erst so richtig.(Foto: imago/Westend61)

Einer der ruhigsten und faszinierendsten Orte der Stadt ist der Jardin Majorelle, der 1923 vom französischen Maler Jacques Majorelle angelegt wurde. Mehr als 300 verschiedene Pflanzenarten stehen dort, darunter viele Kakteensorten. Für Majorelles Landsmann, den Modedesigner Yves Saint Laurent, der ihn 1980 erwarb, wurde der Garten ein Ort der Inspiration für seine Kollektionen. Als er 2008 starb, wurde seine Asche im Rosengarten verstreut. Dazu wurde dem Modekönig mit dem Musée Yves Saint Laurent gleich neben dem Jardin Majorelle ein Denkmal gesetzt.

Im botanischen Paradies von André Heller

Nur 25 Kilometer außerhalb von Marrakesch ist ein weiteres blühendes Paradies entstanden, der erst seit April 2016 zu bestaunen und für viele Besucher einer der schönsten und faszinierendsten Gärten der Welt ist: Anima hat ihn sein Schöpfer André Heller getauft - Seele. Und "Le Retour du Paradis" versprochen, die Rückkehr des Paradieses. Es ist eine botanische Inszenierung voller Poesie, wie man sie von André Heller kennt, der sich auf drei Hektar Land einen Traum erfüllt hat - für sich und für andere. Entstanden auf einem kargen Stück Land mit der überdüngten Erde einer ehemaligen Rosenfarm nahe des Dorfes Douar Sbiti.

"Da war nichts, keine Pflanze, nicht einmal ein Grashalm. Nur rote Erde", erinnert sich der Künstler. Heller machte daraus einen Garten Eden vor einer einmaligen Kulisse, dem oft schneebedeckten Atlasgebirge mit dem 4167 Meter hohen Jbel Toubkal als monumentalem Mittelpunkt. Wer die Amina erleben möchte: Hinter der Koutoubia-Moschee in Marrakesch fährt ein Shuttle ins zurückgekehrte Paradies, kostenlos.

Badevergnügen in Agadir

Ausblick von der Kasbah Agadirs auf die Bucht, den Strand und die Stadt.
Ausblick von der Kasbah Agadirs auf die Bucht, den Strand und die Stadt.(Foto: imago stock&people)

"Gebadet in ein herrliches Licht direkt am Meer, liegt ein endloser Strand und eine in den Dünen versteckte weiße Stadt: Agadir." In dieser Liebeserklärung, entdeckt in einem marokkanischen Reisemagazin, mag ein wenig zu viel Pathos stecken - allerdings auch ziemlich viel Wahrheit. Denn die "Perle des Südens", wie Agadir auch genannt wird, ist mit seinem zehn Kilometer langen Sandstrand und den gut 300 Sonnentagen im Jahr ein begehrtes Reiseziel. Mehr noch: Ursprünglich ein Fischerdorf der Berber, ist Agadir heute die modernste Stadt in Marokko und nicht zuletzt wegen des ganzjährigen milden Klimas das größte touristische Zentrum des Landes.

Weithin sichtbar thronen die Ruinen der Kasbah auf der Spitze des 240 Meter hohen gleichnamigen Hausberges über der Stadt, darunter riesige weiße Schriftzüge, die unweigerlich an den in Hollywood erinnern. Nur dass es hier arabische Buchstaben sind, "Gott, der König und das Volk" steht da. Vor mehr als vier Jahrhunderten wurde die Agadir Oufella, die Kasbah von Agadir, zum Schutz vor den Angriffen der Portugiesen errichtet, im Februar 1960 wurde sie innerhalb weniger Sekunden von einem Erdbeben zerstört. Es war die Geburtsstunde des neuen Agadir, dessen Charme heute die Gegensätze von Ruinen und kleinen Fischerbooten am Hafen einerseits und den modernen Hotels und Geschäftsvierteln andererseits ausmacht.

Diese Gegensätze sind es auch, die für den Besucher so reizvoll sind. Etwa, wenn man im Fischereihafen der marokkanischen Fangflotte gemeinsam mit den Hafenarbeitern in einem der kleinen Fischrestaurants sitzt. Oder im großen Handelshafen die bunte und laute Geschäftigkeit verfolgt, wenn Fische, Früchte und Blumen in den Schiffsbäuchen verschwinden, die sich auf den Seeweg nach Europa machen. Auch ein Besuch im Souk El Had, wo um die 1500 Händler ihre Waren feilbieten, muss sein. Unter ihnen sind viele Bauern aus den umliegenden Regionen, denen kein Weg zu beschwerlich ist, um den Lohn ihrer Arbeit zu ernten.

Traumhafte Buchten genießen

Die Ursprünglichkeit ist geblieben und gleichzeitig hat sich Agadir als erste Adresse für Marokkos Badegäste fein gemacht, mit luxuriösen Hotels, erstklassigen Restaurants und schicken Cafés. Ein Wassersport-Paradies ist es immer schon gewesen, ein idealer Ausgangspunkt für Ausflüge sowieso. Außerhalb von Agadir findet man traumhafte Buchten mit kleinen Stränden und von Felsen umgeben.

Taghazout ist solch ein Sehnsuchtsort, ein kleines Fischerdorf nur wenige Kilometer nördlich von Agadir. Es ist das Dorf der Hippies, Surfer und Fischer, gelegen an einem zauberhaften Sandstrand. Wer dort für ein paar Tage bleiben will, dem sei das Sol House als Hotel empfohlen. Tipp Nummer zwei: der Atlantikküste in Richtung Casablanca entlang stößt man auf mehr solcher Orte, an denen sich außer Tauchern, Kite- und Windsurfern nur wenige Fremde tummeln.

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen