Reise
Der Turm ist das Wahrzeichen des Estadio Centenario in Montevideo. Eine Tafel erinnert an die erste Fußballweltmeisterschaft, die dort 1930 ausgetragen wurde.
Der Turm ist das Wahrzeichen des Estadio Centenario in Montevideo. Eine Tafel erinnert an die erste Fußballweltmeisterschaft, die dort 1930 ausgetragen wurde.
Samstag, 16. Juli 2011

Trikots von Forlan und "Magier" Scarone: Montevideo hat ein Fußballmuseum

Auf die glorreichen Taten ihrer Fußballhelden von einst sind viele Länder stolz - das kleine Uruguay vielleicht noch ein bisschen mehr. In der Hauptstadt Montevideo werden Trikots und Schuhe der Fußballgötter wie Reliquien ausgestellt.

Der letzte Weltmeistertitel ist schon ein paar Jahre her, aber das kleine Uruguay hat eine große Fußballtradition. Und sie lebt gerade wieder auf: Bei der WM 2010 in Südafrika stand die Nationalmannschaft des südamerikanischen Landes mit nur 3,4 Millionen Einwohnern im kleinen Finale - und ließ die deutsche Elf gehörig um den dritten Platz zittern. An die ganz großen Triumphe erinnert ein Museum in Montevideo.

Hier in der Hauptstadt am Rio de la Plata wurde 1930 die erste Fußball-WM ausgetragen. Am Ende hielten die Gastgeber den Pokal in den Händen. Vor 80.000 Zuschauern wurde damals im Estadio Centenario Fußballgeschichte geschrieben. Folgerichtig ist das Museo del Fútbol hier in der Arena untergebracht.

Im Estadio Centenario holten die Urus 1930 vor 80.000 Zuschauern ihren ersten Weltmeistertitel.
Im Estadio Centenario holten die Urus 1930 vor 80.000 Zuschauern ihren ersten Weltmeistertitel.(Foto: picture alliance / dpa-tmn)

Auf zwei Etagen erinnert das 3000 Quadratmeter große Museum mit mehreren hundert Exponaten an die schönsten Momente der uruguayischen Fußballgeschichte. Der Rundgang beginnt im ersten Obergeschoss, wo die Goldmedaillen der Olympischen Spiele von 1924 in Paris und 1928 in Amsterdam hängen.

"Die aus Amateurkickern zusammengestellten Mannschaften bezauberten damals das europäische Publikum mit ihrem technisch anspruchsvollen und schnellem Kombinationsspiel", schwärmt Museumsführer Gerardo. Das Geld für die Überfahrt in der 3. Klasse sei nur durch Kredite und aus dem Erlös von Freundschaftsspielen zusammengekommen.

Ungewaschen und unbezahlbar

Ungewaschen und auch deswegen heute unbezahlbar hängt das hellblaue Trikot des uruguayischen Rekordtorschützen und Nationalhelden Héctor Scarone (1898-1967), Spitzname "der Magier", in einer Glasvitrine. Daneben stehen seine Fußballschuhe, an denen noch Erde klebt.

Das Trikot des uruguayischen Rekord-Torschützen Héctor Scarone, das er 1924 bei den Olympischen Spielen in Paris trug, daneben seine Fußballschuhe.
Das Trikot des uruguayischen Rekord-Torschützen Héctor Scarone, das er 1924 bei den Olympischen Spielen in Paris trug, daneben seine Fußballschuhe.(Foto: picture alliance / dpa-tmn)

Weiter führt der Rundgang zu den Exponaten zum WM-Triumph von 1930 und zum Überraschungssieg der Urus im WM-Endspiel 1950 in Brasilien. Im legendären Maracanã-Stadion von Rio de Janeiro gewannen die Nationalhelden damals gegen die hochfavorisierte Auswahl des Gastgebers.

Überlebensgroß zeigt eine Fototapete den völlig konsternierten Fifa-Chef Jules Rimet bei der Übergabe des Siegerpokals. Eine Kopie der Trophäe ziert eine weitere Vitrine. Zu sehen sind auch der Originalball des Endspiels, das als "Maracanazo" in die Geschichte eingegangen ist.

Jüngere grandiose Geschichte

Im Erdgeschoss wird der jüngeren Geschichte gehuldigt: Zakumi, das Maskottchen der WM 2010 in Südafrika, steht gleich neben dem Trikot mit der Nummer 10 von Diego Forlan. Der Stürmer wurde mit dem Goldenen Schuh der WM ausgezeichnet und ist heute nach Héctor Scarone der zweiterfolgreichste Torschütze des Landes. Unbedingt sehenswert ist der 15-minütige Stummfilm, der die frühen Erfolge der Nationalmannschaften mit Original-Filmmaterial zeigt.

Mit der Eintrittskarte, einer Kopie des historischen Tickets von 1930, können Besucher sich auch das Stadion anschauen. Im Museumsshop gibt es Tassen, Schlüsselanhänger und Nostalgietrikots. Die aktuellen Trikots der Celeste sind - wie im ganzen Land - wegen des unerwarteten Erfolgs in Südafrika derzeit ausverkauft.

Service:

Das Museum ist von Montag bis Freitag jeweils von 10.00 bis 17.00 Uhr geöffnet. Der Eintritt kostet für Erwachsene 80 Pesos, ungerechnet rund 3 Euro, Telefon: 00598/24 80 12 59.

Bilderserie

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen