Reise
Die Küste an der Causeway Coastal Route ist eindrucksvoll und lockt jedes Jahr Tausende Urlauber an.
Die Küste an der Causeway Coastal Route ist eindrucksvoll und lockt jedes Jahr Tausende Urlauber an.(Foto: Sonja Gurris)
Samstag, 07. Oktober 2017

Sportlich an der Causeway Coast: Nordirlands Küste fordert Outdoorurlauber

Von Sonja Gurris, Portrush

Nordirlands Küste ist bezaubernd und bringt Urlaubern sportliche Herausforderung. Ob Mountainbiking, Wandern, Surfen oder Kajaken: Das kleine Land ist ein Outdoorparadies mit Action - und Ruhe.

Norman hatte keine Lust aufs Büro, er ist lieber in der Natur unterwegs und fährt Urlauber mit seinem Minibus als Tourguide von "Iron Donkey" durch Nordirlands Landschaft. Im Gepäck: ein paar Mountainbikes und jede Menge Tipps für die Region.

Norman trifft unterwegs eine kanadische Familie, die er an die Küste gebracht hat.
Norman trifft unterwegs eine kanadische Familie, die er an die Küste gebracht hat.(Foto: Sonja Gurris)

An diesem Freitagmorgen präsentiert sich die Causeway Coast Road so, wie man es sich vorstellt: zunächst mit dramatischen Wolken am Himmel, dann sonnig und regnerisch. Das Wetter dreht gerne binnen 10 Minuten. Regenjacke, Fleece-Pulli und T-Shirt sind gute Begleiter für eine Outdoorreise in den Norden der "Grünen Insel". Norman kümmert sich hier in den Orten zwischen der Hauptstadt Belfast und der Küstenstadt Portrush vor allem um Individualreisende: "Ich fahre die Touristen an die Küste und zeige ihnen, welche Routen sie nehmen können - und irgendwann hole ich sie nach ihrer mehrtägigen Biketour wieder ab", sagt der graumelierte Mann mit dem freundlichen Lächeln. "Nordirland ist ein wunderschöner Flecken Erde und es ist hier in der Natur sehr ruhig", erzählt er begeistert.

Beim Downhill-Biken gegen den Wind ackern

Entlang der Küste hat man die Straße oft für sich.
Entlang der Küste hat man die Straße oft für sich.(Foto: Sonja Gurris)

Viele Reisende zieht es an die Causeway Coastal Route, eine der wohl schönsten Küstenstraßen Europas. Hier kann man nicht nur mit dem Mietwagen von Ort zu Ort fahren, sondern auch mit dem Mountainbike. Allerdings ist das bei den drehenden Winden gar nicht so einfach. "Achte auf die Autos und bleib immer nah am Fels", weist er seine heutige Bikerin ein. Und dann geht es los - entlang der traumhaften Route, die Küstensilhouette strahlt in der Sonne, der Fahrtwind ist angenehm und zu Beginn ist es auch nicht anstrengend. Das sollte sich aber nur wenige Kilometer weiter ändern. Binnen weniger Minuten dreht der Wind und dann geht es einige Hügel aufwärts, eben typisch für Nordirland.

Das Mountainbiking schlaucht, doch die wunderschöne Umgebung lohnt die Strapaze. Norman meint: "Das war ganz schön anstrengend, oder?!" und lacht dabei herzhaft. Ja, nicht jeder ist den Wind gewohnt, der an der Küste tobt.

Erst Trockenübungen, dann in die Wellen

Andernorts in Portrush ist der Wind gerade gut genug, denn beim Surfen werden die Wellen schließlich gebraucht. In der "Alive Surf School" tummeln sich vor allem junge Urlauber, die direkt am Sandstrand das Wellenreiten erlernen wollen. Robin ist Schweizer und hat erst vor Kurzem die Surflehrer-Ausbildung absolviert. Er macht verlängerten Urlaub in Nordirland und bringt anderen das Surfen bei. "Das wird schon, wir müssen uns erst ein bisschen stretchen und dann machen wir nach den Trockenübungen die Bewegungen mit dem Board im Wasser", erklärt er in feinstem Surferslang mit schweizerdeutschem Dialekt.

Im Bulli lagern die Windsuits - die Bretter liegen schon bereit.
Im Bulli lagern die Windsuits - die Bretter liegen schon bereit.

Nach einer Stunde sind schon erste Erfolge zu verzeichnen, auch wenn der Windsuit ganz schön zwickt. Hier in Portrush zeigt sich Nordirland von seiner stürmischen Seite - und dennoch ist es ein tolles Erlebnis, sich im Norden des Landes in die Fluten zu stürzen, vielleicht gerade auch weil es Nordirland ist und eben nicht Hawaii oder Portugal.

Gemächlicher geht es bei den Kajaktouren von "Life Advendure" in Castlewellan zu. Auf dem Castelwellan Lake können Freizeitsportler bei einer langsamen Kajakfahrt so richtig die Seele baumeln lassen. Neben dem sportlichen Aspekt gibt es auch noch etwas zu entdecken, zum Beispiel das kleine Schloss direkt am See. Der Sportverleih am See hat nicht nur Kajaks und Kanus im Angebot, sondern stattet Urlauber und Einheimische auch mit weiteren Geräten aus.

Viele Routen führen auf die verschiedenen Berge der Mourne Mountains.
Viele Routen führen auf die verschiedenen Berge der Mourne Mountains.(Foto: Sonja Gurris)
In den Mourne Mountains

Ein gutes Vorbild für einen Wind- und Wetterwanderin ist Tourguide Loretto Coyle. Sie wandert nicht, sondern spaziert elegant den Berg hinauf, als wäre das eine ganz natürliche Sache. Die Mourne Mountains sind ihr Revier - und sie ist so oft sie kann in der nordirischen Natur unterwegs. Ob Schüler, Senioren oder Touristengruppen, die ältere Dame führt sie alle über das Gebirge in Newcastle. In der Einsamkeit der Berge bekommen dann auch Outdoor-Urlauber etwas von der ruhigen Natur mit.

Die unwirkliche Landschaft mit Stein, Gräsern und Gestrüpp entfaltet gerade bei einem dramatisch wolkenverhangenen Himmel ihren Zauber - und zeigt auch, warum auch die mysthische Welt von "Game of Thrones" in Nordirland gedreht wird. Es ist ein Land, das sowohl Aktivurlaubern als auch Ruhesuchenden genau das richtige Ziel bietet. Jeder findet das, was er sucht im nördlichsten Teil der irischen Insel.

Dieser Artikel ist im Rahmen einer Pressereise entstanden.    

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Quelle: n-tv.de

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