Reise
Früher in der Karibik, steuert die "Getaway" nun die Ostsee und auch Warnemünde an.
Früher in der Karibik, steuert die "Getaway" nun die Ostsee und auch Warnemünde an.(Foto: Norwegian Cruise Line)
Donnerstag, 18. Mai 2017

US-Koloss mit 4000 Passagieren: "Norwegian Getaway" fährt Deutschland an

Von Sonja Gurris, Warnemünde

Ein echter Kreuzfahrt-Koloss legt nun regelmäßig in Warnemünde an. Erstmals kommt das 4000-Gäste-Schiff "Norwegian Getaway" nach Rostock. Kein Zweifel - hier steht alles unter dem Motto "höher, schneller, weiter".

Es ist nicht zu übersehen: Ein Koloss liegt am Mittwoch im Hafen von Warnemünde - und das nun alle neun Tage: die "Norwegian Getaway" der Reederei Norwegian Cruise Line (NCL) steuert eine Zeitlang regelmäßig den beliebten Ostseeort an. Nicht nur US-Amerikaner sollen damit künftig über die Ostsee reisen, sondern auch immer mehr Deutsche.

Die Rutschen sind schon aus der Ferne zu sehen.
Die Rutschen sind schon aus der Ferne zu sehen.(Foto: Sonja Gurris)

Ab diesem Frühjahr wird das riesige Schiff mit 18 Decks, 26 Restaurants, Kletterwand und Kasino insgesamt 15 Mal in Warnemünde anlegen und die Silhouette des Kreuzfahrtterminals prägen. Im Herbst wird die "Norwegian Getaway" dann anstelle der Ostsee- eine Karibikroute fahren. Es ist das größte Kreuzfahrtschiff, das jemals in Warnemünde angelegt hat.

Was bietet das Schiff?

Riesenrutschen, Minigolfanlage, ein Kasino und unzählige Gastronomiebereiche hat das US-amerikanische Riesenschiff. Auch andere Schiffe bieten schon allerlei Unterhaltung, doch Kreuzfahrtriesen wie die "Getaway" gehen noch weiter. Die Ausmaße des Neuankömmlings sind immens - nicht nur optisch wird das schnell klar. Neben den fast 4000 Gästen gehören mehr als 1600 Crew-Mitglieder auf das 326 Meter lange Schiff. Im größten Restaurant können bis zu 700 Personen gleichzeitig essen. 700 Menschen passen ins Theater - Sitzplätze, so weit das Auge reicht.

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Zum Vergleich: Die künftige "AIDAperla" beherbergt 3300 Gäste (knapp 700 weniger) und ist rund 26 Meter kürzer als die "Norwegian Getaway". Die kommende "Mein Schiff 6" hat etwa 2500 Passagiere an Bord.

US-amerikanischer Einfluss unübersehbar

Die Spielautomaten sind allgegenwärtig - zumindest auf dem Deck mit dem "Getaway Casino", die Anzahl dieser Vergnügungsmaschinen ist kaum zählbar. Am Abend sollen sie neben vielen Shows, Bars und Diskotheken für Unterhaltung sorgen. Außerdem gibt es eine Planke, die 2,5 Meter über die Meeresoberfläche ragt. Auf sie können Gäste gut gesichert steigen und den Nervenkitzel über dem Wasser genießen.

Laura Pinarreta arbeitet auf der "Getaway".
Laura Pinarreta arbeitet auf der "Getaway".(Foto: Sonja Gurris)

Die vielen tausend Gäste müssen auch betreut werden. Laura Pinarreta arbeitet auf der "Getaway" als Group Services Coordinator und ist seit mehr als fünf Jahren bei der Reederei. Sie ist in Peru geboren und kennt das Schiff gut: "Vor allem Amerikaner sind bei uns an Bord, aber auch Spanier und Deutsche", erklärt sie. Sie mag am liebsten den Ropes Course (Outdoor-Klettern) und die Tanzshow "Burn the Floor".

Gebaut wurde die "Getaway" 2014 in der Meyer Werft in Deutschland. Eingesetzt wurde es von der US-amerikanischen Reederei "Norwegian Cruise Line" zuerst nur in der Karibik. In den kommenden Jahren wird das Unternehmen weitere solcher Riesenschiffe in Dienst stellen - nach Angaben der Sprecher sind es sechs weitere Bauten bis 2025.

Alles ein wenig größer

Eins ist klar: Wer dieses Schiff mit den deutschsprachigen "Aida"- und "Mein Schiff"-Angeboten vergleicht, spürt, dass auf der "Getaway" alles eine Spur größer ist. Zudem muss man auch damit klarkommen, dass es an bestimmten Stellen des Schiffes manchmal etwas voll ist. Das muss man mögen - für deutsche Kreuzfahrtgäste ist das sicherlich eine Sache der Gewöhnung.

Der Riese der Reederei NCL fährt die Häfen Warnemünde, Tallinn, St. Petersburg, Helsinki, Stockholm und Kopenhagen an. Die Ostseeroute ist bei vielen Reedereien im Angebot. Nun haben auch die Deutschen die Möglichkeit, diese auf einem echten Schiffskoloss zu verbringen.

Quelle: n-tv.de

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