Freitag, 12. März 2010
Organisierte Spontaneität: Pauschalreise zum Flashmob
Reisen könnte künftig auch so aussehen: Gebucht wird ein Trip zu einem spontanen Treffen mit Hunderten oder sogar Tausenden von Teilnehmern. "Flashmob-Tourismus" heißt dieses Konzept der Hochschule Bremen.
Im März 2008 seien beispielsweise Pauschalreisen zum "Pillow Fight Day" denkbar gewesen, an denen in vielen Metropolen wie New York tausende Menschen öffentliche Kissenschlachten austrugen, berichtete die Hochschule. Im vergangenen Sommer hätte der "Michael Jackson Dance", den viele Fans zum Gedenken an ihr Idol gemeinsam aufführten, ein Reiseanlass sein können.
Riskante Idee
Bei Flashmob-Aktionen verabreden sich zahlreiche Teilnehmer spontan über das Internet oder per Handy. Neben Anreise und Unterkunft könnten auch Eintritte zu Sehenswürdigkeiten, Bar- oder Restaurantgutscheine und Erinnerungsfotos vom Flashmob zum Reisepaket gehören. Die zentrale Reiseidee ist aber auch gleichzeitig das größte Risiko für einen Veranstalter: Der Flashmob müsste garantiert stattfinden.
Dass eine touristische Wertschöpfung den teils anarchischen, altruistischen oder politischen Zielen eines Flashmob entgegenstehen könnte, sehen die Studenten des Hochschulprojektes nicht als Problem. Denn dass sich Flashmobs zu kommerziellen Zwecken auch inszenieren lassen, hat zum Beispiel die Telekom bewiesen: Sie ließ kürzlich für einen Werbespot 1000 Menschen im Leipziger Bahnhof gemeinsam mit dem britischen Tenor Paul Potts singen.
dpa
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