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Montag, 07. Juni 2010

"Südafrika so sicher wie noch nie": Reiseveranstalter geben Entwarnung

Uber die mögliche Gefährdung von WM-Touristen in Südafrika wird nach Ansicht der Reise-Veranstalter zu viel geredet. Das Auswärtige Amt warnt jedoch vor der hohen Kriminalitätsrate.
Romantischer Sonnenuntergang: Touristen auf dem Signal Hill im südafrikanischen Kapstadt.

Romantischer Sonnenuntergang: Touristen auf dem Signal Hill im südafrikanischen Kapstadt.
(Foto: picture alliance / dpa)

Die Zahl deutscher Touristen und Geschäftsleute, die nach Südafrika reisen, ist seit Jahren konstant. 2009 besuchten 235.000 Menschen aus der Bundesrepublik das Land, in dem ab dem 11. Juni die Fußball-WM ausgetragen wird. "Den allerwenigsten von ihnen wurde ein Haar gekrümmt", sagt der deutsche Botschafter in Südafrika Dieter W. Haller. Die Debatte um eine potenzielle Gefährdung deutscher WM-Touristen wird dennoch intensiv geführt. Zu Unrecht, wie die Reiseveranstalter unisono versichern.

Nicht ohne Begleitung in Townships

"Südafrika war noch nie so sicher wie jetzt. Die Verantwortlichen sind besonders sensibilisiert, weil die WM ein Großereignis ist", sagte Angela de Sando vom Reiseveranstalter Dertour. Klar sei aber auch, dass man nicht ohne Begleitung in ein Township gehen sollte. "Wir geben Empfehlungen ab, wo man hingehen kann und welche Orte man besser meiden sollte."

Die Reiseveranstalter orientieren sich an den Richtlinien des Auswärtigen Amtes, das vor einer im Vergleich zu Deutschland hohen Kriminalitätsrate warnt. "Kriminalität und Gewalt sind regional und sozial sehr ungleich verteilt. Sie findet überwiegend dort statt, wo sich Touristen und WM-Gäste üblicherweise nicht aufhalten", sagte Haller: "Durch gute Vorbereitung und eigenes richtiges Verhalten kann man das Risiko deutlich verringern, Opfer von Gewalt zu werden."

Ein leicht erhöhtes Risiko gibt es offenbar nur für Urlauber, die nicht bei einem Veranstalter gebucht haben, und somit auf eine Rundum-Betreuung durch erfahrene Reiseleiter und Ansprechpartner der Veranstalter verzichten müssen. "Touristen, die auf eigene Faust nach Südafrika gereist sind, müssen sich auch selber um ihre Sicherheit und eine mögliche veränderte Sicherheitslage kümmern", sagte Torsten Schäfer vom Deutschen Reiseverband (DRV).

Sicherheitspersonal im "Soccer City Stadium" in Johannesburg.

Sicherheitspersonal im "Soccer City Stadium" in Johannesburg.
(Foto: dpa)

Ingo Frieske, Geschäftsführer des Sportreise-Veranstalters Vietentours, macht die einseitige Berichterstattung der Medien für die aus seiner Sicht übertrieben negative Diskussion verantwortlich. "Rein statistisch gesehen gibt es in Südafrika eine hohe Kriminalitätsrate. Allerdings gibt es diese Kriminalität in den Townships und nicht in den Gegenden, in denen sich Touristen aufhalten", sagte Frieske. Bestimmte Verhaltensregeln müsse man natürlich beherzigen: "Das gilt aber genauso für Frankfurt und New York".

Linksverkehr gewöhnungsbedürftig

Eine im Schatten des Kriminalitätsproblems wenig beachtete, aber nicht zu verachtende Gefahr für WM-Touristen stellt der Verkehr da. "Die Fahrweise sollte vorsichtig vorausschauend und zurückhaltend sein", sagt Martin Schäfer von der deutschen Botschaft. Der Linksverkehr ist gewöhnungsbedürftig. Zudem begegnet man mehr Menschen und Tieren auf den Fahrbahnen, die gerade abseits der großen Städte oft in einem schlechten Zustand sind.

Für Afrika-Kenner Otto Pfister, der bereits in elf Ländern des Schwarzen Kontinents als Trainer gearbeitet hat, ist die Panikmache fehl am Platze. "Angola zum Beispiel, wo während des Afrika-Cups der Terroranschlag war, und Südafrika sind nicht zu vergleichen. Ich glaube nicht, dass etwas passiert, da müsste ich mich sehr irren. Auch in Frankfurt ist die Brieftasche schnell weg", sagte Pfister.

Einen sehr einprägsamen Tipp für einen gefahrlosen Aufenthalt in seinem Land hat Südafrikas Polizeichef Bheki Cele: "Tun Sie nichts, was Sie ihrer Mutter nicht erzählen würden".

Gereon Detmer, sid

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