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Pauschalreisende werden im Krisenfall betreut.
Pauschalreisende werden im Krisenfall betreut.(Foto: dpa)

Help-Teams für Gefahrenlagen: So arbeiten Reiseveranstalter im Krisenfall

Von Sonja Gurris

Terroranschläge und die ungewisse Sicherheitslage sind auf der ITB das beherrschende Thema. Wie können Touristen wieder mit einem sicheren Gefühl verreisen? Die Frage treibt Reiseveranstalter um. Das Krisenmanagement läuft auf Hochtouren. Aber wie funktioniert das?

Einen Terroranschlag am Urlaubsort möchte niemand erleben. Doch was passiert, wenn man mittendrin ist und etwas Schlimmes geschieht? Nach Angaben des Deutschen Reiseverbandes sind dann die Help-Teams gefragt. Das sind Ansprechpartner vor Ort - und diese Hilfe geht über die Arbeit des Reiseleiters hinaus. Es sind größere Teams, die beispielsweise die Rückreise organisieren und in Kontakt mit den Behörden stehen.

Kleinere Reiseveranstalter haben solche Notfallteams teilweise nicht, können sich dann aber beim Deutschen Reiseverband und den anderen Veranstaltern Hilfe holen. Wer allerdings online eine Reise ganz individuell ohne Veranstalter bucht, kann im Krisenfall großes Pech haben. Hier gibt es eine "Lücke" - die Reisenden müssen im Ernstfall Rückreise und weitere Maßnahmen komplett selbst organisieren.

Und was passiert, wenn eine Krise vor Reiseantritt geschieht? Wenn man sich auf den Urlaub freut und die 14-tägige Auszeit vor der Tür steht, möchte man auf keinen Fall, dass es dort einen Terroranschlag oder eine Katastrophe gibt. Die Urlauber bekommen Angst um ihr Leben. Doch falls ein Terroranschlag in einer Urlaubsregion verübt wird, sind die Veranstalter in der Pflicht. Wer eine Pauschalreise gebucht hat, wird von ihnen umgehend informiert, sofern das Urlaubsland von Terror oder einer Katastrophe betroffen ist.

"100 Prozent Sicherheit an keinem Urlaubsziel"

Entweder bekommen Kunden vor dem Reiseantritt dazu eine SMS oder einen Brief. Über mögliche Umbuchungen im Kulanzfall werden Pauschalreisende in jedem Fall in Kenntnis gesetzt. "Das Ziel ist es, Kunden innerhalb von zwei Stunden über ein Ereignis zu informieren", so Norbert Fiebig, Präsident des Deutschen Reiseverbandes (DRV). Dies funktioniert mit Hilfe eines Kriseninformationssystems der Reiseveranstalter, die in engem Kontakt mit dem Auswärtigem Amt stehen. Veränderte Reisehinweise werden sofort angezeigt und an den Kunden weitergegeben.

Dazu sagte Thorsten Schäfer, der Sprecher des DRV, bei n-tv: "Wenn eine Region, ein Land als unsicher eingestuft wird, dann gibt es da auch keine Reisen hin. Im Moment gibt es keine aktuellen Einschränkungen für die beliebten Reiseländer, jedenfalls sind die Touristenzentren derzeit nicht von Reise- und Sicherheitshinweisen betroffen."

Aufgrund der angespannten Lage überlegen viele Deutsche, wohin sie verreisen. Doch "100 Prozent Sicherheit gibt es an keinem Urlaubsziel", stellt Fiebig fest, außerdem sei das Sicherheitsgefühl jedes Einzelnen individuell und deshalb auch ganz persönlich unterschiedlich.

Aktuell gibt es laut der Auskunft des Deutschen Reiseverbandes eine zweigeteilte Entwicklung. "Im westlichen Europa, in Spanien, Portugal, Deutschland und den Kanaren gibt starke Zuwachsraten, auf der anderen Seite werden Destinationen wie Türkei, Ägypten und Tunesien nur zurückhaltend gebucht", so Fiebig. Er rechne aber mit einer späten Buchungsphase, vor allem für die Türkei.

Quelle: n-tv.de

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