Panorama

Kein Trend zum VerzichtSommerurlaub oft sogar länger

16.10.2009, 14:54 Uhr

Auf ihren Sommerurlaub haben die Deutschen trotz der Wirtschaftskrise nicht verzichtet. Beliebtestes Reiseziel der Deutschen ist nach wie vor Deutschland selbst.

sonnenuntergang-mensch-energie
Sommerurlaub muss sein, finden viele Deutsche. (Foto: picture-alliance/ dpa)

Auf ihren Sommerurlaub haben die Deutschen trotz der Wirtschaftskrise nicht verzichtet. Im Vergleich zum Vorjahr gab es nur wenige Veränderungen im Reiseverhalten, wie eine Studie des Europäischen Tourismus Instituts (ETI) in Trier zeigt. Für sie wurden 2019 Bundesbürger zu ihrem Urlaubsverhalten befragt. Gaben im vergangenen Jahr 43,5 Prozent von ihnen an, im Sommer mindestens fünf Tage verreist zu sein, so waren es in diesem Jahr 42,3 Prozent. Die Reisedauer stieg sogar wieder leicht auf durchschnittlich 13,6 Tage.

Auf die Frage, wie lange sie im Sommerurlaub waren, antworteten 53 Prozent der Befragten "8 bis 14 Tage". Der Trend zu immer kürzerem Sommerurlaub scheint aus Sicht des ETI vorerst gestoppt zu sein.

Beliebtestes Reiseziel der Deutschen ist nach wie vor Deutschland selbst. Anders als von manchen Experten vorausgesagt, hat es nach Angaben des Instituts aber nicht von der Krise profitiert: Der Anteil der Deutschland-Urlauber ging auf 31,9 Prozent sogar leicht zurück.

Italien deutlich vor Spanien

Vesuv
Ansonsten ist Italien Favorit. (Blick auf den Vesuv) (Foto: picture-alliance/ dpa)

Das beliebteste Reiseland außerhalb der Grenzen ist Italien, das mit 11,2 Prozent deutlich vor Spanien (6,7 Prozent) und Österreich (6,3 Prozent) lag. Beim Interesse der Deutschen zugelegt haben nach den Erkenntnissen der Forscher außerdem Kroatien (4,4 Prozent), die Türkei (4,2 Prozent) und Griechenland mit 3,5 Prozent der Urlauber.

Partner-Service: Türkei Urlaub geplant? Die besten Sprachlern-Apps im Vergleich

Innerhalb Deutschlands landete diesmal Mecklenburg-Vorpommern klar an der Spitze: 26 Prozent der Urlauber zog es an die Ostsee oder an die Mecklenburgische Seenplatte.

Dagegen musste sich Bayern, der schärfste Konkurrent des Nordostens, mit 18 Prozent und Platz zwei zufriedengeben, gefolgt von Schleswig-Holstein (15 Prozent), Baden-Württemberg (9 Prozent) und Niedersachsen (8 Prozent).

Am liebsten mit dem Auto

Am liebsten verreisen die Deutschen nach wie vor mit dem Auto: Für mehr als jede zweite Reise (56 Prozent) setzten sie sich selbst ans Steuer. Flugreisen lagen mit einem Anteil von 27 Prozent abgeschlagen auf Platz zwei. Mit der Bahn sind diesmal 7 und mit dem Bus 6 Prozent der Deutschen in den Sommerurlaub gereist.

Die Daten zeigen den Wissenschaftlern zufolge, dass die regelmäßige Berichterstattung über die Krise der Finanzmärkte und der Wirtschaft praktisch keinen Einfluss auf die Entscheidungen über den Sommerurlaub hatte. Klar sei auch, dass viele Deutsche ihren Urlaub am liebsten selbst organisieren, gegebenenfalls mit Hilfe des Internets: So hat nur rund jeder fünfte Befragte (19 Prozent) ein Reisebüro dafür genutzt. Dagegen gab die große Mehrzahl (75 Prozent) an, die Organisation selbst in die Hand genommen zu haben.

Quelle: ntv.de, dpa