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Hoffentlich ist der Himmel Ende März  nicht so dunkel. Die Billig-Airline startet ab dann aus München.
Hoffentlich ist der Himmel Ende März nicht so dunkel. Die Billig-Airline startet ab dann aus München.(Foto: Transavia)

Per Whatsapp zum Kunden: Transavia kommt nach Deutschland

Der Markt der Billigflieger ist hart umkämpft. Trotzdem traut sich mit der Air France-KLM-Tochter Transavia ein weiterer Low-Cost-Carrier hierher. Ab Ende März wird sie von München aus starten. Im Interview mit n-tv.de erklärt Transavias Marketingchef Roy Scheerder, was die Kunden erwarten können.

n-tv.de: Bis jetzt startet Transavia von den Niederlanden und aus Frankreich – der Schritt nach Dänemark ist 2011 gescheitert. Warum sollte es ausgerechnet auf dem hart umkämpften deutschen Markt klappen?

Roy Scheerder will mit Transavia auf den deutschen Markt.
Roy Scheerder will mit Transavia auf den deutschen Markt.

Roy Scheerder: In Europa reisen die Menschen inzwischen generell mehr. Der Markt für Reisen von A nach B steigt rasant an. Wenn man als Airline das richtige Produkt mit dem richtigen Preis anbietet, hat man gute Chancen, neue Kunden zu gewinnen. Was Dänemark angeht waren wir sehr optimistisch und noch nicht richtig vorbereitet. Eine dänische Airline war fast bankrott und wir dachten, dass das eine gute Gelegenheit für uns wäre, um auf dem dänischen Markt Fuß zu fassen. Aber Dänemark ist ja nun auch schon einige Zeit zurück. Der Markt ist reifer geworden und wir sind heute viel besser vorbereitet als damals. Sie sagen, es gäbe hier sehr viele Billig-Airlines, aber nur wenige stationieren ihre Flugzeuge auch in Deutschland. Vor allem am Münchner Flughafen sind nicht sehr viele Low-Cost-Airlines angesiedelt. Es gibt sicherlich viele Gegenden, wo die Penetration von Billig-Fliegern weit aus höher ist als in Bayern. Wir sind überzeugt: In Deutschland gibt es viel Raum zu wachsen.

Warum haben Sie sich für München als Standort entschieden? Sind weitere Standorte geplant?

München ist nicht nur eine wunderschöne Stadt - wir haben uns natürlich auch eine Reihe an wirtschaftlichen Faktoren angeschaut. Wie groß ist z.B. die Anzahl der Konkurrenz im Low-Cost-Segment? Wie viele Menschen sind potentiell an Flugreisen im Billig-Segment interessiert? Wie wahrscheinlich ist es, dass Menschen auch tatsächlich verreisen? In München kamen alle diese Faktoren für uns zu einem vielversprechenden Ergebnis: Es gibt viele Menschen, die ein gutes Einkommen haben, das sie ins Reisen investieren können. Deshalb halten wir München für den richtigen Standort, um den deutschen Markt anzugehen und von dort aus den Mittelmeerraum anzufliegen. In Europa sehen wir generell viele Potentiale. München ist der erste Schritt und Teil eines größeren Plans. Als Teil von Air France-KLM hat Transavia das Ziel eine der größten Billig-Linien Europas zu werden. 2017 wollen wir noch weitere Standorte hinzufügen.

Was unterscheidet Sie von der Konkurrenz?

Uns gibt es ja schon seit etwa 50 Jahren, wir genießen in der Branche eine hohe Reputation und haben eine lange Geschichte was Qualität und Standards angeht. Air France-KLM stärken uns den Rücken. Das ist die eine Seite. Die andere ist, dass wir natürlich sehr attraktive Preise anbieten – das machen andere Airlines sicherlich auch, aber uns unterscheidet in erster Linie die Freundlichkeit, mit der wir unseren Kunden entgegentreten. Freundlich zu sein liegt quasi in unserer DNA. Wir wählen unsere Leute sorgfältig aus: Sie müssen freundlich sein und für unsere Passagiere zugänglich sein. Ein anderes Beispiel ist, dass wir sehr transparent arbeiten und keine versteckten Preise anbieten. Der Preis, den Sie sehen, ist auch der Preis, den Sie zahlen. Sie können das Ticket ändern, Sie können das Datum ändern, den Namen des Passagiers etc. -  Sie sehen sofort und auf den ersten Blick, was das Ticket kostet.

Laut eigener Aussage orientiert sich Transavia "am Puls der Zeit" – was genau meinen Sie damit?

Es geht zum Einen um die Art der Kommunikation mit unseren Passagieren. Wir sind zum Beispiel die erste Airline in Europa, die mit ihren Kunden per Whatsapp spricht. Unsere Kunden können uns per Whatsapp kontaktieren. Ich denke, das ist ein sehr neuer und zeitgemäßer Ansatz der Kundenkommunikation. Unsere Passagiere nehmen dieses Angebot auch gerne an, denn Whatsapp gehört zu ihrem täglichen Leben dazu; das Telefon wird als Serviceangebot nicht mehr so geschätzt wie Social Media Kanäle. Serviceleistungen via Facebook, Instagram oder Twitter werden immer beliebter. Zum Anderen haben wir auch einen neuen Ansatz bei der Unterhaltung an Board: Entertainment ist etwas persönliches - am Liebsten suchen wir uns doch selbst aus, was wir schauen. Unsere Passagiere können über eine eigene Entertainment-App aus einer Vielzahl von Filmen und Serien auswählen. Dafür kooperieren wir mit großen Hollywood-Studios. Die Passagiere laden sich die App auf ihr eigenes Smartphone oder Tablet herunter, suchen sich vor dem Flug bis zu fünf Filme oder Serien aus und können diese dann ganz bequem an Bord ansehen. Den Inhalt den Sie wollen, wann Sie wollen und wie Sie wollen. Dieser Ansatz ist im Low-Cost-Segment ziemlich einzigartig und wir konnten uns damit sehr gut positionieren. Für das Entertainmentpaket muss man nicht extra zahlen, es ist im Flugticket bereits inklusive.

Mit Roy Scheerder sprach Liv von Boetticher-Germeroth

Quelle: n-tv.de

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