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Air Berlin kämpft derzeit mit einer schwierigen wirtschaftlichen Lage - das spüren auch die Kunden.
Air Berlin kämpft derzeit mit einer schwierigen wirtschaftlichen Lage - das spüren auch die Kunden.(Foto: picture alliance / Wolfgang Kumm)

Kann man da noch buchen?: Was Air-Berlin-Passagiere wissen sollten

Verspätungen, Flugausfälle, Pleitegerüchte: Bei der Fluggesellschaft Air Berlin kommt gerade einiges zusammen. Da fragt sich manch ein Reisender: Sollte man da überhaupt noch einen Flug buchen? Was Fluggäste nun wissen sollten.

Viele Menschen fliegen in den Sommerferien mit Air Berlin. Kommt es dann zu Verspätungen und Ausfällen, sollten sie über ihre Rechte Bescheid wissen. Die wichtigsten Fragen im Überblick:

Wann gibt es bei Flugverspätung Entschädigung?

Wenn ein Flug mehr als drei Stunden Verspätung hat, können Passagiere Entschädigungszahlungen von der Airline einfordern. Allerdings nur dann, wenn das Unternehmen für die Verspätung verantwortlich ist. Entschädigungen sollten Air-Berlin-Kunden in diesem Fall am besten mithilfe des Onlineformulars der Airline beantragen. Allerdings kann es aufgrund der Vielzahl an Beschwerden derzeit etwas dauern, bis die Rückzahlung kommt.

Bei Flügen innerhalb der EU gibt es folgende Entschädigungen ab drei Stunden Verspätung:
- bis zu 1500 Kilometer: 250 Euro
- mehr als 1500 Kilometer: 400 Euro.

Bei Flügen zwischen der EU und einem Nicht-EU-Land  gibt es folgende Entschädigungen ab drei Stunden Verspätung:
- bis zu 1500 Kilometer: 250 Euro
- mehr als 1500 Kilometer bis zu 3.500 Kilometer: 400 Euro
- mehr als 3500 Kilometer: 600 Euro.

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Neben den in der EU-Fluggastrechteverordnung festgelegten Ausgleichszahlungen gewährt Air Berlin seinen Kunden demnach auch höhere Entschädigungen in Form von Fluggutscheinen - "bei einer Kompensation von 250 Euro etwa einen Gutschein in Höhe von 350 Euro", erklärt Air-Berlin-Sprecherin Theresa Krohn. Wer sich nicht selbst um die Entschädigung kümmern will, kann das durch Fluggastrechte-Portale erledigen lassen, allerdings erheben diese eine saftige Provision von etwa 20 Prozent, wenn die Entschädigung gezahlt wird. Der Passagier hat also mehr davon, wenn er sich selbst für seine Geldzahlung einsetzt. Aus Ärger über ausgefallene Flüge und Verspätungen verlangen Air-Berlin-Kunden Medienberichten zufolge derzeit Schadenersatz in Millionenhöhe.

Von Seiten Air Berlins heißt es dazu: "Teilweise ist es aber nicht möglich, alle Passagiere auf andere Flüge umzubuchen, deswegen bieten wir in diesem Fall Zug- und Mietwagenvoucher an oder auch eine kostenfreie Umbuchung auf ein (zeitnahes) anderes Datum sowie eine kostenfreie Stornierung." Falls die Airline sich weigert, eine Entschädigung zu zahlen, können Reisende die Schlichtungsstelle für den öffentlichen Personenverkehr e.V. einschalten.

Was steht Passagieren bei Flugausfällen zu?

Wird der Flug gestrichen, haben Reisende ein Recht auf die volle Rückerstattung des Flugpreises oder darauf, anderweitig befördert zu werden. Air Berlin kommentiert: "Sollte es bei Flugstreichungen zu längeren Wartezeiten kommen, bieten wir zudem eine Verpflegung an. Falls es am selben Tag keine Flugalternativen gibt, erhalten die Gäste eine Hotelunterkunft."

Buchungsentscheidung: Air Berlin ja oder nein?

Ob man derzeit für einen Zeitraum im Sommer einen Air-Berlin-Flug buchen möchte, ist eine Art Glaubensfrage. Niemand kann derzeit absehen, wann welche Flüge reibungslos abgefertigt werden und wann es zu Verspätungen und Ausfällen kommt. Wer einen Flug mit dieser Airline bucht, muss derzeit mit Verspätungen und Ausfällen rechnen - es kann aber natürlich auch möglich sein, dass der Flug ganz planmäßig durchgeführt wird.  

Wie kann es bei Air Berlin weitergehen?

Bei der Suche nach einem Partner halte man sich bei Air Berlin alle Optionen offen. "Die starke Position macht uns interessant für ein paar Branchenvertreter in Europa." Öffentlich an einem Kauf interessiert ist die größte deutsche Fluglinie Lufthansa. Bedingung sei aber, dass die Berliner vorher ihre Schulden von 1,2 Milliarden Euro komplett abbauten, hatte Lufthansa-Chef Carsten Spohr Anfang Mai gesagt. Die beiden Firmen sind bereits im Geschäft: Die Kranich-Linie mietet vom Rivalen 38 Flugzeuge einschließlich deren Crews. Pleitegerüchten widerspricht die angeschlagene Fluggesellschaft Air Berlin. "Eine Insolvenz ist kein Thema für uns", sagt Theresa Krohn. Das Unternehmen verfüge über ausreichend liquide Mittel. Die Frage ist nur, ob das das Vertrauen der Fluggäste stärkt oder ob diese auf die Konkurrenz ausweichen.

Quelle: n-tv.de

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