Reise
Vor dem Urlaub und währenddessen ist das Smartphone für viele immer griffbereit.
Vor dem Urlaub und währenddessen ist das Smartphone für viele immer griffbereit.(Foto: picture alliance / dpa)

Social Media, Apps, Suchmaschinen: Wie die Digitalisierung das Reisen verändert

Von Sonja Gurris

Auf dem Sofa das Internet nach Urlaubsangeboten durchstöbern, mit dem Smartphone den Sonneruntergang auf Ibiza posten oder Sightseeingtipps googeln: Für Urlauber werden Smartphones und Tablets immer wichtiger. Die Tourismusbranche muss sich deshalb umso mehr auf die Digitalisierung einstellen.

Auf der ITB zeigt die Reisebranche, wie sie mit dem riesigen Trend namens Digitalisierung umgeht. Wie kann man den Reisenden von morgen noch mehr Service bieten? Welche Wünsche haben die Touristen? All diese Fragen werden in der Branche disktutiert. Der Umbruch trifft alle Bereiche des Reisens: von der Buchung über die Reiseplanung bis zu Aktionen am Urlaubsort. Das gute alte Buch hat als Reiseführer für viele Urlauber schon längst ausgedient. Per App sollen die besten Tipps mundgerecht aufbereitet werden. Diesen Trend will auch Tim Frey mit seiner App STAPPZ nutzen. User können dabei eigene Karten posten sowie persönliche Insider-Tipps für die Nachwelt festhalten. "Zu Hause ist der Urlaubsort eines anderen. Wenn Locals Reiseführer erstellen, ist man plötzlich überall lokaler Insider", beschreibt Tim Frey den Vorteil seiner App.

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Reisekataloge als Zeitschriften sind ebenfalls "out" - der durchschnittliche deutsche Urlauber durchstöbert das Internet nach Schnäppchen-Reisen und landet dabei oft auch bei Vergleichsportalen, die die verschiedenen Angebote der Reiseveranstalter auflisten. Auch Suchmaschinen-Anbieter Google will den Reisemarkt aufmischen. Mit der Beta-Version von "Reiseziele auf Google" sollen künftig Destinationen mit diversen Hotel- und Fluginformationen angeboten werden.

Zusätzlich kann man nach Interessen wie Kultur, Architektur oder Natur filtern. Der Nutzer kann dann den Links folgen und schlussendlich auf Seiten der Reiseanbieter online direkt buchen. Vor allem die Gesamtreisekosten sollen sofort erkennbar werden. Reiseinformationen zum "Snacken" nennen es die Google-Fachleute. Die neue Funktion gibt es erst einmal nur für mobile Endgeräte wie Smartphone und Tablet.

Veränderung durch Digitalisierung

Digitale Technologien werden die Branche umkrempeln. Das zeigt eine repräsentative Studie im Auftrag des Digitalverbands Bitkom. Dafür wurden 803 Internetnutzer sowie 103 Manager von Touristikunternehmen befragt. Demnach haben acht von zehn Internetnutzern (80 Prozent) bereits Flüge, Unterkünfte oder Mietwagen im Netz gebucht. Wenn es um kommerzielle Unterkünfte geht, sind vor allem Websites wie Booking.com oder HRS beliebt – 67 Prozent der Internetnutzer, die online eine Unterkunft gebucht haben, haben schon solche Angebote genutzt.

Doch die Digitalisierung wird das Reisen noch viel tiefgreifender verändern. Nach Ansicht der meisten Experten (71 Prozent) wird im Jahr 2025 die gesamte "Customer Journey" – also der Prozess von der Buchung bis zur Rückschau auf die Reise – digital abgewickelt. Und die Branche reagiert auf diesen Trend: Bereits heute investieren gut zwei Drittel (68 Prozent) der Touristik-Unternehmen in digitale Angebote, die über einen einfachen Webauftritt hinausgehen, beispielsweise Apps.

Fast jeder zweite Anbieter wertet soziale Medien aus, um Reisenden individuelle Angebote machen zu können. "Wie wir die schönsten Wochen des Jahres planen, organisieren und verbringen, wird künftig auch ganz entscheidend vom Einsatz digitaler Technologien wie Big Data und Virtual Reality, Social Media und neuen Plattformen geprägt sein", sagt Bitkom-Hauptgeschäftsführer Bernhard Rohleder. "Unternehmen der Touristikbranche müssen sich intensiv mit diesen Innovationen auseinandersetzen, ihre Geschäftsmodelle prüfen und gegebenenfalls anpassen oder sogar komplett erneuern", so Rohleder.

Quelle: n-tv.de