Sonntag, 07. Dezember 2008
Finale der Obdachlosen-WM: Afghanen schlagen Russen
Einst führten sie erbittert Krieg, doch im Fußball-Finale der 6. Obdachlosen-Weltmeisterschaft ging es zwischen Afghanistan und Russland ganz friedlich zu. Rund 5000 Zuschauer sahen in Melbourne den überraschenden 5:4-Sieg der Afghanen gegen Ex-Weltmeister Russland - aber das Ergebnis war zweitrangig.
Viel wichtiger ist das Anliegen der ungewöhnlichen WM, an der in Down Under Vierer-Teams aus immerhin 56 Ländern teilnahmen. Gekickt wird über jeweils 14 Minuten auf einer Spielfläche mit der Größe eines Basketball-Feldes. Für die Teilnehmer gilt nur eine Bedingung: Die Spieler müssen seit Juli 2007 obdachlos oder Asylbewerber sein beziehungsweise an einem Hilfsprogramm für Alkohol- oder Drogenabhängige teilnehmen.
"Das Turnier holt weltweit junge Leute von der Straße, das ist einfach außergewöhnlich", meinte Chef-Organisator Steven Persson. Für den Schotten Mel Young, der die Veranstaltung vor fünf Jahren aus der Taufe gehoben hatte, dürfte so ein Turnier eigentlich gar nicht existieren. "Es gibt keinen Grund für irgendjemanden auf dieser Welt, an diesem Tag und in diesem Zeitalter, obdachlos zu sein", betonte Young.
In Graz fand 2003 die erste Fußball-WM der Obdachlosen statt; danach wurde in Göteborg/Schweden, Edinburgh/Schottland, Kapstadt/Südafrika und Kopenhagen/Dänemark gespielt.
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