Freitag, 07. Juli 2006
Fußballskandal in Italien: Amnestie möglich
Der italienische Justizminister Clemente Mastella schließt eine Amnestie im Fußball-Manipulationsskandal nicht aus. "Die Regierung kann sich in diese Angelegenheit nicht einmischen. Ich glaube aber, dass die Mehrheit der Tifosi diese Amnestie fordert. Als Fan frage ich: 'Ist es richtig, dass Fabio Cannavaro, Alessandro Del Piero und viele anderen nach ihren Leistungen bei der WM in der dritten Liga landen?'", fragte Mastella im Interview mit der Mailänder Tageszeitung Corriere della Sera am Freitag.
Maurizio Paniz, Parlamentarier der Forza Italia, der Partei unter Kontrolle des ehemaligen Regierungschefs und AC-Mailand-Präsidenten, Silvio Berlusconi, hatte vor einigen Wochen eine Amnestie für alle Angeklagten im Fußball-Skandal gefordert - vorausgesetzt, die italienische Nationalmannschaft erringt bei der WM in Deutschland den Titel. "Sollten wir die WM gewinnen, müssen wir eine Amnestie im Fußball überlegen", meinte Paniz. Der Vorschlag sorgte für hitzige Reaktionen.
Der Sprecher der Grünen, Paolo Cento, warnte vor einer Amnestie im Calcio. "Der Fußball braucht strenge Strafen, um wieder an Glaubwürdigkeit zu gewinnen", sagte Cento. Gegen eine Amnestie hat sich auch Sportministerin Giovanna Melandri ausgesprochen.
Dutzende von Klubchefs, Schiedsrichter und Spieler sind in den Sog des Manipulationsskandals geraten. Wegen der möglichen Manipulation der Meisterschaft 2004/2005 droht Rekordmeister Juventus Turin sogar der Zwangsabstieg in die Serie C.
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