Freitag, 28. März 2008
Schrecken ohne Ende: Bahnradsport in tiefer Krise
Jedes Jahr ein neuer Tiefpunkt und jedes Jahr die gleichen Sprüche. Eine knallharte Analyse müsse her, neue Strukturen geschaffen werden, und, und, und. Das war schon nach dem Skandal von Stuttgart anno 2003 zu hören und das war auch im letzten Jahr nach der Pleite auf Mallorca nicht anders.
Doch getan hat sich rein gar nichts. Probleme werden totgeschwiegen, jeder rührt weiter sein eigenes Süppchen an. Hauptsache die üppigen Fördergelder fließen weiter. Wenn Robert Bartko verlegen einräumen muss, dass es seit einem Jahr keine Kommunikation gegeben hat, dann ist das ein Armutszeugnis für einen Verband, der den Anspruch hat, zu den ganz Großen der Welt zu zählen. Doch Anspruch und Wirklichkeit klaffen beim BDR schon seit Jahren immer weiter auseinander.
Da wird stattdessen gejammert, dass gute Bahnfahrer ins Profilager wechseln, dass der zeitliche Rahmenplan vor drei Jahren geändert wurde und dass den Deutschen die Umstellung auf die Wintersaison schwer falle - als ob die anderen Nationen damit nicht zu kämpfen hätten. Schließlich scheint in Däemark im Winter auch nicht allzu oft die Sonne und trotzdem fährt dort der Vierer eine Zeit, die noch keine deutsche Mannschaft jemals gefahren ist. Heiko Salzwedel lässt schön grüßen.
Der deutsche Bahnradsport ist ausgerechnet im Olympia-Jahr hart gelandet. Das mag weh tun, bietet aber auch die Chance zum Neuanfang. Ob nun endlich die richtigen Schlüsse gezogen werden, wird die Zukunft zeigen. Zweifel sind angebracht, denn das bisherige Krisenmanagement der Verantwortlichen war dilettantisch.
Es kommentierte Stefan Tabeling, sid
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