Montag, 14. Juli 2003
Pokern um Makaay: Bayern bieten 18 Mio. Euro
Auch für den geplanten Rekord-Transfer von Roy Makaay wird Bundesliga-Krösus FC Bayern München keine finanziellen Risiken eingehen. "Der sportliche Erfolg ist nur dann ein schöner, wenn er auf wirtschaftlichem Erfolg basiert", sagte Manager Uli Hoeneß in München bei der offiziellen Saisoneröffnungs-Pressekonferenz des deutschen Fußball- Meisters.
Allerdings muss auch der Rekordmeister den Rotstift ansetzen und insbesondere nach dem Einbruch der Fernsehgelder bei den Investitionen in die Mannschaft von den Millionen-Gewinnen früherer Jahre zehren. "Wir können jetzt in schwierigen Zeiten die Reserven einsetzen", bemerkte Hoeneß. Für den niederländischen Nationalstürmer Makaay vom spanischen Erstligisten Deportivo La Coruna sind die Bayern offenbar bereit, an ihre Grenzen zu gehen und bis zu 18 Mio. Euro zu zahlen. "Wir werden trotzdem nicht in die Kreditabteilung gehen müssen. Wir werden das aus selbst erwirtschafteten finanziellen Mitteln bestreiten", kündigte der Vorstandsvorsitzende Karl-Heinz Rummenigge an.
Ein Entscheidung im Fall Makaay fiel jedoch auch am Montag nicht. Rummenigge erwartet sie aber in dieser Woche. Sie hänge allein am Präsidenten von La Coruna: "Wir müssen abwarten, wie Herr Lendoiro entscheidet."
Trainer Ottmar Hitzfeld sprach sich nochmals mit Nachdruck für die teuerste Neuverpflichtung in der Vereinsgeschichte aus: "Es wäre gut, wenn es noch eine Blutauffrischung im Angriff gebe", bekräftigte der 54-Jährige. In dem Argentinier Martin Demichelis (River Plate Buenos Aires) und dem deutschen Nationalspieler Tobias Rau (VfL Wolfsburg) haben sich die Bayern bislang erst in der Abwehr zwei namhafte Neuzugänge für zusammen sieben Millionen Euro geleistet.
Demichelis trainierte am Montag erstmals mit seiner neuen Mannschaft. Zu seinen Zielen sagte der 22-Jährige bei seiner Präsentation in noch sehr brüchigem Deutsch: "Gewinnen, gewinnen, gewinnen." Auf einen verlängerten Urlaub nach dem Titelgewinn in Argentinien mit River Plate hatte er freiwillig verzichtet. "Wir werden ihn langsam aufbauen", kündigte Hitzfeld an.
Weiter ungewiss bleibt die Zukunft von Präsident Franz Beckenbauer. Er habe sich immer noch nicht entschieden, ob er im kommenden Herbst für eine vierte Amtszeit kandidieren werde. "Es ist ein Zeitproblem. Die Arbeit für die Weltmeisterschaft 2006 wird weiter zunehmen", verwies Beckenbauer auf seine Aufgabe als Präsident des WM-Organisationskomitees.
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