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Benedikt Doll (Archivbild) feierte in Kanada um ein Haar seinen ersten Weltcupsieg.
Benedikt Doll (Archivbild) feierte in Kanada um ein Haar seinen ersten Weltcupsieg.(Foto: picture alliance / dpa)

Windlotterie im Massenstart: Biathlet Doll zieht fast den Hauptgewinn

Wie beim Sprint der Damen tags zuvor macht im Massenstart der Biathleten der Wind zu schaffen. Am Fuße der Rocky Mountains haben die deutschen Männer große Probleme. Nur Benedikt Doll kommt sehr erfolgreich durch das Rennen.

Deutschlands Nummer eins Simon Schempp erwischte einen rabenschwarzen Tag. Dafür sprang Benedikt Doll in die Bresche. Beim Biathlon-Weltcup im kanadischen Canmore lief der 25-Jährige in der Massenstart-Windlotterie dank einer phänomenalen Schlussrunde auf Rang zwei und sicherte sich damit seine beste Saisonplatzierung.
"Dass ich nach vorne noch zwei Plätze gut machen kann, damit habe ich nicht gerechnet", sagte der völlig abgekämpfte Doll nach seinem Kraftakt im ZDF.

Im Damenrennen war Franziska Hildebrand als Fünfte beste Deutsche. Die Staffel-Weltmeisterin schoss bei schwierigen Windbedingungen nur zwei Fehler, verpasste das Podest aber deutlich. Siegerin Dorothea Wierer aus Italien, die zweitplatzierte Französin Marie Dorin Habert sowie Gabriela Soukalova aus Tschechien mussten jeweils nur einmal in die Strafrunde. Laura Dahlmeier wurde nach 12,5 Kilometern und zwei Schießfehlern Siebte direkt gefolgt von Miriam Gössner (4 Fehler). Franziska Preuß (2) landete auf Position elf, Luise Kummer (3) wurde 16. und Karolin Horchler (4) wurde in ihrem ersten Weltcup-Massenstart 23.

Simon Schempp traf beim Biathlon-Massenstart gleich achtmal nichts in Schwarze. Resultat: ein tiefschwarzer Tag.
Simon Schempp traf beim Biathlon-Massenstart gleich achtmal nichts in Schwarze. Resultat: ein tiefschwarzer Tag.(Foto: dpa)

Während der deutsche Vorzeige-Biathlet Schempp bei den Herren gleich acht Strafrunden kassierte und nur 21. wurde, hätte Doll bei einem Fehler weniger sogar seinen ersten Weltcupsieg holen können. Am Ende fehlten ihm nur 4,1 Sekunden zum Italiener Dominik Windisch. Doch daran dachte der begeistert Hobby-Koch, der viermal in die Strafrunde musste, im Zielraum nicht.

"Ich habe zuerst gar nicht nach vorne geschaut, meine größere Angst war eher nach hinten, weil da kamen ja gleich sieben, acht Leute", berichtete Doll von seiner Schlussrunde. Nach drei Fehlern im Liegendanschlag, war er im ersten Stehendschießen ohne Extrarunde durchgekommen. Und auch beim finalen Schießen wirkte er sicher, wenngleich er da immer mal wieder wackelt.

Und obwohl er 150 Extra-Meter absolvieren musste, ging Doll am Fuße der nebelverhangenen Rocky Mountains kraftvoll auf die Aufholjagd, schnappt sich den Letten Andrejs Rastorgujevs und dann den Franzosen Quentin Fillon Maillet. Nur zu Windisch reichte es nicht mehr ganz.

Schempp diesmal kein Champion

Während Doll jubelte, war es für Schempp ein Tag zum Vergessen. Mit den schwierigen Bedingungen kam er gar nicht zurecht. Das war ihm auch schon beim Saisonauftakt in Östersund passiert, als er nach acht Fehlern als Sprint-77. gar die Verfolgung verpasste. Auch bei der vergangenen WM in Kontiolahti war er als Mitfavorit im Sprint nach sieben Fahrkarten nur 77. geworden und ebenfalls an der Qualifikation für den Verfolger gescheitert.

Wie schon am Freitag bei Damen-Sprint fegte ein starker Wind mit teils heftigen Böen in den Schießstand. Aber diesmal hatten alle etwa die gleichen Bedingungen. Insgesamt leisteten sich die vier Deutschen 23 Fehler. Keiner der 30 Starter blieb ohne Fehler, selbst der Weltcup-Gesamtführende Martin Fourcade aus Frankreich musste sechsmal in die Strafrunde. Arnd Peiffer wurde nach vier Fehlern Achter, Doppel-Weltmeister Erik Lesser (7) hingegen nur 28.

Quelle: n-tv.de

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