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Lena drückt die Daumen: Biathleten starten ohne Superstar

In diesem Winter müssen die Biathlon-Fans auf eines verzichten: Auf Siegerposen von Magdalena Neuner. Die Beste ihrer Zunft verfolgt die Rennen nur noch aus der Ferne und ist Edel-Fan ihrer einstigen Weggefährten. Die Saison startet erstmals mit der Mixed-Staffel.

Neuner will nicht nur von der Couch aus das deutsche Team anfeuern.
Neuner will nicht nur von der Couch aus das deutsche Team anfeuern.(Foto: AP)

Am Sonntag, zur Kaffeekränzchen-Zeit, wird es sich Magdalena Neuner wohl auf ihrer Couch in Wallgau gemütlich machen. Den Weltcup-Saisonauftakt im über 2200 Kilometer entfernten schwedischen Östersund verfolgt die erfolgreichste Biathletin der Welt aus der Ferne. Sie ist nach ihrem Rücktritt Fan statt umjubelte Sieggarantin. "Ich freue mich auf den Winter, wenn die anderen laufen und ich mich vor den Fernseher setzen und mitfiebern kann. Ich werde die Daumen drücken", sagte die Rekord-Weltmeisterin mit Blick auf die Mixed-Staffel.

Acht Monate nach ihrem Karriereende ist für Neuner ein Rücktritt vom Rücktritt kein Thema. "Ich habe einfach auch nicht mehr diesen Biss. Ich will mich auch nicht mehr jeden Tag fünf Stunden quälen müssen. Ich habe das lange genug gemacht und auch geliebt. Aber jetzt will ich andere Sachen machen", sagte sie am Donnerstagabend beim "Audi Star Talk" in München.

Ohne ihr Aushängeschild und mit einer Neuerung starten die deutschen Skijäger in die Saison 2012/2013. Erstmals geht die Saisoneröffnung über zwei Wochenenden. Gestartet wird nicht wie gewohnt mit einem Einzelrennen, sondern mit der gemischten Staffel.

Peiffer fällt mit Schnupfen aus

Bei den deutschen Trainern stößt das nur bedingt auf Begeisterung. "Das vorgelagerte Mixed-Rennen halte ich nicht für sonderlich günstig, weil wir damit - vor allem was die Anreise der Athleten und Betreuer betrifft - ziemlich viel zusätzlichen Aufwand betreiben müssen", monierte Bundestrainer Uwe Müssiggang. Er stellte jedoch klar: "Es ist natürlich ein Weltcuprennen, das wir ernst nehmen. Allein schon, weil bei der Mixed-Staffel wichtige Punkte für den Nationen-Cup vergeben werden. Entsprechend werden wir am Sonntag auch in der Bestbesetzung an den Start gehen."

In der Bestbesetzung war ursprünglich Ex-Sprintweltmeister Arnd Peiffer (Clausthal-Zellerfeld) als Schlussläufer vorgesehen. Doch ein Schnupfen zwingt ihn zum Startverzicht. "Ich möchte kein Risiko eingehen", teilte er am Freitag auf seiner Facebook-Seite mit. Seinen Part übernimmt Simon Schempp (Uhingen), der zusammen mit den Staffel-Weltmeisterinnen Tina Bachmann (Schmiedeberg) und Andrea Henkel (Großbreitenbach) und Erik Lesser (Frankenhain) laufen wird. "Die Mixed-Staffel zum Auftakt finde ich gar nicht so schlecht. Ich freue mich, dass es jetzt wieder losgeht und natürlich werde ich mein Bestes geben - wie immer, wenn ich eine Startnummer trage", sagte Routinier Andrea Henkel.

Nach der Staffel am Sonntag folgen zwei Ruhetage, ehe am Mittwoch mit den 20 Kilometern der Männer der erste Einzelwettkampf steigt. Die Damen steigen tags darauf ein. Neuner weiß nur zu gut, dass die früheren Teamkolleginnen nach ihrem frühen Ausstieg besonders im Fokus stehen. "Die sind jetzt alle einem gewaltigen Druck ausgesetzt. Ich hoffe, dass sie diesem standhalten können", meinte die zweimalige Olympiasiegerin und betonte: "Die haben definitiv alle das Zeug dazu vorne mitzulaufen. Man muss auch vonseiten der Medien und der Fans ein wenig Geduld haben. Sie wissen natürlich, was erwartet wird. Die werden ordentlich Gas geben."

Derweil wird Evi Sachenbacher-Stehle bereits am Samstag in Idre im Sprint ihr internationales Renndebüt bei den Biathleten geben. Die zweimalige Langlauf-Olympiasiegerin ist aufgeregt. "Ein bisserl Druck merke ich schon, wenn jeder auf mein erstes Rennen schaut. Mit solchen Situationen muss ich umzugehen lernen", sagte die 31-Jährige. Die Trainer wollen keinen Druck ausüben. "Wir werden sie vorsichtig weiter aufbauen und ganz bestimmt keine Wunderdinge von ihr erwarten", sagte Müssiggang. Sachenbacher-Stehle soll die ersten beiden IBU-Cups laufen. Bei Erfüllung der Qualifikationskriterien ist dann der erste Weltcup-Start Mitte Dezember in Pokljuka geplant.

Neuner will nicht nur von der Couch aus das deutsche Team anfeuern. "Im Dezember und Januar will ich bei den Heim-Weltcups oder in Österreich dann auch vor Ort an der Strecke stehen, einfach um den Kontakt mit den anderen wieder zu haben", sagte die 25-Jährige.

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Quelle: n-tv.de

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