Nord-Süd-KlassikerBremen will Bayern bremsen
Die Hoffnungen auf einen spannenden Endspurt um den Titel in der Fußball-Bundesliga ruhen am 29. Spieltag auf Werder Bremen.
Die Hoffnungen auf einen spannenden Endspurt um den Titel in der Fußball-Bundesliga ruhen am 29. Spieltag auf Werder Bremen. Mit einem Sieg im Schlagerspiel gegen den FC Bayern München würde der Sieben-Punkte-Vorsprung des Rekordmeisters möglicherweise noch einmal schmelzen. Sollte der Hamburger SV gegen Borussia Mönchengladbach gewinnen, würden die Hanseaten auf vier Zähler an den Tabellenführer heranrücken. "Wir wollen dort die Weichen weiter in Richtung Meisterschaft stellen", sagte Bayern-Chefcoach Felix Magath. Sein Kollege Thomas Schaaf rechnet deshalb damit, dass die Münchner alles daran setzen werden, um an der Weser erfolgreich zu sein: "Die werden alles aufbieten, um sich Ruhe zu verschaffen."
Allerdings steht auch für die auf Rang drei stehenden Bremer einiges auf dem Spiel. "Mit einem Sieg haben wir Platz zwei wieder selbst in der Hand", weiß Schaaf. Der direkte Einzug in die Champions League würde dadurch realistischer, die Revitalisierung der Titel-Träume aber nicht forciert. "Ich denke an das, was greifbar ist", sagte Schaaf vor dem Nord-Süd-Klassiker.
Die Frage, wie präzise Nationaltorwart Oliver Kahn nach seinen kapitalen Patzern gegen den 1. FC Köln wieder zupacken wird, dürfte den Attraktionsgehalt der Partie zusätzlich steigern. "Er hat einen guten Eindruck gemacht, ist ganz locker und gut drauf", berichtete Magath. "Wir wollen ihm das Leben so schwer wie möglich machen", kündigte Schaaf an.
Dies wäre auch dem HSV recht, der gegen Mönchengladbach Platz zwei festigen will. "Wir haben letzte Woche gegen Schalke sehr viel investieren müssen. Diesen Erfolg wollen wir mit einem Heimsieg vergolden", wünscht sich Hamburgs Trainer Thomas Doll zu seinem 40. Geburtstag am Sonntag. Die "Königsblauen" wollen drei Tage nach dem Einzug in das UEFA-Cup-Halbfinale mit einem Erfolg beim MSV Duisburg im Rennen um ein Champions-League-Ticket bleiben. "Wollen wir die Chancen auf Platz drei wahren, müssen wir die weghauen", sagte 04-Profi Hamit Altintop. Nach der Beurlaubung von Chefcoach Jürgen Kohler erhofft sich der abstiegsbedrohte MSV durch Interimstrainer Heiko Scholz Auftrieb. "Wir wollen alles dafür geben, um eine kleine Sensation zu schaffen", sagte Scholz.
Im Gerangel um einen UEFA-Cup-Platz steht das Duell von Borussia Dortmund (Rang 7) gegen Bayer 04 Leverkusen (6) im Blickpunkt. Der BVB deklarierte die Partien gegen die Rheinländer und am Ostersamstag bei Hertha BSC (5) zu "Endspielen" um den Einzug ins internationale Geschäft. "Wir haben es selbst in der Hand. Es werden spannende Spiele", sagte BVB-Spielmacher Tomas Rosicky. Vor dem Duell mit dem BVB wollen die Berliner beim 1. FC Kaiserslautern, der mit 1:5 in Leverkusen unter die Räder kam, die fünfte Tabellenposition verteidigen. "Die Lauterer versuchen zu Hause, ihre Punkte gegen den Abstieg zu holen. Wir müssen vorsichtig sein", warnte Hertha-Keeper Christian Fiedler vor seinem 100. Bundesligaeinsatz.
Der VfB Stuttgart (Rang 9) darf sich gegen den 1. FC Nürnberg keinen weiteren Patzer erlauben, um das Ziel UEFA-Cup nicht vorzeitig abschreiben zu müssen. Dagegen ist für FC-Coach Hans Meyer der Klassenerhalt trotz der vier Siege aus fünf Partien noch nicht unter Dach und Fach. "Es ist genauso schwierig, mit Erfolgs- wie mit Misserfolgserlebnissen umzugehen", weiß Meyer. In fast aussichtsloser Lage will der Tabellenletzte 1. FC Köln, der zuletzt in zehn Heimspielen sieglos blieb, den Anhängern gegen den VfL Wolfsburg wieder etwas Freude bereiten. "Mir geht es in erster Linie darum, dass die Fans das Stadion nach einem Heimsieg verlassen können. Das ist der Auftrag, den wir haben", sagte FC-Trainer Hanspeter Latour.
Erst die Punkte-Pflicht, dann die Halbfinal-Kür im DFB-Pokal am Dienstag gegen Arminia Bielefeld. "Die Bundesliga hat für uns eindeutig Priorität", erklärte Eintracht-Coach Friedhelm Funkel vor dem Spiele-Doppelpack gegen die Ostwestfalen. Schließlich liegen die Hessen nur drei Zähler von einem Abstiegsplatz entfernt. Gar nur ein Punkt trennt Mainz 05, das Hannover 96 erwartet, von Platz 16. Um einen Absturz zu vermeiden, will 05-Trainer Jürgen Klopp Mann und Maus mobilisieren: "Wir müssen 90 Minuten eine brutale Dominanz ausüben."
von Andreas Schirmer, dpa