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Der Kölner Jean-Francois Boucher konnte die Partie nach einem unfairen Checks eines Gegenspielers nicht fortsetzen.
Der Kölner Jean-Francois Boucher konnte die Partie nach einem unfairen Checks eines Gegenspielers nicht fortsetzen.(Foto: imago/Eibner)

Böses Blut zwischen Köln und Berlin: Brutales Foul überschattet DEL-Playoffs

Mit einem furiosen Heimsieg melden sich die Kölner Haie in den Eishockey-Playoffs gegen die Eisbären Berlin zurück. Wichtiger als das Ergebnis ist den Kölnern aber das Wohlergehen von Stürmer Jean-Francois Boucher. Der wird bei einem Foul schwer getroffen.

Die 13.000 Zuschauer in der Kölner Arena hielten den Atem an, als sich eine Blutlache auf dem Eis bildete. Der Haie-Stürmer Jean-Francois Boucher lag regungslos hinter dem Tor, mehrere Sanitäter rannten zu ihm, legten ihn vorsichtig in einen Rettungsschlitten und brachten ihn auf den Weg ins Krankenhaus. Noch am Abend gaben die Kölner Entwarnung, doch das brutale Foul des Berliner Verteidiger-Hünen Milan Jurcina überschattete das Playoff-Viertelfinale in der Deutschen Eishockey Liga (DEL).

Das Foul des Berliners Milan Jurcina hinterließ blutige Spuren auf dem Eis.
Das Foul des Berliners Milan Jurcina hinterließ blutige Spuren auf dem Eis.(Foto: imago/Eibner)

"Ihm geht es gut, er wird aber vorerst in der Klinik bleiben", sagte Haie-Geschäftsführer Peter Schönberger nach dem Kölner 4:0 im vierten Duell mit den Eisbären. Eine genaue Diagnose gab es zunächst nicht. Der Verdacht: eine schwere Gehirnerschütterung, denn Boucher war mit dem Kopf frontal gegen die Schulter des 30 Kilo schwereren Jurcina und dann aufs Eis geprallt.

Der Deutsch-Kanadier, so die Darstellung seiner Haie-Teamkollegen, habe nicht wegen einer Kopfverletzung so stark geblutet, sondern weil er von Jurcina mit dem Schlittschuh über dem Knöchel getroffen worden sei. Dem Berliner, der eine Spieldauerdisziplinarstrafe erhielt, droht eine Sperre. Darüber entscheidet Ex-Nationalspieler Tino Boos, der seit Saisonbeginn den DEL-Disziplinarausschuss leitet.

"Haben Berlin für das Foul bestraft"

Die erste Strafe erfolgte noch auf dem Eis: Die fünfminütige Berliner Unterzahl nutzten Fredrik Eriksson (9.) und Philip Gogulla (12.) zur vorentscheidenden 2:0-Führung der Haie. "Wir haben Berlin für das Foul bestraft", sagte Nationalspieler Gogulla, der noch einen Treffer im zweiten Drittel nachlegte (34.). Das 4:0 widmete Torschütze Shawn Lalonde (58.) Boucher: "Das habe ich für ihn geschossen."

Viertelfinal-Playoffs der DEL

Stand nach Spiel 5 / Modus "Best of Seven"

EHC München- Straubing Tigers 3:1
Eisbären Berlin- Kölner Haie 2:2
Iserlohn Roosters- Nürnberg Ice Tigers 1:3
Grizzlys Wolfsburg- Düsseldorfer EG 3:1

Die Trainer wollten sich zu dem brutalen Foul nicht äußern. "Da muss die Liga entscheiden", sagte Kölns Coach Cory Clouston. Und Eisbären-Trainer Uwe Krupp erklärte, er habe die Szene nicht genau gesehen, sondern "nur das Ergebnis". Die Haie glichen in der "Best of Seven"-Serie auf 2:2 aus und sicherten sich damit ein weiteres Heimspiel. Nach dem fünften Duell am Donnerstag (19.30 Uhr) in Berlin kehren die beiden Teams am Samstag (17.30 Uhr) auf das Eis der Kölner Arena zurück.

Das war nach der dramatischen Szene zu Beginn des vierten Spiels gleich zweimal gesäubert worden, bis endlich die letzten Blutspuren beseitigt waren. In der Werbepause mussten die Eismeister noch einmal zu Werke gehen.

Quelle: n-tv.de

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