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Pflichtsieg folgt bittere WM-Pleite: DHB-Team bangt ums Achtelfinale

Kapitän Oliver Roggisch starrt nach der Schlusssirene ins Leere, Bundestrainer Martin Heuberger schüttelt fassungslos den Kopf: Die deutschen Handballer erleiden bei der WM in Spanien gegen Außenseiter Tunesien im zweiten Spiel den ersten Rückschlag.

Gestoppt: DHB-Spieler Patrick Wiencek.
Gestoppt: DHB-Spieler Patrick Wiencek.(Foto: AP)

Die deutschen Handballer haben ihren WM-Auftaktsieg gegen Brasilien nicht veredelt. Im zweiten Vorrundenspiel unterlag die Mannschaft von Bundestrainer Martin Heuberger nach einer schwachen Vorstellung überraschend Afrikameister Tunesien im spanischen Granollers mit 23:25 (13:13). Nach dem 33:23 gegen Brasilien hat Deutschland in der Gruppe A 2:2 Punkte auf dem Konto und muss um den Einzug ins Achtelfinale bangen.

Damit ist ein Sieg gegen Panamerikameister Argentinien am Dienstag (18.15 Uhr/ARD) Pflicht, um das angestrebte Minimalziel zu erreichen. Nur die ersten vier Mannschaften der Sechser-Gruppe ziehen ins Achtelfinale ein. Bester Werfer in der Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB) war Sven-Sören Christophersen. Aber auch die sieben Tore des Berliners verhinderten die erste Niederlage im zehnten Spiel gegen den Olympia-Achten nicht.

Toll gekämpft aber kein Glück

Spielplan der Handball-WM
GRUPPE A   
Samstag, 12. Januar 
Deutschland - Brasilien33:23
Argentinien - Montenegro28:26
Frankreich - Tunesien30:27
  
Sonntag, 13. Januar 
Brasilien - Argentinien24:20
Tunesien - Deutschland25:23
Montenegro - Frankreich20:32
  
Dienstag, 15. Januar 
Tunesien - Montenegro27:25
Deutschland - Argentinien31:27
Frankreich - Brasilien27:22
  
Mittwoch, 16. Januar 
Brasilien - Tunesien27:22
Deutschland - Montenegro29:21
Argentinien - Frankreich23:35
  
Freitag, 18. Januar 
Argentinien - Tunesien18:22
Frankreich - Deutschland30:32

 

1.Frankreich        4     124:92       8
2. Deutschland        4     116:96       6
3.Tunesien        4     101:105       4
4.Brasilien        4     96:102       4
5.Argentinien        4     98:116       2
6.Montenegro        4     92:116       0

"Uns hat ein wenig das Glück gefehlt. Die Mannschaft hat toll gekämpft. Wir haben aber zu viele Tore aus der Distanz bekommen. Ich bin aber stolz auf die Mannschaft. Sie hat ein großes Herz", sagte Heuberger, während Christophersen deutlich kritischere Worte fand: "Wir haben die Tunesier in der Abwehr nicht in den Griff bekommen und vorne haben wir zu viele Chancen ausgelassen. Das reicht dann in der Summe nicht."

Silvio Heinevetter hatte vor der Begegnung vor der harten Gangart der Tunesier gewarnt. "Die hauen hinten rein wie die Bekloppten. Wir müssen einen kühlen Kopf behalten", hatte der Berliner Torhüter erklärt. Adrian Pfahl, Steffen Fäth und Spielmacher Michael Haaß, der sein 100. Länderspiel betritt, bekamen die Härte des Gegners schmerzlich zu spüren, konnten nach kurzer Behandlung aber weiterspielen.

Kampfspiel von beiden Teams

Vor 4200 Zuschauern entwickelte sich ein Kampfspiel. Die deutsche 6:0-Abwehr fand zunächst kein Mittel gegen den wurfgewaltigen Rückraum der Nordafrikaner um den künftigen Kieler Wael Jallouz und agierte in der Anfangsphase zu passiv. Im Angriff wurden zudem eine klare Chancen vergeben, immer wieder scheiterten die deutschen Akteure am starken tunesischen Schlussmann Marouane Magaiez, der im ersten Durchgang auch zwei Siebenmeter parierte.

"Die Tunesier sind stärker als erwartet", stellte DHB-Sportmanager Heiner Brand in der Halbzeitpause fest, in die der Afrikameister mit einer 12:11-Führung ging. Auch nach dem Wechsel blieb die Begegnung spannend. Schöne Kombinationen bildeten auf beiden Seiten die Ausnahme, Einzelaktionen prägten im Angriff das Bild. Das deutsche Team tat sich in der Offensive weiter schwer. Ein 17:20-Rückstand bis zur 46. Minute war die Folge.

Doch das mit sechs WM-Debütanten angetretene deutsche Team kämpfte sich zurück und glich wieder aus (21:21/54.). Doch in der hektischen Schlussphase hatte Tunesien das bessere Ende für sich. Am Samstag hatte die DHB-Auswahl gegen Brasilien äußerst nervös begonnen, nach einer deutlichen Leistungssteigerung in der zweiten Halbzeit aber den Pflichtsieg am Ende souverän eingefahren. Der Flensburger Steffen Weinhold war mit sieben Toren bester Werfer. "Es ist besser schlecht in einen Partie zu starten und sich dann zu steigern als andersherum", sagte Heuberger nach dem achten Sieg im achten Spiel gegen die international zweitklassigen Brasilianer. Gegen Tunesien gelang dies nicht.

Quelle: n-tv.de

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