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Im Schlussspurt kämpfte sich Laura Dahlmeier zu Massenstart-Silber.
Im Schlussspurt kämpfte sich Laura Dahlmeier zu Massenstart-Silber.(Foto: dpa)

"Es ist absolut gigantisch": Dahlmeier krönt WM mit Massenstart-Silber

Für Laura Dahlmeier endet die Biathlon-WM so märchenhaft, wie sie begonnen hat: Mit einer Medaille. Zum Abschluss der Titelkämpfe gewinnt die 22-Jährige Silber im Massenstart. Geschlagen wird sie nur von einer Athletin, die in Oslo noch erfolgreicher ist als sie.

Silberner Abschluss einer märchenhaften WM: Biathletin Laura Dahlmeier hat bei den Titelkämpfen in Oslo auch im Massenstart Edelmetall gewonnen. Im Rennen über 12,5 Kilometer musste die 22-Jährige aus Partenkirchen nur der Französin Marie Dorin Habert den Vortritt lassen, Bronze ging an Kaisa Mäkäräinen aus Finnland. Für Dahlmeier war es die fünfte Medaille am Holmenkollen - zu ihrer zweiten Goldmedaille nach dem Triumph in der Verfolgung fehlten ihr 7,3 Sekunden.

Mit fünf WM-Medaillen gelang der 22-Jährige ein unerwartet glänzender Durchbruch in die Weltspitze.
Mit fünf WM-Medaillen gelang der 22-Jährige ein unerwartet glänzender Durchbruch in die Weltspitze.(Foto: dpa)

"Es ist absolut gigantisch. Ich hätte das zwischenzeitlich nicht mehr für möglich gehalten", sagte Dahlmeier im ZDF: "Es waren wirklich tolle Weltmeisterschaften. Ein bisschen überrascht bin ich schon, dass ich in jedem Rennen eine Medaille gewonnen habe."

Krimi mit Happy End

Das letzte Frauen-Rennen der Titelkämpfe war von den ersten Metern an der erwartete Krimi - mit Dahlmeier in einer prominenten Rolle. Während deren Teamkolleginnen Franziska Preuß (8.) und Franziska Hildebrand (14.) beim ersten Schießen patzten, traf Deutschlands Zukunftshoffnung alle Scheiben. Nach knapp sieben Kilometern übernahm Dahlmeier, die nach dem Titel in der Verfolgung sowie Bronze in Sprint, Einzel und mit der Staffel völlig befreit auflaufen konnte, erstmals die Führung.

Nach dem ersten Fehler im Stehendanschlag fiel die Deutsche aber etwas zurück, Gold war angesichts der makellosen Leistung von Dorin Habert zu diesem Zeitpunkt faktisch nicht mehr zu erreichen. Mit einem wahren Kraftakt sprintete sie im Duell mit Mäkäräinen aber noch auf den zweiten Platz. Und das war so nicht unbedingt zu erwarten.

Einzelmedaille und zum König

Nach Gold in der Verfolgung durfte sich Dahlmeier Glückwünsche bei Norwegens König Harald abholen.
Nach Gold in der Verfolgung durfte sich Dahlmeier Glückwünsche bei Norwegens König Harald abholen.(Foto: dpa)

Denn Dahlmeiers WM-Vorbereitung war schwierig verlaufen. Krankheiten warfen sie in den vergangenen Monaten mehrfach zurück, sie musste im Training pausieren - und trotzdem war sie auf den Punkt topfit. "Ich habe alles richtig gemacht", sagte die passionierte Bergsteigerin zufrieden: "Ich wollte eine Einzelmedaille und zum König, das habe ich geschafft. Es sind einfach tolle Weltmeisterschaften."

Mittlerweile kann sie in sämtlichen Rennen um Siege mitlaufen. Selbst im schweren Einzel gewann sie Bronze und übertrumpfte damit Magdalena Neuner. Nicht einmal die Rekordweltmeisterin holte in ihrer Karriere Edelmetall im Klassiker über 15 km. "Dann muss es ja außergewöhnlich, sensationell, außerirdisch sein", sagte Dahlmeier nicht frei von Ironie.

Vergleiche mit "Gold-Lena"

Die Vergleiche mit "Gold-Lena" nahmen in den vergangenen Wochen zu. Kein Wunder, denn Dahlmeier holte in Oslo auch das erste Einzelgold seit Neuners Rücktritt vor vier Jahren. "Das war ein perfekter Tag mit einem perfekten Rennen. Ein Einzeltitel war immer mein Traum", sagte Dahlmeier nach ihrem souveränen Verfolgungssieg, bei dem sie sogar mit der deutschen Fahne in der Hand über die Ziellinie lief.

Die junge Bayerin scheint nun bereit zu sein, die Szene in den kommenden Jahren mitzudominieren. "Sie hat auf jeden Fall das Zeug dazu", sagte Frauen-Bundestrainer Gerald Hönig. Die Ausnahmekönnerin sieht das jedoch entspannt: "Es bringt gar nicht so viel, sich jetzt schon große Gedanken um die Zukunft zu machen. Ich versuche das ein bisschen wegzuschieben."

Quelle: n-tv.de

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