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Freitag, 25. August 2006

Nach schwerer Knieverletzung: Deisler plant Comeback

Zwar ist fünf Monate nach der fünften schweren Knieverletzung selbst das Bundesliga-Comeback noch weit entfernt. Dennoch träumt Sebastian Deisler sogar schon wieder von der Rückkehr in die Fußball-Nationalmannschaft. "Ich bin auch zuversichtlich, dass ich mir mittelfristig wieder einen Stammplatz beim FC Bayern und in der Nationalmannschaft zurückerkämpfe. Aber es ist noch ein weiter Weg", sagte ein sichtlich entspannter Deisler am Freitag bei einem Sponsorentermin in Berlin. Mitte März hatte sich der 26 Jahre alte Profi im Training verletzt, der Traum von einer WM-Teilnahme war damit nach 2002 zum zweiten Mal geplatzt.

Während seine Nationalmannschaftskameraden die rauschende Heim-Weltmeisterschaft feierten, litt der Mittelfeldakteur vor dem Fernseher. "Es tat sehr weh. Aber ich habe mich für das Team, das es den Kritikern gezeigt und eine tolle Stimmung im Land entfacht hat, gefreut", schilderte Deisler, der sich während seiner Verletzungspause vorsorglich in psychiatrische Behandlung begab. Doch die Zeit des Leidens soll nun möglichst bald ein Ende haben.

Auch Bundestrainer Joachim Löw machte seinem Schützling jüngst bei einem Stadionbesuch Mut. "Er hat mir viel Glück für mein Comeback gewünscht", verriet Deisler, der in seiner Laufbahn vom viel gelobten Talent zum Sorgenkind wurde. Mitte September will er wieder in das Mannschaftstraining beim FC Bayern einsteigen.

"Mir geht es gesundheitlich sehr gut. Ich bin auf dem Weg, habe schon leicht mit dem Ball trainiert, brauche aber noch einige Einheiten nach der Reha. Es geht erst einmal nur Schritt für Schritt", sagte Deisler, der beim FC Bayern einen Vertrag bis Juni 2009 besitzt. Die Knorpelabsprengung am rechten Knie war die fünfte schwere Verletzung an dem Gelenk und hatte die sechste Operation dort zur Folge. Deisler, der in seiner 1998 begonnen Bundesliga-Laufbahn auch wegen Depressionen behandelt wurde, schöpfte bei der jüngsten Reha-Zeit viel "Kraft durch die Familie".

Während der langen, beschwerlichen Rehabilitation geriet der 36-malige Nationalspieler (3 Tore) aber auch über seine sportliche Zukunft ins Grübeln. "Während dieser Leidenszeit macht man sich schon seine Gedanken über Sportinvalidität. Wie gefestigt ich psychologisch bin, wird sich ebenfalls im Mannschaftstraining zeigen. Aber ich liebe es, Fußball zu spielen - das ist mein Antrieb. Dafür tue ich jeden Tag alles. Ich freue mich, wieder zurückzukommen", bekräftigte Deisler, der nach seinen drei Jahren bei Hertha BSC Berlin (1999 bis 2002) drei Mal Meister mit den Münchnern wurde. Sein bislang letzten Einsatz in der Nationalmannschaft absolvierte er am 1. März beim 1:4-Debakel in Italien.

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