Donnerstag, 11. März 2010
Hockey-WM: 4:1 gegen England: Deutschland steht im Finale
Deutschlands Hockeyspieler stehen im Endspiel der Weltmeisterschaft in Indien. Im Halbfinale setzt sich die Auswahl von Bundestrainer Markus Weise in Neu Delhi mit 4:1 (3:1) gegen Europameister England durch und hat nun am Samstag gegen Australien die Chance, als erstes Team zum dritten Mal nacheinander den Titel zu erringen.Deutschlands Hockey-Herren sind nur noch einen Schritt vom historischen WM-Hattrick entfernt. Jan-Marco Montag (6.), Oliver Korn (11.), Martin Häner (31.) und Linus Butt (61.) trafen für den bei WM-Turnieren seit 19 Spielen unbesiegten Champion, dem auch die Revanche an England glückte für die im EM- Finale 2009 erlittene 3:5-Niederlage. Gegen Australien, das 2:1 (1:0) gegen die Niederlande siegte, hatte Deutschland die WM-Finals 2002 in Kuala Lumpur (2:1) und 2006 in Mönchengladbach (4:3) knapp gewonnen.
"Das war eine unheimliche Demonstration heute", jubelte Torhüter Tim Jessulat und verbreitete Zuversicht für das Finale: "Jetzt wissen wir, dass wir hier jeden Gegner schlagen können." Kapitän Max Müller war stolz und froh, "dass wir unsere mit Abstand beste Turnier- Leistung und über 70 Minuten keine Schwächen gezeigt haben. Es war ein unfassbar verdienter Sieg. Nun freue ich mich auf ein spannendes Finale." Und selbst "Perfektionist" Weise hatte allen Grund zum Lob: "Eigentlich habe ich immer etwas zu mäkeln. Aber heute freue ich mich sehr, dass die Jungs sich so präsentiert haben in diesem Halbfinale. Sie waren sehr stabil, das gibt mir Zuversicht für den Samstag."
Zwischendurch ein bisschen Glück
Der Coach hatte seinen "Jungs" vor dem Duell mit den Briten klar gemacht, dass sie durchaus die Revanche für den im vergangenen August knapp entgangenen EM-Titel anstreben sollten. Entsprechend motiviert ging seine verjüngte Elf von Beginn an zu Werke. Montag schaffte mit der frühen Führung das zehnte deutsche Strafeckentor bei dieser WM, dem Korn nur fünf Minuten später nach schöner Vorarbeit von Matthias Witthaus das 2:0 folgen ließ. Dazwischen hatten die DHB-Asse Glück, dass ein Treffer von Alastair Brogdon (10.) keine Anerkennung fand, weil Glenn Kirkham zuvor mit Jessulat zusammengeprallt war.
Sieben Minuten später war der Schlussmann aus Hamburg, der erneut den angeschlagenen Stammtorhüter Max Weinhold vertrat, dann aber doch geschlagen. Richard Smith traf per Ecke durch Jessulats Beine (17.). Die Deutschen ließen sich davon aber nicht sonderlich beeindrucken, sondern agierten sicher und konzentriert weiter. Hinzu kam, dass sie sich bei ihrem dritten Tor mal wieder auf ihre bei dieser WM längst nicht immer nachgewiesene Treffsicherheit bei Kurzen Ecken verlassen konnten. Häner überwand James Fair mit einem schönen Schlenzer.
Nach dem Wechsel setzten die Briten, die schon drei Minuten vor dem Ende der Halbzeitpause entschlossen auf dem Feld standen, zum Sturmlauf an. Nun rückte Jessulat mehr in den Mittelpunkt. Der Weltmeister schaffte es aber, durch enge Manndeckung des Gegners Aktionen oft schon im Keim zu ersticken. Und nach Anwendung des Video-Beweises sorgte Butt mit einem weiteren Eckentor für die umjubelte Entscheidung.
dpa
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