Freitag, 20. Juni 2008
Löw als Taktikfuchs: Die neue "Doppelsechs"
Die Umstellung der Taktik im deutschen Spiel war der Schlüssel zum Erfolg über Portugal. Darin ist sich die Fußballwelt einig. Und immer wieder war in den Analysen die Rede von der "Doppelsechs", die das Spiel der DFB-Elf belebt und Michael Ballack mehr Freiräume eröffnet habe.
Die "Doppelsechs" ist eine junge Erfindung im Fußball. Ihren Durchbruch als Spielformation erlebte sie bei der Weltmeisterschaft 2006. Zurückzuführen ist der Begriff "Doppelsechs" auf klassische Aufstellungen, bei denen der defensive Mittelfeldspieler traditionell die Rückennummer 6 trägt. Ein System mit zwei defensiven Mittelfeldspielern wird daher als "Doppelsechs" bezeichnet.
Die Sechser sind vor der Viererkette der Abwehr postiert. Im Spiel Portugal gegen Deutschland waren das Simon Rolfes und Thomas Hitzlsperger. Die beiden Sechser werden oft als "Gewinner" im modernen Fußball gesehen. Denn sie sind nicht mehr nur defensiv eingestellt, sondern sollen vielmehr ein schnelles Umstellen von Rückzug auf Angriff ermöglichen und dabei das Mittelfeld kreativ füttern. Im Mittelfeld selbst agieren noch drei Akteure, ein Stürmer bildet die Spitze.
Oft übernimmt ein Sechser eine eher defensive, der andere eine eher offensive Rolle. Bei der Weltmeisterschaft 2006 fuhren alle Mannschaften, die nicht mehr auf eine klassische 4-4-2-Aufteilung setzten, besser. Alle Halbfinalisten spielten mit einer "Doppelsechs", auch Deutschland. Damals allerdings noch mit zwei Stürmern und Torsten Frings neben Michael Ballack. Ballack gefiel seine Position im Viertelfinale der EM im offensiven zentralen Mittelfeld neben Schweinsteiger und Podolski allerdings sichtlich besser. Und: Seine Torgefährlichkeit kommt so besser zur Geltung.
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