Sport

"Nichts hat sich geändert" im Radsport: Doping-Experte ist schockiert

Trotz spektakulärer Ermittungserfolge gegen dopende Radprofis und Ärzte sieht der italienische Doping-Experte Benedetto Roberti keinen Mentalitätswandel. Den Radsport hält er noch immer für dopingverseucht, auf allen Ebenen.

Michele Ferrari firmierte in Radsportkreisen als "Dottore Epo". Auch wenn ihm das Handwerk gelegt ist: gedopt wird weiterhin.
Michele Ferrari firmierte in Radsportkreisen als "Dottore Epo". Auch wenn ihm das Handwerk gelegt ist: gedopt wird weiterhin.(Foto: picture alliance / dpa)

Benedetto Roberti, Richter im Fall des wegen seiner Doping-Verwicklungen angeklagten Mediziners Michele Ferrari, hat dem Radsport ein schlechtes Zeugnis ausgestellt. "Nichts hat sich geändert. Es ist nicht wahr, dass sich die Situation in den vergangenen Jahren gebessert hat. Ich habe Dinge gesehen, die kann man sich nicht vorstellen", sagte der angesehene Jurist in einem Interview des italienischen Radsport-Magazins "Tuttobici".

Roberti kennt sich in der Szene bestens aus, ist selbst als Radsportler aktiv und arbeitete auch mit der US-Anti-Doping- Behörde USADA zusammen, die Lance Armstrong zu Fall gebracht hatte. Seinen Angaben zufolge gibt es neue Epo-Mittel, die nicht nachzuweisen sind. Alle Radsport-Ebenen, vom Amateursport bis zu Wohltätigkeitsrennen, sind nach Meinung Robertis dopingverseucht.

"Wir haben es mit skrupellosen Leuten zu tun, die sich alles spritzen, ohne die Folgen zu bedenken. Sie verwenden aus Krankenhäusern gestohlene Produkte und Mittel aus Osteuropa oder Fernost, ohne jede Qualitätsgarantie", meinte Roberti.

Der Richter forderte den Weltverband UCI auf, Bjarne Riis die Lizenz zu entziehen. Der Toursieger von 1996 und Chef des Saxo-Tinkoff-Teams hatte Doping zu aktiven Zeiten zugegeben. Sein Name war auch im Zusammenhang mit den Usada-Ermittlungen gegen Armstrong gefallen.

Quelle: n-tv.de

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