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Seit Anfang Januar steht Meldonium auf der Liste der verbotenen Substanzen.
Seit Anfang Januar steht Meldonium auf der Liste der verbotenen Substanzen.(Foto: imago/ITAR-TASS)

Nächster Meldonium-Fall im Ringen: Dopingaffäre spitzt sich weiter zu

Die Dopingermittler werden beim Ringen-Mannschaftsmeister ASV Nendingen erneut fündig: Diesmal entlarvt ein Test einen Sportler das verbotene Mittel Meldonium genommen zu haben. Während sich die Schlinge weiter zu zieht, erhebt ein Anwalt schwere Vorwürfe.

Einer der verdächtigen Athleten des deutschen Ringen-Mannschaftsmeisters ASV Nendingen ist positiv auf das Dopingmittel Meldonium getestet worden. Das habe die A-Probe ergeben, sagte Rechtsanwalt Manfred Zipper, der einen Trainer und mehrere Betreuer des Vereins vertritt. Die Welt-Anti-Doping-Agentur Wada hatte Meldonium erst Anfang des Jahres auf ihre Liste verbotener Substanzen gesetzt. Zuletzt war auch die russische Weltklasse-Tennisspielerin Maria Scharapowa positiv auf das Mittel getestet worden.

Erst am Dienstag hatte die zuständige Staatsanwaltschaft Freiburg die Ermittlungen gegen weitere Sportler des ASV ausgeweitet. Zipper kritisierte das Vorgehen der Behörde als "Irrsinn". "Da wurde etwa mit einer ganzen Armada von Ermittlern in Wohnungen von unbeteiligten Betreuern einmarschiert", sagte er.

Darauf angesprochen betonte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft, dass mit den vorgenommenen Maßnahmen lediglich der gesetzliche Auftrag erfüllt wurde. "Vollzogen wurden richterlich angeordnete Durchsuchungsbeschlüsse", sagte er. Am Dienstag hatte die Staatsanwaltschaft ihre Ermittlungen gegen weitere Athleten ausgeweitet, da sich nun auch der Verdacht der Anwendung "verbotener Methoden" beim ASV ergeben habe.

"Es gibt keinen einzigen Beweis"

Auch darauf reagierte Zipper: "Es gibt in der mir vorliegenden kompletten Ermittlungsakte keinen einzigen Beweis für ein Fehlverhalten eines weiteren Sportlers oder Funktionärs." Ursprünglich waren zwei Athleten positiv getestet worden. Laut einer Erklärung des Deutschen Ringer-Bundes richte sich der Verdacht konkret gegen einen weiteren Sportler. Ein Doping-Test bei dem Athleten sei zwar negativ verlaufen. Allerdings besteht laut Staatsanwaltschaft der Verdacht, dass bei Infusionen mit eigentlich erlaubten Vitaminpräparaten eine bestimmte Menge überschritten worden sei. Dann wäre die Verabreichung gemäß des neuen Anti-Doping-Gesetzes strafbar.

Neben der deutlichen Kritik an der Staatsanwaltschaft kündigte Rechtsanwalt Zipper eine Verfassungsbeschwerde gegen das neue Gesetz an. "Denn aus meiner Sicht liegt ein eklatanter Verstoß gegen deutsches Recht vor", sagte er. Ein positiv getesteter Sportler müsse laut des neuen Gesetzes zu seiner Verteidigung einen "atypischen Geschehensablauf" geltend machen, wozu er "sprechen, reden, sich äußern" müsse. "Im Strafprozessrecht wird ihm damit ein wichtiges Mittel der Verteidigung genommen, nämlich das Recht zu schweigen", sagte Zipper.

Quelle: n-tv.de

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