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Eisschnelllauf-Weltmeister Pawel Kulischnikow steht unter dringendem Dopingverdacht.
Eisschnelllauf-Weltmeister Pawel Kulischnikow steht unter dringendem Dopingverdacht.(Foto: dpa)

Weltmeister und Olympiasieger: Drei russische Topsportler positiv getestet

Nach dem überraschenden Geständnis von Tennisstar Maria Scharapowa erwartet Russlands Sportminister weitere Dopingfälle in seinem Land. Und die kommen schneller als gedacht: Gleich drei prominente Athleten werden des Dopings überführt.

Nach der Enthüllung durch Tennis-Superstar Maria Scharapowa wird der russische Sport von weiteren Dopingfällen erschüttert. Nach Informationen russischer Medien wurde auch bei Eisschnelllauf-Weltmeister Pawel Kulischnikow (21), dem Shorttrack-Staffelolympiasieger Semjon Jelistratow (25) und Volleyball-Nationalspieler Alexander Markin (25) die verbotene Substanz Meldonium nachgewiesen. Das berichtete die russische Nachrichtenagentur Tass.

Zehn Meldonium-Fälle im Jahr 2016

Februar:
Eduard Worganow: Russland, Radsport
Olga Abramowa: Ukraine, Biathlon
Zwei Athleten des ASV Nendingen nicht namentlich genannt, Ringen
Artem Tyschtschenko: Ukraine, Biathlon

März:
Jekaterina Bobrowa: Russland, Eiskunstlauf
Maria Scharapowa: Russland, Tennis
Pawel Kulischnikow: Russland, Eisschnelllauf
Semjon Jelistratow:
Russland, Shorttrack
Alexander Markin: Russland, Volleyball

Kulischnikow hält den Weltrekord über 500 m, er hatte im Februar bei der Heim-WM in Kolomna die Titel über 500 m und 1000 m gewonnen und anschließend auch beim Sprint-Mehrkampf in Seoul WM-Gold gefeiert. Es wäre nicht das erste Vergehen des 21-Jährigen, sollte sich der Verdacht durch die B-Probe bestätigen. Bereits von März 2012 bis März 2014 durfte er wegen der Einnahme des Doping-Mittels Methylhexanamin nicht an Wettkämpfen teilnehmen. Nun droht ihm eine noch längere Sperre.

Neue Regel erhöht den Druck

Eine sehr hohe Fallzahl beim Nachweis von Meldonium im vergangenen Jahr hatte dazu geführt, dass der Wirkstoff von der Welt-Anti-Doping-Agentur ab dem 1. Januar 2016 auf die Verbotsliste gesetzt wurde. Am Montag erst hatte Tennisstar Scharapowa öffentlich gemacht, dass sie bei den Australian Open im Januar positiv auf Meldonium getestet worden sei.

Meldonium ist laut Mario Thevis, Dopingforscher an der Deutschen Sporthochschule Köln, mit herkömmlichen Verfahren "verhältnismäßig leicht nachzuweisen". Das Präparat Mildronat mit dem Wirkstoff Meldonium werde für verschiedene therapeutische Zwecke verwendet, sagte Thevis, "bei Herzerkrankungen, Infarkten und Diabetes". Die positiven Effekte des Wirkstoffs seien "eine höhere physische und mentale Belastbarkeit sowie eine schnellere Regeneration".

Noch am Vormittag hatte Russlands Sportminister Witali Mutko erklärt, dass er mit weiteren Dopingfällen in seinem Land rechne. Er sieht die Probleme vor allem bei der bei Scharapowa nachgewiesenen Substanz Meldonium. "Es sieht so aus, dass wir uns wegen dieses Medikaments auf ein paar Schocks vorbereiten müssen", sagte der Minister. Mit so schnellen Ergebnissen hatte aber wohl selbst er nicht gerechnet.

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