Fußballticker

Automatisch aktualisieren
 2. Bundesliga Relegation, Di., 24. Mai. 19:10 Uhr Spieltag/Tabelle
MSV Duisburg
1:2 (1:1)
Würzburger Kickers Spielbericht
Sport
(Foto: imago/Eibner)

Nach Vorfall im Trainingslager: Effenberg übersteht die Affäre

Stefan Effenberg bleibt Trainer des abstiegsbedrohten SC Paderborn. Nicht mit in die Rückrunde startet Stürmer Nick Proschwitz: Der erfolgreichste Angreifer muss gehen, nachdem er in der Türkei blank gezogen haben soll. Das ist auch für den Verein bitter.

In der Affäre um Stürmer Nick Proschwitz ist Trainer Stefan Effenberg beim SC Paderborn glimpflich davongekommen, dagegen wurde Proschwitz mit sofortiger Wirkung freigestellt. Nach den Vorfällen im Trainingslager des Fußball-Zweitligisten im türkischen Belek wurde der 47 Jahre alte Effenberg von Klubchef Wilfried Finke zum Rapport bestellt, durfte seinen Job aber behalten. Auch Manager Michael Born bleibt im Amt.

Video

Finke sprach von "sehr vertrauensvollen" Gesprächen mit Effenberg und Born. Er sehe "keine Ursache, an deren Aussagen zu zweifeln". Für Proschwitz gibt es in Paderborn dagegen keine berufliche Zukunft mehr. Der 29-Jährige hatte beim feuchtfröhlichen Abschlussabend des Trainingslagers in der Sportsbar eines Fünf-Sterne-Hotels offenbar jegliche Kontrolle verloren, entblößte dabei in Anwesenheit einer Angestellten der organisierenden Agentur sowohl sein Geschlechts- als auch sein Hinterteil. "Der Spieler Nick Proschwitz wird das Trikot des SC Paderborn nicht wieder überstreifen", sagte Finke. "Mir ist völlig egal, wie tief die Hose hing. Als Spieler des SC Paderborn, als Gast in einem muslimisch geprägten Land, ist dafür einfach kein Platz. Ich verurteile und verabscheue dieses Verhalten."

Vorwürfe gegen Effenberg ausgeräumt

Zunächst hatte auch die Trennung von Effenberg und Born im Raum gestanden. Finke hatte den beiden Verantwortlichen eine Verletzung der Führungspflicht vorgeworfen - dieser Vorwurf konnte offensichtlich entkräftet werden. "Tatsache ist, dass die Herrschaften nicht dabei waren und keine Kenntnis davon hatten. Die Bettruhe war um ein Uhr, der Trainer, die Ko-Trainer und auch Michael Born haben diese Bettruhe eingehalten. Wir konnten bei der Befragung nicht den Ansatz einer Unregelmäßigkeit feststellen", sagte Finke.

Schon am Mittwoch hatten einige Spieler, darunter Proschwitz, beim Mannschaftsabend im Hotel über die Stränge geschlagen. Finke bestätigte dies und sprach von einem „Spieler, der aufgrund einer verloren Wette im Pool gelandet" sei. Effenberg habe den namentlich nicht genannten Spieler ermahnt. Angesichts dieser Ereignisse klang der Eintrag auf der Homepage der Ostwestfalen von Samstag wie Hohn: "Auf ein gelungenes Trainingslager im türkischen Belek blickt Chef-Trainer Stefan Effenberg zurück. Der Coach lobte seine Spieler. Die Jungs haben sehr gut mitgearbeitet."

Wie es mit Proschwitz weitergeht, ist noch unklar. Der Verein hat laut Finke einen "Arbeitsrechtler hoher Qualität beauftragt", der sich auch mit der Frage auseinandersetzen werde, ob "Schadensersatzforderungen zu stellen" seien. Finke führte aus, man werde sich nach einem Ersatz für den mit fünf Saisontoren bislang treffsichersten Torschützen Proschwitz umsehen. "Das ist aber nicht gerade einfach." Überhaupt kommt der Vorfall zur Unzeit, als Tabellen-16. schweben die Ostwestfalen in Abstiegsgefahr. Dennoch will Finke an Effenberg, dessen Vertrag bis zum 30. Juni 2017 läuft, vorerst festhalten. "Ich erwarte, dass er die Mannschaft führt, und das kann er auch. Dennoch muss er jetzt liefern. Der Februar wird ein ganz entscheidender Monat für uns. Dann wird man sehen, wohin die Reise geht."

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen