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Sidney Crosby ist mit deutlichem Abstand Topscorer der NHL.
Sidney Crosby ist mit deutlichem Abstand Topscorer der NHL.(Foto: AP/dpa)

"Crosby ist der König der NHL": Eishockey-Genie brilliert wieder

Vor anderthalb Jahren steht Kanadas Eishockey-Goldjunge Sidney Crosby nach schweren Gehirnerschütterungen vor dem Karriereende. Die Zeit der Zweifel ist vorbei, die NHL hat ihren Superstar wieder. "Sid the Kid" ist besser als je zuvor. Selbst Legende Wayne Gretzky verneigt sich vor der Magie des Pittsburgh-Kapitäns.

Als er den Pass mustergültig auf den Schläger bekam, fackelte Matt Niskanen nicht lange. Ein Schuss aus dem Handgelenk, drin, 2:1 für die Pittsburgh Penguins, zugleich der Siegtreffer gegen die Washington Capitals. Vom Consol Energy Center flog beinahe das Dach weg, so laut schrien die Leute, und hinterher behauptete die "Pittsburgh Post-Gazette", der Geräuschpegel in der drei Jahre alten Arena noch nie so hoch gewesen. Nur Sidney Crosby tat mal wieder, als sei nichts gewesen.

Er hatte den Siegtreffer am Mittwochabend eingeleitet, er hatte auch die Vorlage zum ersten Tor seiner Mannschaft gegeben, als sie mit 0:1 hinten lag. Es war der zehnte Sieg in Serie für die Pinguine - als erster Mannschaft in der National Hockey League (NHL) ist ihnen das in drei Spielzeiten nacheinander gelungen. Das Wichtigste aber ist: Superstar Sidney Crosby (25) ist so gut wie nie.

"Crosby ist der König der NHL", postulierte die Zeitung "Toronto Globe and Mail" dieser Tage. Das bestreitet keiner, war aber so nicht zu erwarten. Im Januar 2011 hatte Crosby zwei Gehirnerschütterungen erlitten - innerhalb von fünf Tagen. Die Saison war zu Ende. In der folgenden Spielzeit 2011/12 verpasste er die ersten 20 Spiele, nach acht Einsätzen und Schwindelgefühlen war wieder Schluss. Immerhin: Ab 15. März 2012 kehrte er noch einmal für 14 Einsätze zurück.

Die Zeit der Zweifel ist vorbei

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Wer jemals Zweifel hatte, ob Crosby, als Schütze des Siegtores im olympischen Endspiel 2010 in Vancouver gegen die USA längst kanadischer Nationalheld, die NHL wieder dominieren würde, kann sich beruhigt zurücklehnen. Am Mittwochabend spielten die Penguins ihr 31. Spiel in der auf Grund des Arbeitskampfes auf 48 Spiele verkürzten Saison: Die beiden Vorlagen von Crosby waren seine Scorer-Punkte 49 und 50. Er führt diese Statistik mit zehn Punkten Vorsprung an.

Ehe er vor etwas mehr als zwei Jahren die Gehirnerschütterungen erlitt, sei Crosby "auf dem Höhepunkt seiner Karriere gewesen", sagt Pittsburghs Coach Dan Blysma, jetzt "ist er schon wieder ganz gut." Ganz gut? "Es ist nicht so, dass er mal eine wunderbare Aktion hat und du sagst: Hey, der Kerl spielt großartig. Er macht das Spiel für Spiel, das ist das Unglaubliche daran."

Crosby ist auf dem Kufen Künstler und Kämpfer zugleich.
Crosby ist auf dem Kufen Künstler und Kämpfer zugleich.(Foto: AP/dpa)

Für diese Magie wird Crosby von 2013 bis 2025 mit 104,4 Millionen Dollar entlohnt werden. Früher nannten sie Crosby "Sid the Kid". Jetzt, nachdem er sich als alles andere als ein Weichei enpuppt hat, erntet er Respekt als "Sid the Man". "Das Wichtigste ist: Egal, wie gut du bist, es spielt keine Rolle, wenn du nicht die richtige Einstellung hast", sagt kein Geringerer als Wayne Gretzky, "The Great One". Und seine Meinung zu Crosby? "Es gibt für mich keinen Zweifel: Er ist ohne Frage der am härtesten arbeitende Kerl auf dem Eis. In jedem Spiel!"

Ungetrübter Blick aufs Eis

Vor allem hat Crosby wieder und außerdem wie kein Zweiter diesen ungetrübten Blick für das Geschehen auf dem Eis, er liest das Spiel, er weiß, wo seine Mitspieler stehen. "Es hat ein bisschen gedauert", sagt er, "aber jetzt ist das Timing wieder da." Und leise und fast demütig ergänzt er, dass er eigentlich nur froh sei "dass ich viele Spiele machen kann."

Crosby drohte das Karriereende. Jetzt, da er wieder spielt, scheint er jede Eiszeit genießen zu wollen. Vielleicht hat ihn die schwierige Zeit, die Ungewissheit, ob es weitergeht, noch besser gemacht, als er ohnehin schon war. Gretzky jedenfalls sagt, Crosby sei zweifelsohne der "beste Spieler der Gegenwart". Und wer mag da schon widersprechen.

Quelle: n-tv.de

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