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Triumph im Wohnzimmer: Roger Federer ist ab sofort alleiniger Rekordhalter in Wimbledon.
Triumph im Wohnzimmer: Roger Federer ist ab sofort alleiniger Rekordhalter in Wimbledon.(Foto: REUTERS)
Sonntag, 16. Juli 2017

"Magischer" Tennis-Superlativ : Federer gewinnt Rekord-Titel in Wimbledon

Mit seinem achten Titel krönt sich der Schweizer Tennisprofi Roger Federer zum Wimbledon-Rekordsieger bei den Herren. Im Finale lässt er seinem gehandicapten Gegner Marin Cilic keine Chance und gewinnt das Turnier ohne Satzverlust. Bei Cilic fließen Tränen.

Roger Federer hat sich 14 Jahre nach seiner Titelpremiere erneut zum Wimbledon-Champion gekrönt und sich mit seinem achten Triumph auf dem heiligen Rasen als alleiniger Herren-Rekordhalter endgültig in der Tennis-Geschichte verewigt. 6:3, 6:1, 6:4 gewann der 35 Jahre alte Schweizer das Endspiel gegen den von Blasen am Fuß gehandicapten Kroaten Marin Cilic.

"Das ist magisch. Fast schon zu viel", sagte er: "Ich wusste nach dem letzten Jahr überhaupt nicht, ob ich hier noch einmal ins Finale kommen kann. Aber ich habe immer daran geglaubt und immer geträumt."

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Mit seinem Erfolg in nur 1:41 Stunden schrieb Federer ein weiteres Kapitel in seiner Karriere der Superlative. Er überflügelte die siebenmaligen Turniersieger William Renshaw und Pete Sampras, sicherte sich Grand-Slam-Titel Nummer 19 und ist jetzt der älteste Wimbledon-Gewinner in der Historie des Profitennis. Zudem blieb er als erst zweiter Spieler nach dem Schweden Björn Borg 1976 ohne Satzverlust in Wimbledon.

Einen Tag nach der Wimbledon-Siegpremiere der Spanierin Garbiñe Muguruza durften in der Royal Box neben reichlich Tennis-Prominenz auch Prinz William und Herzogin Kate, die britische Premierministerin Theresa May, die Schweizer Bundespräsidentin Doris Leuthard oder Fürst Albert II. von Monaco die Federer-Festspiele bestaunen.

"Komm jetzt" als Knackpunkt

Nur bis zum 2:2 im ersten Satz sahen sie ein ausgeglichenes Match. Der Weltranglisten-Sechste Cilic peitschte immer wieder seine Vorhand in die Ecken und ließ Federer laufen. Der Schweizer wirkte zumindest zu Beginn leicht angespannt. Als er seinen ersten Spielball zum 1:1 hatte, unterlief ihm ein Doppelfehler. Beim Stand von 1:2 wehrte Federer einen Breakball ab, feierte den Punktgewinn zum 2:2 mit einem lauten "Komm jetzt" und riss die Zuschauer wenig später mit einem spektakulären Ballwechsel mit Netzangriff erstmals von den Sitzen.

Im Gegensatz zum verregneten Vortag, als Muguruza unter dem geschlossenen Dach des Centre Courts die fünfmalige Wimbledonsiegerin Venus Williams mit einem 7:5, 6:0 deklassierte, schob sich während des Herren-Finales immer mal wieder die Sonne durch die Wolken. Zum 3:2 nahm Federer seinem 1,98 Meter großen Gegenüber den Aufschlag ab und sicherte sich nach 36 Minuten den ersten Satz.

Verletzung und Tränen

Zu Beginn des zweiten Durchgangs verdunkelte sich plötzlich die Stimmung bei Cilic. Er verlor sein Service zum 0:2 und musste sich beim Stand von 0:3 behandeln lassen. Der 28-Jährige vergrub sein Gesicht im Handtuch und kämpfte erfolglos gegen die Tränen an. Als die Zuschauer schon eine Aufgabe befürchteten, kam Cilic aber wieder auf den Platz zurück und versuchte sich zu wehren. Doch der US-Open-Sieger von 2014 wirkte merklich geschwächt und angeschlagen. Nur 25 Minuten dauerte Durchgang zwei. Wieder kam medizinisches Fachpersonal auf den Platz und verband mehrere Blasen am linken Fuß.

Von der Behandlungspause ließ sich Federer nicht beeinflussen oder gar irritieren. Er spielte einfach hochkonzentriert und fokussiert weiter. Im dritten Satz glückte ihm die Vorentscheidung mit einem Break zum 4:3. Nach 1:41 Stunden verwandelte er dann seinen zweiten Matchball zu seinem erste Wimbledon-Titel seit 2012. Insgesamt war es für den Schweizer Rekord-Grand-Slamsieger der achte nach 2003, 2004, 2005, 2006, 2007, 2009 und 2012.

(Foto: Christoph Wolf / n-tv.de)

Quelle: n-tv.de

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