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Halbfinals in Eishockeymeisterschaft: Fernduell der Rekordtorjäger elektrisiert DEL

Michael Wolf und Patrick Reimer sind die besten Torjäger in der deutschen Eishockey-Geschichte. Nun stehen die Kapitäne von München und Nürnberg im Halbfinale der Meisterschaft. Von einem Fernduell wollen beide nichts wissen. Sie interessiert nur der Titel.

Patrick Reimer von den Nürnberg Ice Tigers will mit seinem Team endlich die deutsche Eishockey-Meisterschaft gewinnen.
Patrick Reimer von den Nürnberg Ice Tigers will mit seinem Team endlich die deutsche Eishockey-Meisterschaft gewinnen.(Foto: imago/Eibner)

Patrick Reimer jagt Michael Wolf: Das Fernduell der Rekordtorjäger elektrisiert im Halbfinale um die deutsche Meisterschaft die Eishockey-Fans. Nur die beiden Hauptdarsteller interessiert es nicht, sie wollen endlich den ersten Titel gewinnen. "Das wird vielleicht einmal wichtig sein, wenn ich auf meine Karriere zurückblicke", sagte Reimer, der mit seinen Nürnberg Ice Tigers in der Runde der letzten Vier auf die Grizzlys Wolfsburg trifft: "Im Moment steht der Erfolg der Mannschaft im Vordergrund."

Wolf, der mit dem Hauptrundensieger Red Bull München gegen die Kölner Haie um den Finaleinzug kämpft, lag vor dem Halbfinalstart in der ewigen Torschützenliste der Deutschen Eishockey Liga (DEL) mit 273 Treffern nur ein Tor vor Reimer.

Doch auch der 35-Jährige, der mit einem Doppelpack beim entscheidenden 2:1 im fünften Viertelfinale am Gründonnerstag gegen die Straubing Tigers an die Spitze zurückgekehrt war, will von dem Duell nichts wissen. "Wichtig ist nur, dass irgendeiner das Ding zum Schluss über die Linie drückt", sagte der Ex-Nationalspieler.

Reimer will Wolfsburg-Fluch besiegen

Red Bull Münchens Torjäger Michael Wolf hat erstmals in seiner Karriere das DEL-Halbfinale erreicht.
Red Bull Münchens Torjäger Michael Wolf hat erstmals in seiner Karriere das DEL-Halbfinale erreicht.(Foto: imago/foto2press)

Wolf und Reimer, der im Januar Platz eins in der Rangliste übernommen hatte, verbindet nicht nur die Torrekordjagd, sie eint auch der Traum vom ersten deutschen Meistertitel. Der 33-jährige Reimer war zweimal schon ganz nah dran am DEL-Silberpokal: 2006 und 2009 scheiterte der Allgäuer mit der Düsseldorfer EG im Finale an den Eisbären Berlin. Mit Nürnberg steht er jetzt erstmals im Halbfinale. "Wir sind noch lange nicht am Ende unseres Weges", sagte er.

Der Stürmer, der seine Karriere beim ESV Kaufbeuren begann, ist in der Form seines Lebens. Mit 26 Treffern war er in der Hauptrunde wie schon 2014 Torschützenkönig, mit 64 Punkten zudem bester Scorer der DEL, die Liga zeichnete ihn folgerichtig als Spieler des Jahres aus. Doch all diese persönlichen Erfolge trösten nicht darüber hinweg, dass das Wichtigste noch fehlt. "Eine Meisterschaft würde alles krönen", sagte Reimer, auch wenn er, "mit dem, was ich erreicht habe, recht zufrieden" ist.

An den Halbfinalgegner Wolfsburg hat er allerdings schlechte Erinnerungen: Dreimal schon scheiterte Reimer in den Play-offs an den Niedersachsen, 2010 mit mit der DEG, 2013 und 2014 mit Nürnberg.

"Im Halbfinale gibt es keine Favoriten mehr"

Wolf, im zweiten Jahr in München, hat erstmals in seiner Karriere das DEL-Halbfinale erreicht. Der ehemalige Kapitän der Nationalmannschaft, der seine internationale Laufbahn nach der WM 2015 in Prag und 53 Toren in 152 Länderspielen beendete, war mit den Iserlohn Roosters lediglich dreimal ins Viertelfinale vorgestoßen.

Jetzt, beim Hauptrundenmeister und Branchenführer, der sich dank des österreichischen Brause-Milliardärs Dietrich Mateschitz den Titel-Sturm geschätzte 12,5 Millionen Euro Saisonbudget kosten lässt, will der 35-Jährige endlich Meister werden. Auch wenn er mit der Favoritenrolle gegen den Überraschungsgegner Köln nichts anfangen kann. "Köln hat Mannheim und Berlin geschlagen", betonte Wolf, "im Halbfinale gibt es keine Favoriten mehr".

Quelle: n-tv.de

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