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Severin Freund und die Olympiaschanze in Garmisch-Partenkirchen - es bleibt ein Trauerspiel.
Severin Freund und die Olympiaschanze in Garmisch-Partenkirchen - es bleibt ein Trauerspiel.(Foto: dapd)

Und jährlich grüßt der Garmisch-Absturz: Freund hakt Tournee-Sieg ab

Die Euphorie ist verflogen: Trotz seines starken Auftakts muss Severin Freund seinen großen Traum vom Gesamtsieg bei der Vierschanzentournee schon zur Halbzeit begraben, er platzt in Garmisch-Partenkirchen. Ziel ist nun der dritte Platz.

Immerhin schaffte es Freund diesmal ins Finale.
Immerhin schaffte es Freund diesmal ins Finale.(Foto: dapd)

Am Ruhetag der Vierschanzentournee gab Severin Freund endlich wieder Vollgas. Mit den Autos eines Sponsors absolvierten die deutschen Skispringer ein temporeiches Sicherheitstraining auf dem frisch gefallenen Schnee. Für mehr Kontrolle auf der Straße - aber auch, "um den Kopf freizukriegen", wie Freund nach seinem ernüchternden 15. Platz beim Neujahrsspringen in Garmisch-Partenkirchen zugab.

Gute Freunde werden der 24-Jährige und die große Olympiaschanze wohl nicht mehr. "Es ist immer wieder Garmisch-Partenkirchen, das ich nicht ganz bezwingen kann", sagte der Niederbayer, der in der Gesamtwertung auf Rang fünf zurückfiel. Schon im Vorjahr war Freunds großer Traum vom Tournee-Sieg an der zweiten Station geplatzt. Damals war er im zweiten Durchgang von Rang zwei auf sieben abgestürzt, nun reichte es nur zu zwei durchschnittlichen Sprüngen.

"Normale Entwicklung eines Spitzensportlers"

"Severins Sprünge kommen nicht so konstant wie zu Beginn der Saison. Er ist noch immer in einer sehr guten Verfassung, aber in den letzten Wochen ist es ihm nicht mehr so leicht von der Hand gegangen wie noch vor einem Monat", sagte Werner Schuster. Das sei "die normale Entwicklung eines Spitzensportlers", so der Bundestrainer, der den Sprung auf das Podium als neues Ziel ausgab: "Wir werden alles daransetzen, um zumindest den dritten Gesamtrang nach Hause zu bringen."

Auch das wäre durchaus ein Erfolg: Letzter deutscher Gesamt-Dritter bei der Tournee war Michael Neumayer vor nun schon fünf Jahren. Dennoch war nicht nur bei Freund die Euphorie des dritten Platzes in Oberstdorf etwas verflogen. "Dass ich hier besser sein wollte, ist klar. Aber man kann das jetzt auch nicht ändern. Ich werde es analysieren und dann abhaken", sagte Freund, der 2010 und 2011 in Garmisch sogar nur auf den Rängen 47 und 42 gelandet war.

Zu viele Fehler verhagelten den DSV-Adlern ein gutes Gesamtergebnis und Bundestrainer Werner Schuster die Stimmung.
Zu viele Fehler verhagelten den DSV-Adlern ein gutes Gesamtergebnis und Bundestrainer Werner Schuster die Stimmung.(Foto: dapd)
"Es waren zu viele Fehler dabei"

Doch es war nicht nur Freunds verpasste Chance, die auf die Stimmung drückte. "Ich bin nicht zufrieden. Wenn wir niemanden in die Spitze bekommen, ist das nicht unser Anspruch", sagte ein angefressener Schuster. Mehr als Platz neun durch den erst 17 Jahre alten Andreas Wellinger gab es an Neujahr nicht zu feiern. Zu wenig, fand Schuster: "Es waren zu viele Fehler dabei. Unsere Leistungsträger haben nicht die Leichtigkeit an den Tag gelegt, die es braucht."

Ein echter Lichtblick war dagegen Martin Schmitt, der sogar das Ticket für die abschließenden Springen in Innsbruck am Freitag und Bischofshofen am Sonntag löste. "Ihm gebührt hoher Respekt. Er hat sich den weiteren Tourneeverlauf durch seine starken Leistungen verdient", sagte Schuster über den 14. Platz des viermaligen Weltmeisters, der erst Ende Dezember den Sprung ins deutsche Team geschafft hatte und nun unter anderem Danny Queck und Karl Geiger aus der Mannschaft verdrängte. "Für diese Jungs tut es mir weh, aber in letzter Konsequenz machen wir Leistungssport", so Schuster.

Nur noch mit sechs Springern ging es somit weiter nach Innsbruck. Am ausverkauften Bergisel soll zumindest wieder ein gutes Tagesergebnis her. Erster Anwärter ist einmal mehr Severin Freund: "Vom Profil her ist Innsbruck eine Schanze, die mir sehr, sehr liegt", sagte Freund, ehe er sich an seinen mageren 21. Platz des Vorjahres erinnerte: "Leider habe ich dort noch nie ein richtig gutes Ergebnis gehabt. Das ist auf jeden Fall ein Anreiz, es dieses Mal besser zu machen."

Quelle: n-tv.de

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