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Frust statt Medaillenambitionen: Severin Freund legte einen Fehlstart in die Skiflug-WM hin.
Frust statt Medaillenambitionen: Severin Freund legte einen Fehlstart in die Skiflug-WM hin.(Foto: dpa)

"Das ist ernüchternd und blöd": Freund verpatzt Start in die Skiflug-WM

In vier Durchgängen wird der Weltmeister im Skifliegen ermittelt. Für Titelverteidiger Severin Freund platzt der Traum vom erneuten Gold am Kulm schon im ersten Sprung. Topfavorit Peter Prevc entreißt ihm auch noch den Schanzenrekord, führt aber dennoch nicht.

Erst verlor Severin Freund seinen Schanzenrekord, dann wohl seine letzte Medaillen-Chance: Der Titelverteidiger hat nach einem schwachen Start in die Skiflug-WM am Kulm als Siebter kaum noch Chancen auf das erhoffte Edelmetall. "So ist Skifliegen. Entweder es läuft - oder eben nicht", sagte der Weltmeister, dem zum Podest bereit umgerechnet knapp 20 Meter fehlen.

Freund flog vor 11.000 Zuschauern auf 209,5 und 203,0 Meter, deutlich zu wenig für die Spitze. Auf Gold-Kurs steuert überraschend Kenneth Gangnes, der auf 236,0 und 216,0 Meter kam. Mit 419,4 Punkten liegt der Norweger knapp vor Topfavorit und Tourneesieger Peter Prevc (418,1). Der Slowene verbesserte mit 243,0 Meter zunächst zwar Freunds Schanzenrekord aus dem Vorjahr um stolze 5,5 Meter, verlor mit einem Satz auf 213,5 Meter aber noch seine Führung. Rang drei belegt Stefan Kraft aus Österreich (415,6) knapp vor Johann Andre Forfang aus Norwegen (415,0). Damit deutet sich für die entscheidenden zwei Durchgänge am Samstag (14 Uhr ein echter Krimi an.

"Die Abstände sind gewaltig"

Nach 209 Metern landete Freund am Kulm bei seinem ersten Sprung. Zu kurz, um wieder um Gold mitzuspringen, zumal der zweite Sprung nicht wesentlich weiter ging.
Nach 209 Metern landete Freund am Kulm bei seinem ersten Sprung. Zu kurz, um wieder um Gold mitzuspringen, zumal der zweite Sprung nicht wesentlich weiter ging.(Foto: REUTERS)

Freund kommt dagegen mit deutlichem Rückstand nur auf 370,5 Zähler. "Die Abstände sind gewaltig. Ich werde trotzdem noch einmal angreifen", sagte der 27-Jährige. Zweitbester DSV-Adler ist Richard Freitag mit 350,2 Zählern und Rang elf. Ebenfalls am Samstag noch dabei sind Team-Olympiasieger Andreas Wellinger (347,2), WM-Debütant Stephan Leyhe (305,4) und Andreas Wank (257,4) auf den Rängen 13, 19 und 28. "Das war ein cooler Flugtag, ich hab zwei 200er-Sprünge mitnehmen dürfen. Ein bisschen mehr hatte ich mir aber schon erwünscht", sagte Wellinger.

Mitfavorit Freund wurde besonders im ersten Durchgang auch ein Opfer der schwierigen Bedingungen. Vor dem Sprung des Weltmeisters verkürzte die Jury zunächst den Anlauf, nahm die Entscheidung aber schnell wieder zurück. "Das war etwas unglücklich", sagte auch Bundestrainer Werner Schuster: "Sie haben Severin hin- und hersteigen lassen, das war nicht optimal."

Viel mehr habe Freunds körperlicher Zustand zwei Wochen nach dem Sturz in Innsbruck eine Rolle gespielt. "Er ist nicht mehr so frisch, wie er mal war. Er kämpft wie ein Löwe, aber er kommt nicht ins Fliegen", sagte Schuster, der die Medaille sogar schon abgehakt hat: "Man muss sagen, dass die Lücke zu groß ist. Das ist ernüchternd und blöd."

Für Aufsehen sorgte derweil einmal mehr Japans Skisprung-Methusalem Noriaki Kasai. Der 43-Jährige kam im ersten Durchgang auf starke 240,5 Meter und stellte seine persönliche Karriere-Bestmarke ein. Der Skiflug-Weltmeister von 1992 hat als Fünfter mit 409,0 Punkten noch alle Chancen auf eine Medaille. "Er kann einfach gut fliegen, da kann man nur gratulieren", sagte auch Schuster.

Quelle: n-tv.de

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