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"Der EM-Sieg war nur der erste Schritt", ist sich DHB-Vizepräsident Bob Hanning sicher.
"Der EM-Sieg war nur der erste Schritt", ist sich DHB-Vizepräsident Bob Hanning sicher.(Foto: dpa)

"Wir müssen das konsequent nutzen": Für Handballer nimmt die Feierei kein Ende

Die Dauerparty für die frisch gebackenen Europameister geht weiter: wie zum Beispiel beim Allstar Game in Nürnberg heute Abend. Zeit, um ihren Sieg zu realisieren, haben die deutschen Handballer nicht. Die Dauerparty birgt für den Sport auch eine große Chance.

Nächster Feierstopp, Nürnberg: Die deutschen Handball-Helden bleiben nach ihrem glanzvollen EM-Triumph im Party-Modus. Nach Einträgen in Goldene Bücher, diversen feuchtfröhlichen Empfängen, einem Besuch des Torwart-Giganten Andreas Wolff beim FC Bayern und so mancher TV-Einladung folgt heute um 19.45 Uhr das Schaulaufen beim Allstar Game in Nürnberg.

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Dabei ist bei dem einen oder anderen die Tragweite des Erfolges noch immer nicht angekommen. Schlicht, weil die Zeit fehlte. "Um zu realisieren, dass wir Europameister geworden sind, bräuchte ich wohl zwei Tage Ruhe", sagte etwa Steffen Weinhold, als er sich mit seinen THW-Kollegen Rune Dahmke und Christian Dissinger ins Goldene Buch der Stadt Kiel eintrug. Doch auf Ruhe werden sie noch eine Weile verzichten müssen.

Am Samstag ist das Team von Bundestrainer Dagur Sigurdsson ins ZDF-Sportstudio eingeladen, beim Ball des Sports in Wiesbaden lassen sich die Handballer blicken und so weiter. Das Duell mit einer Bundesliga-Weltauswahl wird überdies durch die neue Zugkraft der DHB-Auswahl immens aufgewertet. Mit gut 7600 Zuschauern ist die Partie ausverkauft, und es hätten noch wesentlich mehr Tickets abgesetzt werden können.

Steilvorlage muss genutzt werden

Die EM-Helden werden fast komplett vertreten sein, nur Außenspieler Tobias Reichmann ist bei seinem polnischen Verein KS Kielce gefragt. Im 17. Allstar-Spiel trifft das DHB-Team auf geballte Weltklasse, in der Liga-Weltauswahl stehen Ausnahmekönner wie die Dänen Niklas Landin oder Hans Lindberg, der Kroate Domagoj Duvnjak oder der Schwede Mattias Andersson.

Trotz der allgemeinen Begeisterung gilt es nun aber, nicht den klaren Blick zu verlieren. Die Verantwortlichen im Verband und der Liga sind sich bewusst, dass die EM-Steilvorlage langfristig genutzt werden muss. "Es werden in diesem Jahr eine ganze Reihe Kinder mehr sein, die sich für Handball interessieren, jetzt müssen wir die nur in die Vereine kriegen", sagt etwa DHB-Präsident Andreas Michelmann.

Fehler nach WM 2007 darf sich nicht wiederholen

Michelmann pocht vehement darauf, sich nicht im Status quo zu sonnen. "Wir wissen, dass wir noch lange nicht in der Weltspitze sind. Wir müssen das erst über die nächsten Turniere beweisen. Dann können wir unser Ziel Olympiasieg 2020 ansteuern", sagte er, und Vizepräsident Bob Hanning unterstrich: "Wir müssen jetzt gucken, dass wir in das Thema Nachhaltigkeit reinbekommen. Die EM hat gezeigt, dass Handball die Nummer eins der Ballsportarten hinter Fußball ist. Das sollten wir konsequent nutzen."

Die Fehler nach dem WM-Titel 2007, als genau dieser nachhaltige Effekt ausblieb, sollen sich nicht wiederholen. Dazu werden am Rande des Showspiels auch erste Gespräche geführt. Die Manager der Bundesligisten tagen genauso wie die Trainer und das Präsidium des Deutschen Handballbundes. "Ein paar Manager haben schon Konzepte geschrieben für den deutschen Handball", sagte Hanning. Nicht nur er sieht das Fundament für eine goldene Zukunft geschaffen, vor allem weil seit einiger Zeit der Austausch zwischen Liga und Verband wesentlich besser funktioniert. "Der Erfolg hat uns weiter vereint", sagte Hanning: "Ich bin sicher, dass wir eine Menge bewegen werden. Der EM-Sieg war nur der erste Schritt."

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Quelle: n-tv.de

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