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WM-Lexikon: A wie Abschied

Von A wie Abschied bis Z wie Zakumi - das WM-Lexikon auf n-tv.de bringt Sie gut durchs Turnier. Hier erfahren Sie alles, was Sie zum ersten Fußball-Weltturnier auf afrikanischen Boden wissen müssen. Von Christoph Wolf und Stefan Giannakoulis.

Duo Infernale der deutschen Fernsehunterhaltung: Gerhard Delling und Günter Netzer.
Duo Infernale der deutschen Fernsehunterhaltung: Gerhard Delling und Günter Netzer.(Foto: picture-alliance/ dpa)

ABSCHIED. Das Duo Infernale der deutschen Fernsehunterhaltung - Grimme-Preis gekrönt, vergöttert - dreht bei der Fußball-WM in Südafrika seine Abschiedsrunde. Nach der gemeinsamen Reise ans Kap der Guten Hoffnung geht Gerhard Delling sein Co-Experte und Styling-Vorbild verloren: Günter Netzer, beliebt für geschliffene Rhetorik, bissige Analysen, goldene Jackets, seinen Haarhelm, hat nach der Weltmeisterschaft genug. Nicht, weil er von der Linkspartei für das Amt des Bundespräsidenten nominiert wurde, sondern weil mit Mehmet Scholl knackiger Ersatz bereitsteht.

Mit Netzers Abschied gehen zwölf gemeinsame Jahre zu Ende, in denen er sich mit Delling wie ein altes Fernseh-Ehepaar meist nach fertigem Text und Skript beharkt hat - im Stile von Pat & Patachon, Stan Laurel & Oliver Hardy, Waldorf & Statler. Das ging nicht nur an die Nerven vieler ARD-Zuschauer, sondern führte ... als Kollateralschaden auch zu Rudi Völlers legendärer Weißbiertirade auf Island.

2008, als NetzerDelling mit dem Medienpreis für Sprachkultur geehrt wurden, wagten die "11 Freunde" dennoch einen treffenden Vergleich mit Halbzeitimbiss im Fußballstadion: "Netzer ist die Wurst. Eine launische, manchmal grob, manchmal zart. Und Delling das Brot. Immer hart. Müsste man beide getrennt genießen, würde einem schlecht werden. Aber zusammen sind sie eine Wucht. Mehr noch: ein Muss!" Nach nunmehr zwölf Jahren als Wurst und Brötchen gerieten die Kommentare allerdings immer öfter so originell wie eine Moderation von Thomas Gottschalk, so zäh wie ein sehniges Schnitzel.

Das war aber beileibe nicht immer so! Zum langsamen Abschied deshalb noch einmal ein paar Netzer-Bonmots. Leises Schluchzen ist gestattet.

  • "Wenn du glaubst, es geht nichts mehr, kommt von irgendwo 'ne Flanke her."
  • "Der Pfosten ist ein Freund des Torwarts, auf den er sich nicht verlassen kann."
  • Delling: "Herr Netzer, was hat die Nationalmannschaft in dieser ersten Halbzeit falsch gemacht?" Netzer: "Alles!"
  • "Das sind nicht meine Niederländer!" (nach einem knappen niederländischen 1:0-Erfolg)
  • "Kopfball war für mich immer so etwas ähnliches wie Handspiel."
  • "Die meisten Spiele, die 1:0 ausgingen, wurden gewonnen."
  • "Da haben Spieler auf dem Spielfeld gestanden, gestandene Spieler."
  • "Jancker – hier nimmt er den Ball mit dem Rücken an."
  • "Ich hoffe, dass die deutsche Mannschaft auch in der 2. Halbzeit eine runde Leistung zeigt, das würde die Leistung abrunden!"
  • "Ihre Laufbereitschaft kommt nicht zum Tragen, weil sie nicht wissen wohin."
  • "Für die Saudis ist das sicher ein schwarzer Tag. Da werden zu Hause Köpfe rollen."
  • "Im Mittelfeld gibt es eine Konservation von Spielern."

Quelle: n-tv.de