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WM-Lexikon: R wie Röhre

Von A wie Abschied bis Z wie Zakumi - das WM-Lexikon auf n-tv.de bringt Sie gut durchs Turnier. Hier erfahren Sie alles, was Sie zum ersten Fußball-Weltturnier auf afrikanischen Boden wissen müssen. Von Christoph Wolf und Stefan Giannakoulis.

Und was gibt es in der Röhre zu sehen? Wissen wir auch nicht.
Und was gibt es in der Röhre zu sehen? Wissen wir auch nicht.(Foto: picture alliance / dpa)

RÖHRE. Nordkoreas Fußballfans schauen während der WM, falls sie fernsehen, in die Röhre. Während sich die Fußball-Anhänger im befreundeten Südkorea während der Weltmeisterschaft auf Public Viewing und die Live-Übertragung von Spielen in 3D im Kino freuen dürfen, droht den Nordkoreanern eine fernsehfußballlose Zeit.

Neue politische Spannungen gefährden die Übertragungen in dem weitgehend isolierten Land. Die Verhandlungen zwischen dem südkoreanischen Sender SBS - dem einzigen Rechteinhaber für die WM-Übertragung auf der ostasiatischen Halbinsel - und Nordkorea über die direkte Weitergabe von WM-Bildern aus Südafrika sind den politischen Konflikten zum Opfer gefallen.

Der unschlagbare Vorteil für die Nordkoreaner ist: Auch im unwahrscheinlichen Fall, dass die eigenen Elf nicht den WM-Titel holt, kann die Nationalmannschaft als Weltmeister gefeiert werden. Wer es wirklich geworden ist, bleibt den Nordkoreanern schließlich verborgen.

ROBBED!: "Bestohlen!", titelte das Fachblatt "African Soccer", als Deutschland und nicht Südafrika die WM 2006 erhielt. Die Entscheidung war ein Schlag ins Gesicht von Sepp Blatter, der Afrika bei seiner Kandidatur für die FIFA-Präsidentschaft 1998 die WM 2006 quasi versprochen hatte. Weltweite Berühmtheit erlangte bei der entscheidenden Abstimmung über die Vergabe des Turniers Charlie Dempsey. Der Vertreter Ozeaniens blieb der Wahl einfach fern, die Abstimmung endete mit 12:11 - für Deutschland. Den Erfolg heftete sich später das Satire-Magazin "Titanic" ans Revers, das Dempseys Rückzug mit einem bewusst dilettantischen Bestechungsfax bewirkt haben wollte.

Südafrika droht mit Klage, Blatter konnte mit Mühe beschwichtigen - und ging bei der nächsten Vergabe auf Nummer sicher: Da sich nur afrikanische Länder bewerben durften, ging die WM 2010 garantiert nach Afrika. In der entscheidenden Abstimmung setzte sich Blatters Favorit Südafrika gegen Marokko mit 14:10 durch.

RUGBY. Der Sport der weißen Südafrikaner. Die Springboks holten 1995 zu Hause den WM-Titel - und Mandela überreichte den Pokal.

Quelle: n-tv.de