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Rollt bald der Rubel?Gasprom sponsert Schalke

08.10.2006, 16:14 Uhr

Schalke 04 steht kurz vor dem höchstdotierten Sponsorenvertrag der Fußball-Bundesliga. Offenbar wird der russische Energie-Riese Gasprom Trikotsponsor der Königsblauen.

Auf Schalke rollt wohl bald der Rubel: Schalke 04 steht kurz vor dem höchstdotierten Sponsorenvertrag der Fußball-Bundesliga. Nach gleichlautenden Meldungen verschiedener Medien soll der russische Energie-Riese Gasprom Trikotsponsor der Königsblauen werden und bis zu 125 Millionen Euro in den kommenden fünf Jahren überweisen. Bislang ist Rekordmeister Bayern München mit 20 Millionen Euro pro Jahr von der Deutschen Telekom Branchenführer.

Der Verein wollte die Berichte nicht bestätigen. Trainer Mirko Slomka erklärte aber am Sonntag in einem Fernseh-Interview: "Wenn es denn zum Abschluss kommt, dann ist das sicherlich ein sehr guter Vertrag." Der Klub kündigte eine Pressekonferenz am Dienstag an, bei der in Dresden Einzelheiten zu einer neuen Zusammenarbeit mit dem russischen Erstligisten Zenit St. Petersburg bekannt gegeben werden sollen. Sie werde anlässlich des Besuchs des russischen Präsidenten Wladimir Putin der Öffentlichkeit präsentiert.

Kooperation mit St. Petersburg

"Es ist ja nicht nur so, dass wir Gasprom als Hauptsponsor haben, sondern dass wir dazu auch eine Kooperation mit St. Petersburg eingehen, was mich als Trainer natürlich noch mehr interessiert", sagte Slomka, der betonte, dass das finanzielle Engagement der Russen keinen Einfluss auf die Vereinspolitik haben werde: "Es gibt keine Chance von außen, sich in den Klub einzukaufen und dann die Macht zu übernehmen."

Gasprom ist das weltweit größte Erdgasunternehmen und hält 75 Prozent der Aktien an Zenit St. Petersburg. Im Aufsichtsrat sitzt Altkanzler Gerhard Schröder. Schalkes bisheriger Trikotsponsor Victoria zahlte pro Jahr 7,5 Millionen Euro für den Schriftzug auf der Brust, der Vertrag mit dem Versicherungsunternehmen läuft zum 30. Juni 2007 aus.

Gesamtschulden 255 Mio Euro

Für Schalke käme der Millionen-Vertrag gerade zur rechten Zeit. Denn der Klub ist mit 120 Millionen Euro, das gesamte Unternehmensgeflecht mit 255 Millionen Euro verschuldet. Allein um den Kredit zum Neubau der Veltins-Arena und die Schechter-Anleihe über 85 Millionen Euro zurückzuzahlen, müssen die Gelsenkirchener jährlich mehr als 20 Millionen Euro aufbringen. Zudem verpasste das Slomka-Team die Gruppenphase des UEFA-Cups, deren Einnahmen in Höhe von rund drei Millionen Euro bereits in den 105-Millionen-Etat der laufenden Saison eingerechnet waren.