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Sergej Kirdjapkin kann es nicht fassen - Olympia-Gold nach 50 Kilometern.
Sergej Kirdjapkin kann es nicht fassen - Olympia-Gold nach 50 Kilometern.(Foto: dpa)

Wegen Unregelmäßigkeiten: Geher sollen Olympia-Medaillen zurückgeben

Den jahrelang dominanten Gehern aus Russland werden nach einem CAS-Urteil weitere internationale Goldmedaillen aberkannt. Auch den Weltmeistertitel der Damen von Julia Zaripowa über 3000 Meter Hindernis von 2011 muss Russland abgeben.

Wegen Dopings müssen die russischen Geher Sergej Kirdjapkin und Olga Kaniskina ihre olympischen Medaillen von London 2012 wohl bald zurückgeben. Das ist die Konsequenz aus einem Urteil des Internationalen Sportgerichtshofes CAS, der am Donnerstag einem Einspruch des Internationalen Leichtathletik-Verbandes IAAF stattgab. Für die derzeit wegen zahlreicher Doping-Vergehen von internationalen Wettbewerben ausgeschlossenen russischen Leichtathleten ist dies ein weiterer Rückschlag in ihrem Bemühen, doch noch an den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro teilnehmen zu können.

Olga Kaniskina bei ihrem Gang zu Olympia-Silber.
Olga Kaniskina bei ihrem Gang zu Olympia-Silber.(Foto: dpa)

Kirdjapkin hatte 2012 die Goldmedaille im 50 Kilometer Gehen gewonnen, Kaniskina holte bei den Frauen Silber über 20 Kilometer. Die Disziplinarkommission der Russischen Anti-Doping-Agentur RUSADA sperrte beide wegen Unregelmäßigkeiten im biologischen Pass im Januar 2015 rückwirkend für drei Jahre und zwei Monate - allerdings erst vom 15. Oktober 2012 an und nicht für den Zeitraum der Spiele von London. Laut CAS-Urteil gelten die Sperren nun von August 2009 bis zum 15. Oktober 2012.

Transparente Mannschaft bis Olympia

Auch der russische Sportminister Witali Mutko legte den beiden Athleten umgehend nahe, ihre Medaillen zurückzugeben. "Heute kann ich nur die Sportler dazu aufrufen, sie (die Medaillen) zurückzugeben", sagte Mutko der Agentur Tass zufolge. Auch ihre Preisgelder sollten die des Dopings überführten Sportler zurückzahlen. Der hochumstrittene Politiker geht aber trotzdem weiter von einer Teilnahme der russischen Leichtathleten an den Sommerspielen 2016 aus. "Bis zu Olympia in Rio de Janeiro werden wir eine absolut transparente Mannschaft haben", sagte Mutko.

"Und wenn diverse britische Zeitungen und sonst jemand, der unser Land sehr "liebt", dazu noch irgendwelche Kommentare haben, muss man sie wegwerfen." Als Olympiasieger über 50 Kilometer von 2012 gilt nun der Australier Jared Tallent - wenn die IAAF und das Internationale Olympische Komitee (IOC) der CAS-Entscheidung zustimmen. Silber würde dann an den Chinesen Si Tianfeng gehen, Bronze an den Iren Rob Heffernan. Bei insgesamt sechs Athleten kam das CAS dem Einspruch der IAAF nach. Dadurch verliert Russland auch zwei Weltmeister-Titel: Julia Zaripowa hatte 2011 in Daegu/Südkorea die 3000 Meter Hindernis gewonnen, Sergej Bakulin über 50 Kilometer.

Waleri Borchin, Weltmeister von 2009 und 2011 und Olympiasieger von 2008 über 20 Kilometer, war von den Russen für acht Jahre gesperrt worden, dabei waren seine beiden WM-Goldmedaillen bereits gestrichen worden. Ex-Weltrekordler Wladmir Kanaikin war gar lebenslang aus der Leichtathletik verbannt worden. Bei beiden sprach sich das CAS dagegen aus, Titel nur in zerstückelten Zeiträumen abzuerkennen. Der Weltverband zeigte sich in einer Stellungnahme "dankbar" für das CAS-Urteil. Die IAAF sei erfreut, "dass das CAS die härtest mögliche Linie gefahren und die IAAF-Regeln strikt und vollständig angewandt hat, im Interesse der sauberen Athleten und des Sportrechts".

Quelle: n-tv.de

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