1:0 in der NachspielzeitHSV mit viel Glück
Rafael van der Vaart hat den Hamburger SV in die Gruppenphase des UEFA-Cups geschossen. Er nutzte beim 1:0 (0:0)-Sieg des HSV beim FC Kopenhagen in der zweiten Minute der Nachspielzeit ein Elfmeter-Geschenk von Schiedsrichter Messias zum "goldenen Tor".
Rafael van der Vaart hat den Hamburger SV in die Gruppenphase des UEFA-Cups geschossen. Der niederländische Nationalspieler nutzte beim 1:0 (0:0)-Sieg der Hanseaten beim FC Kopenhagen in der zweiten Minute der Nachspielzeit ein Elfmeter-Geschenk von Schiedsrichter Matthew Messias zum "goldenen Tor". Zuvor war Sergej Barbarez mit einem ebenfalls umstrittenen Handelfmeter an Kopenhagens Keeper Jesper Christansen gescheitert. Van der Vaart eröffnete dem norddeutschen Traditionsklub jedoch erstmals seit fünf Jahren wieder die Chance auf Europacup-Millionen.
In der zweiten Halbzeit sahen die 34.446 Zuschauer im Parken-Stadion eine hektische zweite Halbzeit. Nach dem verschossenen Strafstoß von Barbarez musste HSV-Coach Thomas Doll wegen Meckerns auf die Tribüne. Sechs Minuten vor dem Ende sah HSV-Manndecker Khalid Boulahrouz wegen wiederholten Foulspiels Gelb-Rot. Nach dem 0:1 wurden dann noch zwei Kopenhagener des Feldes verwiesen. Zunächst sah Peter Möller wegen Meckerns Gelb-Rot (90.+4), dann Michael Silberbauer wegen groben Foulspiels (90.+5).
Von Beginn an bemühten sich die Hamburger zwar um ein offensives Spiel, fanden aber gegen die kompakten Abwehrreihen des dänischen Vizemeisters erneut kaum ein Mittel. Fünf Tage nach dem umjubelten 2:0-Sieg in der Bundesliga gegen Bayern München war die Leistung des HSV beim 18. Pflichtspiel in Folge ohne Niederlage zu schwach für ein Weiterkommen.
Schon im ersten Durchgang deutete sich an, dass es die Mannschaft von Trainer Thomas Doll erneut nicht leicht haben würde, zum gegnerischen Tor durchzukommen. In der 35. Minute tauchte Barbarez zumindest einmal im FCK-Strafraum auf, schoss den Ball jedoch bei spitzem Winkel aus sechs Metern drüber. Weitere Schüsse von Stefan Beinlich (25.) und Rafael van der Vaart (28.) waren eine leichte Beute für Christansen.
Auf der anderen Seite hätten die Gastgeber sogar in Führung gehen können. In der 20. Minute landete ein verunglückter Schuss von Michael Gravgaard beim verdutzten Alvaro Santos, der freistehend am Fünf-Meter-Raum kläglich vergab. Ansonsten vernachlässigten die Dänen zu keinem Zeitpunkt die Defensive.
Nach dem Seitenwechsel erhöhten die Gäste den Druck und erspielten sich mehr gefährliche Strafraumszenen. Belohnt wurde das Anrennen der Hamburger durch den Elfmeterpfiff des englichen Schiedsrichters Messias, der nach einem vermeindlichen Handspiel auf Kopenhagener Seite auf den Punkt zeigte. Den zu schwach geschossenen Strafstoß von Barbarez konnte Christiansen jedoch zum Entsetzen der rund 8000 mitgereisten HSV-Fans parieren.
Zuvor war schon Emile Mpenza am Kopenhagener Keeper gescheitert (53.), nachdem er bei einer Vorlage von Beinlich aus 15 Metern frei zum Schuss kam. Auch einen Distanzschuss von Thimothee Atouba (56.) konnte der gut aufgelegte Keeper parieren. Auch HSV-Torwart Stefan Wächter konnte sich ein ums andere Mal auszeichnen - besonders in der 72. Minute, als er einen Schuss von Santos aus dem Torwinkel fischte.
Auf beiden Seiten waren die Torhüter beste Akteure ihrer Mannschaft. Bei den Platzherren gefiel zudem Abwehrchef Gravgaard. Bei den Hamburgern verdiente sich der unermüdliche Kapitän Daniel van Buyten ebenfalls die Bestnote.